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Oberbaumbrücke Berlin:
Geschichte, DDR-Grenze und die Brücke zwischen Ost und West
13. Mai 2026 - Phil Ernst - Berliner Concierge
Die Oberbaumbrücke Berlin verbindet Friedrichshain und Kreuzberg über die Spree und gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen der Hauptstadt. Ihre Geschichte reicht von der preußischen Zollgrenze über die Berliner Mauer bis zur Wiedervereinigung. Heute fahren die U-Bahn-Linien U1 und U3 über die historische Brücke, die zu einem Symbol für das Zusammenwachsen von Ost- und Westberlin geworden ist.
Was ist die Oberbaumbrücke in Berlin?
Die Oberbaumbrücke ist eine historische Straßen- und Hochbahnbrücke zwischen Friedrichshain und Kreuzberg. Das heutige Bauwerk wurde zwischen 1894 und 1896 im neugotischen Stil errichtet und verbindet seit der Wiedervereinigung wieder die beiden ehemals getrennten Stadthälften.
Mit ihren roten Backsteinen, den beiden Türmen und der gelben Berliner U-Bahn gehört sie zu den markantesten Bauwerken der Stadt.
Das Berlin, das Berliner empfehlen.
Warum ist die Oberbaumbrücke historisch so bedeutend?
Die Oberbaumbrücke war ursprünglich ein wichtiger Übergang an der Berliner Zollgrenze und wurde während der deutschen Teilung zum Grenzübergang zwischen Ost- und Westberlin. Seit ihrer Wiedereröffnung in den 1990er-Jahren steht sie für die Überwindung der Berliner Mauer und die Verbindung zwischen Friedrichshain und Kreuzberg.
Kaum ein anderes Berliner Bauwerk vereint preußische Stadtgeschichte, Industrialisierung, Zweiten Weltkrieg, DDR-Grenzanlagen und die Entwicklung des heutigen Berlins auf so engem Raum.
Fakten auf einen Blick
- Ort: Zwischen Friedrichshain und Kreuzberg über die Spree
- Erste Holzbrücke: 1723/1724
- Heutige Brücke: Erbaut zwischen 1894 und 1896
- Architekt: Otto Stahn
- Baustil: Neugotik mit roten Klinkern und zwei markanten Türmen
- U-Bahn: Seit 1902, heute Linien U1 und U3
- Zweiter Weltkrieg: Schwere Beschädigung im April 1945
- DDR: Grenzübergang zwischen Ost- und Westberlin
- Wiedereröffnung: 1994 für Straßenverkehr, 1995 für die U-Bahn
- Besonderheit: Lichtinstallation „Stein, Papier, Schere“ von Thorsten Goldberg
- Seit 2001: Bestandteil des Bezirkswappens von Friedrichshain-Kreuzberg
So Freunde,
ich bin quasi mit der Oberbaumbrücke aufgewachsen zwischen Warschauer und Frankfurter Tor aufgewachsen.
Warschauer Straße war für mich nie Sehenswürdigkeit. Das war Alltag. Das war mein Kiez.
Die Brücke war immer direkt vor der Tür. Ende der 90er, Anfang der 2000er.
Damals wurde im alten Speicher, wo heute das Pirates Berlin sitzt, wurde oben im Dachboden noch Kickboxen trainiert.
Später haben wir ab und zu an der East Side Gallery vorgeglüht, bevor die Nächte Richtung Friedrichshain oder Kreuzberg weitergingen.
Und wenn man damals nachts über die Brücke lief, standen da oft noch endlose Schlangen vor dem einst berüchtigten Watergate.
Heute? Ganz ehrlich?
Trifft man dort seltener Berliner.
Und das ist eigentlich schade.
Tagsüber, bei Sonne, hat die Brücke trotzdem bis heute eine brutale Stimmung.
Zwischen den roten Backsteinen, den vorbeifahrenden U-Bahnen und der Spree steckt allerdings eine Geschichte, die weit vor meiner Kindheit beginnt.
Warum heißt die Oberbaumbrücke eigentlich Oberbaumbrücke?
Der Name Oberbaumbrücke stammt von einer historischen Sperranlage auf der Spree. Ein mit Eisen beschlagener Baumstamm wurde quer über den Fluss gelegt, um Schiffe zu kontrollieren und die Erhebung von Zöllen sicherzustellen.
