Lesezeit: 10 Minuten
Mehrwert: So ist Berlin wirklich
Suchst du etwas bestimmtes?
Spring direkt zum passenden Abschnitt.
Wünsdorf
Die verbotene Stadt südlich von Berlin
Während Menschen an der Weltzeituhr am Alexanderplatz vor dem Fernsehturm Selfies machen oder 26 Euro für Aussicht bezahlen, verfällt südlich von Berlin eine ehemalige sowjetische Militärstadt mit verlassenen Schwimmhallen, unterirdischen Bunkern, Theaterhäusern und täglicher Zugverbindung nach Moskau.
Mitten in Brandenburg entstand jahrzehntelang eine abgeschottete Parallelwelt mit:
- eigenen Schulen
- Geschäften
- Kulturhäusern
- Sportanlagen
- Kasernen
- Kinos
- und militärischen Kommandozentralen.
Für normale DDR-Bürger war dieser Ort tabu.
Bewacht. Ummauert. Abgeschirmt.
Heute kennt ihn vor allem die Lost-Place-Szene.
Die Rede ist von Wünsdorf – der ehemaligen „verbotenen Stadt“ südlich von Berlin.
Und ganz ehrlich:
Nach diesem Blog werdet ihr verstehen, warum Brandenburg deutlich interessanter sein kann als viele klassische Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt.
Was war die „verbotene Stadt“ Wünsdorf?
Wünsdorf war über Jahrzehnte einer der wichtigsten Militärstandorte Europas.
Bereits im Kaiserreich entstanden hier:
- Truppenübungsplätze
- Kasernen
- Nachrichtenzentralen
- Lazarette
- Sport- und Turnanlagen.
Später wurde der Ort von den Nationalsozialisten massiv ausgebaut. Hier entstanden die berühmten Bunkeranlagen:
- Maybach I
- Maybach II
- Zeppelin.
Von Wünsdorf aus wurden Teile der Wehrmacht organisiert und militärische Operationen koordiniert.
Selbst die Kommunikation rund um den Zweiten Weltkrieg lief über diese Anlagen.
Nach dem Krieg übernahm die Sowjetunion das Gelände.
Und genau hier beginnt die eigentliche Geschichte der „verbotenen Stadt“.
Denn mitten in Brandenburg entstand plötzlich die größte sowjetische Militärstadt außerhalb der Sowjetunion.
Zeitweise lebten hier:
- bis zu 75.000 sowjetische Soldaten
- Offiziere
- Familien
- Kinder.
Mit:
- Schulen
- Kindergärten
- Kinos
- Kulturhäusern
- Sportanlagen
- Geschäften
- Krankenhäusern
und täglicher Zugverbindung nach Moskau.
Wenn man heute durch die verlassenen Gebäude läuft und sich vorstellt, dass in jeder Wohnung früher drei oder vier Menschen gelebt haben, wirkt das Gelände plötzlich noch größer.
Und gleichzeitig noch leerer.
Wünsdorf Geschichte auf einen Blick
1870er Jahre
Erste militärische Nutzung der Gegend rund um Wünsdorf.
1910–1913
Bau großer Kasernenanlagen, Nachrichtenzentralen und der Infanterieschule.
1915
Im sogenannten Halbmondlager entsteht die erste Moschee Deutschlands.
1933–1939
Die Nationalsozialisten bauen Wünsdorf zu einem militärischen Machtzentrum aus. Bau der Bunker Maybach I, Maybach II und Zeppelin.
1945
Die Rote Armee übernimmt das Gelände.
1953
Wünsdorf wird Sitz des Oberkommandos der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.
1994
Abzug der sowjetischen Truppen aus Deutschland.
Heute
Wünsdorf ist:
- Bücherstadt
- Bunkerstadt
- Lost Place
- Geschichtsort
und einer der surrealsten Orte nahe Berlin.
Wie kamen wir überhaupt nach Wünsdorf?
Eigentlich wollten wir an dem Tag zu den Beelitz-Heilstätten. Bis wir die Preise gesehen haben. Und ich lieber einen kostenfreien Eintritt angefragt habe.
Kurz darauf fiel mir ein altes Video ein, das ich vor Monaten gespeichert hatte:
Eine verlassene sowjetische Stadt südlich von Berlin.
Nach zwei Minuten Googeln waren wir uns sicher: Da wollen wir hin.
Komplett spontan also:
Regio RE7 oder RE2 ab Ostkreuz.
Und schon die Zugfahrt war irgendwie absurd.
Der Zug war voll mit:
- Tropical-Islands-Besuchern
- Familien mit Badetaschen
- Brandenburg-Ausflüglern
- Leuten auf dem Weg in den Spreewald.
Deswegen direkt die erste Warnung:
Wenn ihr an warmen Tagen fahrt, wird der Regio wahrscheinlich voll.
Und genau das macht Brandenburg eigentlich so spannend:
Eine Station fahren Leute in den Spreewald zum Kahnfahren. Die nächsten ins Spaßbad.
Und wenige Kilometer weiter verfällt mitten im Wald eine ehemalige sowjetische Militärstadt mit Bunkeranlagen und Theaterhäusern.
Brandenburg wird massiv unterschätzt.
Ausgestiegen sind wir in Brand (Tropcial Island) irgendwann irgendwo im Nirgendwo Brandenburgs – und haben dann einfach den Shuttlebus vom Tropical Islands Resort genommen.
Bis heute irgendwie surreal, dass wir mit dem kostenfreien Shuttlebus vom Spaßbad zur ehemaligen sowjetischen Geisterstadt gefahren wurden. Von Ostkreuz braucht ihr ungefähr ne Stunde.
Und genau deshalb lohnt sich Wünsdorf perfekt als Tagesausflug ab Berlin.
Vor allem, weil ihr danach theoretisch direkt weiter in den Spreewald fahren könnt.
Warum wurde Wünsdorf die verbotene Stadt genannt?
Die sowjetische Militärstadt war jahrzehntelang Sperrgebiet.
Mauern.
Zäune.
Wachposten.
Sondergenehmigungen.
Normale DDR-Bürger durften das Gelände nicht betreten.
Mitten in Brandenburg entstand dadurch eine abgeschottete Parallelwelt mit:
- eigenen Schulen
- russischen Geschäften
- Kulturhäusern
- Sportanlagen
- Militärtheatern
- und eigener Infrastruktur.
Sogar ein spezieller Bereich am Bahnhof existierte für den täglichen Zug nach Moskau.
Das klingt heute fast dystopisch.
War aber Realität.
Direkt daneben steht übrigens der riesige Hangar vom Tropical Islands Resort. Wenn ihr euch für die Geschichte dahinter interessiert, lohnt sich auch unser Blog über Tropical Islands und die ehemalige Cargolifter-Halle.
Die meisten erleben Berlin immer gleich.
Sehenswürdigkeiten, lange Wege, viel Googeln.
Und am Ende: viel gesehen, aber wenig verstanden.
Berlin funktioniert anders.
Die Stadt zeigt sich nicht über Hotspots –
sondern über Orte, die man kennen muss.
Ich bin Berliner und arbeite seit Jahren in der Hotellerie
und sehe täglich, wie Besucher die Stadt erleben – und oft falsch einschätzen.
Genau deshalb habe ich über 500 echte Orte in Berlin gesammelt.
Keine Touri-Spots. Keine klassischen Listen.
Sondern Orte, die hier wirklich funktionieren –
direkt in deinem Google Maps, sofort nutzbar.
Die erste Moschee Deutschlands stand in Wünsdorf
Ein Detail, das fast niemand kennt:
Während des Ersten Weltkriegs entstand in Wünsdorf das sogenannte Halbmondlager.
Dort waren tausende muslimische Kriegsgefangene interniert. Für sie wurde 1915 die erste Moschee Deutschlands gebaut.
Allein dieser Fakt zeigt schon, wie absurd komplex die Geschichte dieses Ortes eigentlich ist.
Denn Wünsdorf verbindet:
- Kaiserreich
- Ersten Weltkrieg
- Nationalsozialismus
- Sowjetunion
- Kalten Krieg
- DDR
- Lost Place
- und heutige Geisterstadt
auf einem einzigen Gelände.
Während viele Touristen in Berlin gerade einmal die Oberfläche der Stadt sehen, verstecken sich südlich der Hauptstadt Orte wie dieser mit hundert Jahren europäischer Militärgeschichte.