Schon im 17. Jahrhundert wurde der Schiffsverkehr an wichtigen Berliner Einfahrten kontrolliert. Im Osten der Stadt befand sich der sogenannte Oberbaum, weiter flussabwärts im Westen der Unterbaum.
Wer Waren über die Spree nach Berlin transportieren wollte, musste an diesen Kontrollstellen Abgaben entrichten.
Mit der Erweiterung der Stadt und dem Bau der Berliner Akzisemauer veränderten sich auch die Standorte der Zollanlagen.
Ab 1723 entstand zwischen dem Schlesischen Tor und dem Stralauer Tor eine neue hölzerne Brücke. Sie ersetzte einen älteren Übergang und übernahm dessen historische Bezeichnung.
Der Name Oberbaumbrücke erinnert damit bis heute an eine Zeit, in der die Spree nicht nur Verkehrsweg, sondern auch eine wirtschaftliche Grenze war.
Wann wurde die Oberbaumbrücke gebaut?
Die heutige Oberbaumbrücke wurde zwischen 1894 und 1896 errichtet. Sie ersetzte eine ältere hölzerne Zugbrücke, die den Anforderungen des wachsenden Berliner Verkehrs nicht mehr genügte.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Berlin zur Industriemetropole. Über die Spree wurden Holz, Getreide, Kohle, Baumaterialien und andere Waren transportiert.
Gleichzeitig wuchs der Verkehr zwischen den Stadtteilen.
Die neue Oberbaumbrücke sollte deshalb mehrere Funktionen miteinander verbinden: Straßenverkehr, Fußgänger und die damals geplante elektrische Hochbahn.
Die Stadt Berlin und Siemens & Halske entwickelten dafür eine zweistöckige Brückenkonstruktion.
Oben die Bahn, unten die Straße und seitlich geschützte Fußwege.
Eine technische Lösung, die für das damalige Berlin ziemlich modern war.
Die meisten erleben Berlin immer gleich.
Sehenswürdigkeiten, lange Wege, viel Googeln.
Und am Ende: viel gesehen, aber wenig verstanden.
Berlin funktioniert anders.
Die Stadt zeigt sich nicht über Hotspots –
sondern über Orte, die man kennen muss.
Ich bin Berliner und arbeite seit Jahren in der Hotellerie
und sehe täglich, wie Besucher die Stadt erleben – und oft falsch einschätzen.
Genau deshalb habe ich über 500 echte Orte in Berlin gesammelt.
Keine Touri-Spots. Keine klassischen Listen.
Sondern Orte, die hier wirklich funktionieren –
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Die wichtigsten Jahreszahlen der Oberbaumbrücke
- 1723/1724 Errichtung der hölzernen Oberbaumbrücke
- 1894–1896 Bau der heutigen neugotischen Brücke
- 1902 Eröffnung des Hochbahnverkehrs
- April 1945 Schwere Beschädigung durch Sprengung
- 1961 Sperrung nach dem Bau der Berliner Mauer
- 1963 Einrichtung eines Fußgänger-Grenzübergangs
- 1994 Wiedereröffnung für den Straßenverkehr
- 1995 Wiederaufnahme des U-Bahn-Verkehrs
- 1997 Installation von „Stein, Papier, Schere“
- 2001 Aufnahme in das Bezirkswappen
Warum sieht die Oberbaumbrücke wie ein mittelalterliches Stadttor aus?
Die Oberbaumbrücke wurde vom Architekten Otto Stahn im neugotischen Stil entworfen. Ihre beiden rund 34 Meter hohen Türme erinnern bewusst an mittelalterliche brandenburgische Stadttore und verweisen auf die frühere Funktion des Übergangs als Berliner Stadtgrenze.
Als architektonisches Vorbild diente unter anderem der Mitteltorturm in Prenzlau.
Wenn du dir die beiden Türme genauer anschaust, bemerkst du einen interessanten Unterschied:
Einer ist rund, der andere achteckig.
Dazu kommen historische Wappen, farbige Klinker, Reliefs und zahlreiche neugotische Verzierungen.
Ein Turm trägt den Berliner Bären, der andere den Brandenburgischen Adler.
Die Architektur erinnert damit an die historische Verbindung zwischen Berlin und Brandenburg.
Auch die überdachten Fußgängergänge sind ungewöhnlich. Ihre Gewölbe erinnern eher an einen mittelalterlichen Kreuzgang als an eine gewöhnliche Straßenbrücke.