Wie sieht Wünsdorf heute aus?
Kurz gesagt:
Wie eine eingefrorene Parallelwelt.
Schon beim ersten Betreten taucht man plötzlich in eine komplett andere Atmosphäre ein.
Überall:
- verlassene Kasernen
- Graffiti
- alte Schulen
- sowjetische Relikte
- zerbrochene Fenster
- lange Flure
- riesige Hallen
- leere Wohnungen.
Teilweise stehen dort noch:
- alte Tafeln
- Briefkästen
- russische Dokumente
- Kabelkästen
- Öfen
- Alte Badarmaturen
- alte Zeitungen
- Schreibtische im alten Schulgebäude
Andere Gebäude wirken dagegen komplett leergeräumt.
Man merkt relativ schnell:
Viele der wirklich persönlichen Dinge, die an weniger bekannten Lost Places manchmal noch herumliegen, sind in Wünsdorf längst verschwunden.
Familienfotos, Briefe oder komplette Wohnungen entdeckt man hier kaum noch.
Dafür spürt man etwas anderes:
Die pure Größe dieses Ortes.
Man läuft teilweise durch riesige Dachböden, hört irgendwo Vögel nisten und steht plötzlich in alten Schwimmhallen oder Theatersälen.
Und obwohl dort seit Jahrzehnten niemand mehr lebt, fühlt sich der Ort nicht tot an.
Eher als hätte ihn die Geschichte nie wirklich verlassen.
Das Haus der Offiziere in Wünsdorf
Das wahrscheinlich beeindruckendste Gebäude des gesamten Geländes ist das sogenannte „Haus der Offiziere“.
Ursprünglich wurde der riesige Komplex als kaiserliche Turnanstalt erbaut. Später entstand daraus die Heeressportschule Wünsdorf.
Hier trainierten sogar deutsche Sportler im Umfeld der Olympischen Spiele 1936.
Zum Gelände gehörten:
- Fechtsäle
- Sporthallen
- Schwimmhalle
- Reithalle
- große Treppenhäuser
- Offizierskasino
- Theaterbereiche.
Mit dem Einzug der Sowjets änderte sich die Nutzung komplett.
Die großen Sporthallen wurden:
- zu Konzertsälen
- Kinos
- Kulturhäusern
- Veranstaltungsorten der Roten Armee.
Heute stehen dort:
- leere Bühnen
- riesige Säle
- verlassene Schwimmhallen
- lange Flure voller Staub.
Und davor:
eine riesige Lenin-Statue. Still. Verwittert. Fast vergessen.
Hinter dem Haus der Offiziere liegt außerdem ein riesiges, inzwischen stark verfallenes Diorama.
Dort präsentierten die Sowjets früher ein monumentales Rundgemälde mit dem Titel „Erstürmung des Reichstags durch die Rote Armee“.
Das eigentliche Gemälde wurde nach dem Abzug der sowjetischen Truppen mitgenommen. Heute steht der Rundbau leer und verfällt langsam mitten im Wald.
Das Ganze wirkt eher wie ein verlassenes Schloss ode ein Filmset als wie eine ehemalige Militäranlage.
Die verlassene Schwimmhalle
Die Schwimmhalle gehört wahrscheinlich zu den bekanntesten Fotospots des gesamten Geländes.
Und ehrlich:
Man versteht sofort warum.
Die Leinen hängen teilweise noch immer in der Luft. Alte Fliesen. Kaputte Fenster. Stille.
Nur irgendwo unter dem Dach hört man manchmal Vögel.
Teilweise ist das Gelände inzwischen stark beschädigt und nicht mehr komplett sicher. Einige Bereiche sind wegen Einsturzgefahr gesperrt.
Und genau deshalb: Lernt aus unseren Fehlern.
Wir hatten keine richtige Taschenlampe dabei.
Urbex-Anfänger halt.
Und nein:
Handylicht reicht dort wirklich nicht.
Wenn ihr solche Orte besucht:
- nehmt vernünftige Taschenlampen mit
- tragt festes Schuhwerk
- nehmt Wasser und Snacks mit
- achtet auf Glasscherben, Löcher und beschädigte Böden.
Und selbstverständlich:
Respektiert den Ort.
Graffiti gehört inzwischen zwar zu vielen Lost Places dazu, aber die bekannten Lost-Place-Regeln sollte man trotzdem kennen und respektieren.
Für weitere Orte dieser Art lohnt sich übrigens auch unser Blog über Lost Places in Berlin oder unser Blog über Fotospots in Berlin.
Die Bunker von Wünsdorf
Unter Wünsdorf liegen riesige militärische Bunkeranlagen.
Die bekanntesten:
- Maybach I
- Maybach II
- Zeppelin.
Besonders spannend:
Die oberirdischen Gebäude wurden absichtlich wie harmlose Landhäuser und Bauernhäuser gebaut.
Darunter befanden sich:
- Ringstollen
- Nachrichtenzentralen
- Fernmeldeanlagen
- militärische Führungsräume.
Von außen wirkte vieles fast unscheinbar.
Unter der Erde wurde dagegen Krieg geplant.
Im Zeppelin-Bunker befand sich später einer der modernsten Fernmeldeknotenpunkte der Wehrmacht. Nach dem Krieg nutzten die Sowjets die Anlage weiter und bauten sie für den Kalten Krieg um.
Wenn man heute dort unten steht, merkt man erst wirklich, wie gigantisch dieser Militärstandort einmal gewesen sein muss.
Welche Rolle spielte Wünsdorf im Kalten Krieg?
Eine riesige.
Wünsdorf war nicht irgendeine Kaserne.
Hier befand sich das Oberkommando der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.
Von hier aus wurden militärische Operationen, Kommunikation und große Teile der sowjetischen Präsenz in der DDR organisiert.
Mitten im Wald südlich von Berlin entstand ein militärisches Machtzentrum des Ostblocks.
Und genau dieses Parallelwelt-Gefühl spürt man bis heute.
Während draußen normales Brandenburg lag, existierte hinter den Mauern eine sowjetische Stadt mit:
- Schulen
- Kulturhäusern
- Geschäften
- Kinos
- Militärsportanlagen
- eigener Infrastruktur.
Das klingt fast dystopisch.
War aber Realität.
Wenn ihr euch allgemein für die Geschichte der Teilung interessiert, lohnt sich übrigens auch unser Blog über die Berliner U-Bahn oder unser Blog über die Oberbaumbrücke.
Kann man Wünsdorf heute besuchen?
Ja.
Aber nicht komplett frei.
Teile des Geländes können über Führungen besucht werden. Außerdem gibt es verschiedene legale Tourangebote rund um:
- Bunker
- Militärgeschichte
- Lost Places
- Fotografie.
Trotzdem sollte man sich bewusst machen:
Das Gelände ist teilweise stark beschädigt.
Überall:
- Glasscherben
- kaputte Treppen
- offene Schächte
- beschädigte Böden
- einsturzgefährdete Bereiche.
Und nochmal:
Dies ist keine aktive Empfehlung zum Betreten des Geländes.
Es handelt sich teilweise um Privatgelände.
Eingänge gibt es dort genug.
Mehr müssen wir dazu wahrscheinlich nicht sagen.
Aber ihr werdet verstehen, warum dieser Ort seit Jahren Menschen anzieht:
- Urbexer
- Fotografen
- Geschichtsinteressierte
- Graffiti-Künstler
- Lost-Place-Fans.
Auf dem Gelände verbringt ihr locker zwei bis drei Stunden.
Und wahrscheinlich deutlich länger, wenn ihr fotografiert.
Wünsdorf heute: Bücherstadt statt Militärstadt
Heute nennt sich Wünsdorf offiziell Bücherstadt.
Zwischen Antiquariaten, Museen und ruhigen Straßen erinnert erstmal wenig an die ehemalige sowjetische Machtzentrale.
Und genau das macht den Ort so absurd.
Denn unter den Wäldern, hinter den alten Gebäuden und zwischen den verlassenen Hallen steckt noch immer eine Geschichte, die viel größer ist als die meisten Menschen denken. Auch in der unmittelbaren Umgebung gibt es extrem viel zu entdecken. Von Bunkern, zu alten Kosten bis zu geheimnisvollen Tunneleingängen
Eine Geschichte aus:
- Krieg
- Macht
- Kontrolle
- Propaganda
- Militär
- Kaltem Krieg
- und Verfall.