Gerade diese Mischung aus monumentaler Architektur und alltäglichem Stadtverkehr macht die Oberbaumbrücke zu einem der interessantesten Berliner Fotospots.
Seit wann fährt die U-Bahn über die Oberbaumbrücke?
Seit 1902 fährt die Berliner Hochbahn über die Oberbaumbrücke. Heute nutzen die Linien U1 und U3 die obere Ebene des Bauwerks auf ihrem Weg zwischen Schlesischem Tor und Warschauer Straße.
Die ursprüngliche Hochbahn war eines der ersten großen elektrischen Nahverkehrsprojekte Berlins.
Die Oberbaumbrücke wurde bereits beim Bau auf diese zusätzliche Verkehrsbelastung ausgelegt.
Ein interessantes Detail befindet sich unmittelbar auf der Friedrichshainer Seite.
Der verschwundene U-Bahnhof Stralauer Tor
Früher gab es direkt hinter der Oberbaumbrücke einen weiteren Hochbahnhof: Stralauer Tor.
Er wurde 1902 als Teil der ersten Berliner Hochbahn eröffnet und später in Osthafen umbenannt.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bahnhof schwer zerstört und anschließend nicht wieder aufgebaut.
Heute fahren die Züge an seiner ehemaligen Position vorbei, ohne dort zu halten.
Wenn du die Oberbaumbrücke wirklich erleben willst, würde ich dir übrigens empfehlen, nicht nur oben über die Straße zu laufen.
Nimm dir den Arkadengang unter der U-Bahn.
Das rote Backsteingewölbe, der Blick auf die Spree und die Türme direkt neben dir machen diesen Weg besonders.
Gerade bei gutem Wetter gehört er für mich zu den schönsten Aussichtspunkten in Berlin.
Was geschah mit der Oberbaumbrücke im Zweiten Weltkrieg?
Im April 1945 wurde der mittlere Teil der Oberbaumbrücke von der Wehrmacht gesprengt. Damit sollte der Vormarsch der Roten Armee erschwert werden, die sich während der Schlacht um Berlin dem Stadtzentrum näherte.
Die Brücke wurde schwer beschädigt, blieb aber nicht vollständig zerstört.
In den frühen 1950er-Jahren schloss man die Lücke provisorisch mit einer Stahlkonstruktion. Die ursprüngliche Architektur wurde dabei nicht vollständig wiederhergestellt.
Auch der Hochbahnverkehr über die Spree kam zum Erliegen.
Die Oberbaumbrücke war nun nicht mehr nur eine beschädigte Verkehrsverbindung. Mit der zunehmenden Teilung Berlins bekam sie eine völlig andere Bedeutung.
Aus der Brücke zwischen zwei Stadtteilen wurde eine Grenze zwischen zwei politischen Systemen.
Welche Rolle spielte die Oberbaumbrücke während der DDR?
Während der deutschen Teilung lag die Oberbaumbrücke zwischen dem Ost-Berliner Friedrichshain und dem West-Berliner Kreuzberg. Nach dem Mauerbau 1961 wurde sie zu einem streng kontrollierten Grenzübergang.
Schon vorher hatte sich der Alltag verändert.
1955 wurde der Fahrzeugverkehr unterbunden und ein Zaun errichtet. Nach dem 13. August 1961 war die Brücke zunächst auch für Fußgänger gesperrt.
Später konnten West-Berliner unter bestimmten Voraussetzungen über den Grenzübergang nach Ost-Berlin gelangen. Besonders die Passierscheinabkommen ab 1963 ermöglichten zeitweise Besuche bei Verwandten.
Für Ost-Berliner gab es diese Reisefreiheit nicht.
Kontrollposten, bewaffnete Grenzsoldaten, Sperranlagen und Ausweiskontrollen bestimmten das Bild.
Oma Jutta und die Brücke meiner Kindheit
Oma Jutta hat zwischen der Warschauer Straße und dem Frankfurter Tor gewohnt.
Für mich war die Oberbaumbrücke als Kind einfach da.
Für sie war das etwas völlig anderes.
Sie erzählte mir von den bewaffneten DDR-Grenzern, den Schildern, den Scheinwerfern und den Patrouillenbooten auf der Spree.
Man konnte die andere Seite sehen. Aber man konnte nicht einfach hinübergehen.