Wenn ihr übrigens ehrliche Tagesausflüge rund um Berlin sucht, lohnt sich auch unser Blog über Berlin kostenlos oder unser Blog zum Thema Berlin als Tourist.
Denn Berlin startet oft genau dort, wo normale Reiseführer aufhören.
Die meisten Berlin-Touristen werden niemals hierherkommen.
Sie werden:
- am Fernsehturm stehen,
- am Brandenburger Tor oder der Weltzeituhr Fotos machen,
- durch den Berlin Hauptbahnhof hetzen und ihren Bahnhof suchen.
Und währenddessen verfällt südlich von Berlin eine ehemalige sowjetische Parallelstadt mit Bunkern, Theaterhallen, Schwimmbädern und täglicher Zugverbindung nach Moskau.
Die Uhr im Glockenturm steht dort bis heute auf fünf vor zwölf.
Berlin endet eben nicht an der Ringbahn.
Manchmal beginnt die interessanteste Geschichte erst dort, wo kaum noch jemand hinschaut.
Berlin ist keine Sehenswürdigkeit. Berlin ist eine Stadt.
Wir sehen uns im ehrlichen Berlin – oder hier im nächsten Blog.
Haut rein 🖤
VIELE DER BILDER IN DIESEM BEITRAG SIND BEISPIELBILDER UND STAMMEN NICHT VON DEN BESUCHTEN ORTEN.
Häufige Fragen zu Wünsdorf
Wo liegt die verlassene Stadt Wünsdorf?
Wünsdorf liegt rund 40 Kilometer südlich von Berlin im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg.
Die ehemalige sowjetische Militärstadt gehört heute zur Stadt Zossen und ist vor allem für:
- verlassene Kasernen
- Bunkeranlagen
- sowjetische Architektur
- und die Geschichte des Kalten Krieges bekannt.
Durch die Nähe zu Berlin eignet sich Wünsdorf perfekt als Tagesausflug.
Wie kommt man von Berlin nach Wünsdorf?
Wir sind damals komplett spontan mit dem Regio RE2/RE7 ab Berlin Ostkreuz Richtung Brandenburg gefahren. Ausstieg ist Station Brand (Tropical Island).
Vor allem an warmen Tagen sitzen dort:
Tropical-Islands-Besucher
Familien mit Badetaschen
Brandenburg-Ausflügler
und Menschen auf dem Weg in den Spreewald.
Ein kleiner Geheimtipp:
Ihr könnt an der Station Brand aussteigen und dort kostenlos den Shuttlebus vom Tropical Islands Resort nehmen. Ein Ticket muss man dort nicht vorzeigen.
Der Shuttle fährt direkt bis zum Parkplatz vom Tropical Islands. Dort bei den Getränkeautomaten seid ihr praktisch schon angekommen. Von dort sind es nur noch wenige Minuten zu Fuß bis zur ehemaligen sowjetischen Militärstadt.
Und genau das macht Brandenburg manchmal so surreal:
Eine Station fahren Leute ins Spaßbad, wenige Kilometer weiter verfällt mitten im Wald eine ehemalige sowjetische Parallelstadt.
Warum wurde Wünsdorf die „verbotene Stadt“ genannt?
Wünsdorf war zu DDR-Zeiten ein streng abgeschottetes Sperrgebiet der sowjetischen Streitkräfte.
Hinter Mauern und Zäunen entstand mitten in Brandenburg eine eigene sowjetische Parallelstadt mit:
- Schulen
- Geschäften
- Kulturhäusern
- Kasernen
- Sportanlagen
- und täglicher Zugverbindung nach Moskau.
Normale DDR-Bürger durften das Gelände jahrzehntelang nicht betreten.
Welche Rolle spielte Wünsdorf im Kalten Krieg?
Wünsdorf war einer der wichtigsten Militärstandorte des Ostblocks.
Hier befand sich das Oberkommando der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.
Von der ehemaligen Militärstadt südlich von Berlin wurden große Teile der sowjetischen Präsenz in der DDR organisiert.
Zeitweise lebten dort bis zu 75.000 sowjetische Soldaten und Familienmitglieder.
Was kann man in Wünsdorf heute noch entdecken?
Heute findet man in Wünsdorf unter anderem:
- verlassene Kasernen
- Theaterhallen
- Schwimmhallen
- Bunkeranlagen
- sowjetische Relikte
- alte Schulen
- Graffiti
- lange Flure
- und monumentale Militärarchitektur.
Besonders bekannt sind:
- das Haus der Offiziere
- die Bunker Maybach I & II
- der Zeppelin-Bunker
- und die ehemalige sowjetische Schwimmhalle.
Viele Gebäude stehen seit Jahrzehnten leer und wirken heute wie eine eingefrorene Parallelwelt.
Was sollte man für einen Besuch in Wünsdorf mitnehmen?
Wenn ihr Wünsdorf besucht, solltet ihr auf jeden Fall:
- festes Schuhwerk
- ausreichend Wasser
- Snacks
- und eine richtige Taschenlampe mitnehmen.
Viele Bereiche sind dunkel, beschädigt oder voller Glasscherben.
Und ehrlich:
Handylicht reicht dort wirklich nicht.
Urbex-Anfängerfehler.
Kann man Wünsdorf legal besuchen?
Ja, Teile von Wünsdorf können legal über Führungen besucht werden.
Vor allem die:
- Bunkeranlagen
- Militärgeschichte
- und historischen Bereiche
werden regelmäßig im Rahmen offizieller Touren gezeigt.
Trotzdem befinden sich viele Gebäude auf Privatgelände oder sind wegen Einsturzgefahr gesperrt.
Warum ist Wünsdorf heute ein so beliebter Lost Place?
Wünsdorf verbindet:
- Kalten Krieg
- sowjetische Geschichte
- verlassene Architektur
- Bunker
- Militärgeschichte
- und riesige leerstehende Gebäude
an einem einzigen Ort.
Genau diese Mischung macht die ehemalige Militärstadt südlich von Berlin zu einem der bekanntesten Lost Places Deutschlands.
Vor allem die Atmosphäre zwischen:
- verfallenen Theaterhallen
- alten Kasernen
- sowjetischen Relikten
- und riesigen leeren Gebäuden
wirkt bis heute fast surreal.
Entdecke auch unsere Blogs zum Thema Berlin Insider Tipps.
Alle anzeigen-
Holzmarkt 25 Berlin: Lohnt es sich? Ehrliche Ti...
Der Holzmarkt 25 ist weit mehr als ein Biergarten an der Spree. Hinter Restaurants, Kunst, Kater Blau und entspannten Nachmittagen steckt eine Geschichte über Berliner Subkultur, Gentrifizierung und die Frage,...
Holzmarkt 25 Berlin: Lohnt es sich? Ehrliche Ti...
Der Holzmarkt 25 ist weit mehr als ein Biergarten an der Spree. Hinter Restaurants, Kunst, Kater Blau und entspannten Nachmittagen steckt eine Geschichte über Berliner Subkultur, Gentrifizierung und die Frage,...
-
Monbijou Theater Berlin: Ehrliche Tipps zum sch...
Wer bei Theater an alte Sprache, steife Stimmung und Gähnen denkt, war wahrscheinlich noch nie im Monbijou Theater. Zwischen Spree, Monbijoupark und Museumsinsel entsteht hier im Sommer einer der schönsten...
Monbijou Theater Berlin: Ehrliche Tipps zum sch...
Wer bei Theater an alte Sprache, steife Stimmung und Gähnen denkt, war wahrscheinlich noch nie im Monbijou Theater. Zwischen Spree, Monbijoupark und Museumsinsel entsteht hier im Sommer einer der schönsten...
-
Volkspark Friedrichshain: Märchenbrunnen, Spazi...
Der Volkspark Friedrichshain ist mehr als Märchenbrunnen und Liegewiese. Zwischen Trümmerbergen, Freiluftkino, Spazierwegen und Berliner Kindheit steckt hier überraschend viel Stadtgeschichte – und gleichzeitig einer der Orte, an denen Berlin...
Volkspark Friedrichshain: Märchenbrunnen, Spazi...
Der Volkspark Friedrichshain ist mehr als Märchenbrunnen und Liegewiese. Zwischen Trümmerbergen, Freiluftkino, Spazierwegen und Berliner Kindheit steckt hier überraschend viel Stadtgeschichte – und gleichzeitig einer der Orte, an denen Berlin...