Wenn ich heute über die Brücke laufe, denke ich manchmal daran, wie absurd diese Vorstellung eigentlich ist.
Ein paar Meter Wasser. Zwei Berliner Stadtteile.
Und dazwischen eine Grenze, die Familien und Freundschaften getrennt hat.
Warum ertranken Kinder nahe der Oberbaumbrücke in der Spree?
Während der Berliner Teilung gehörte die Spree zwischen Friedrichshain und Kreuzberg in voller Breite zu Ost-Berlin. Das führte am damaligen Gröbenufer, dem heutigen May-Ayim-Ufer, zu tödlichen Situationen: Kinder fielen vom West-Berliner Ufer ins Wasser, konnten aber aufgrund der Grenzverhältnisse nicht rechtzeitig gerettet werden.
Am 30. Oktober 1972 stürzte der achtjährige Cengaver Katrancı beim Füttern von Schwänen in die Spree.
Am 11. Mai 1975, seinem fünften Geburtstag, fiel Çetin Mert ins Wasser, als er nach einem Ball greifen wollte.
Beide ertranken.
Die Grenze verlief nicht in der Mitte des Flusses, sondern unmittelbar am Kreuzberger Ufer. West-Berliner Rettungskräfte konnten deshalb nicht ohne Gefahr in das bewachte DDR-Grenzgewässer eingreifen. Die Hilfe von der Ostseite kam zu spät.
Erst im Oktober 1975 vereinbarten der West-Berliner Senat und die DDR-Regierung Rettungsmaßnahmen für Unfälle in den Grenzgewässern.
Wenn du heute am May-Ayim-Ufer stehst, ist diese Geschichte kaum vorstellbar. Gerade deshalb gehört sie zur Geschichte der Oberbaumbrücke.
Wie wurde die Oberbaumbrücke nach dem Mauerfall wieder aufgebaut?
Nach dem Mauerfall 1989 wurde die Oberbaumbrücke umfassend saniert. Der spanische Architekt Santiago Calatrava entwarf einen neuen stählernen Mittelteil, der die historische Backsteinarchitektur mit einer modernen Konstruktion verbindet.
Die Arbeiten begannen 1993.
Im November 1994 wurde die Brücke wieder für den Straßenverkehr freigegeben.
Am 14. Oktober 1995 fuhr erstmals seit Jahrzehnten wieder eine U-Bahn über die Oberbaumbrücke bis zur Warschauer Straße.
Damit waren Friedrichshain und Kreuzberg nicht nur symbolisch, sondern auch im öffentlichen Nahverkehr wieder miteinander verbunden.
Wenn du heute über die Brücke läufst, kannst du Calatravas Ergänzung erkennen. Der moderne Mittelteil unterscheidet sich bewusst von den historischen Backsteingewölben.
Die Brücke erzählt ihre Geschichte also nicht nur durch Gedenktafeln.
Du kannst die unterschiedlichen Epochen direkt an ihrer Architektur ablesen.
Was bedeutet „Schnick, Schnack, Schnuck“ auf der Oberbaumbrücke?
Die Lichtinstallation „Stein, Papier, Schere“ stammt vom Künstler Thorsten Goldberg und wurde 1997 an der Oberbaumbrücke realisiert. Sie erinnert an den ehemaligen Grenzübergang zwischen Ost- und Westberlin.
Vielleicht hast du die beiden runden Leuchtkästen schon einmal gesehen, ohne zu wissen, was dahintersteckt.
Sie hängen über der Spree im mittleren Bereich der Hochbahnbrücke.
Darin erscheinen drei Handzeichen:
- Rot: Papier
- Gelb: Schere
- Blau: Stein
Die Zeichen wechseln zufallsgesteuert alle sechs Sekunden.
Das Spiel kennt jeder: Stein schlägt Schere, Schere schlägt Papier und Papier schlägt Stein.
Kein Zeichen gewinnt dauerhaft.
An einem Ort, an dem früher über Jahrzehnte eine streng bewachte Grenze verlief, ist das eine bemerkenswerte künstlerische Idee.
Aus dem ehemaligen Grenzübergang wurde ein Ort, an dem zwei Seiten miteinander spielen.
Die Installation ist besonders nach Einbruch der Dunkelheit zu erkennen. Laut Werkbeschreibung ist sie über Dämmerungsschalter bis 1 Uhr nachts geschaltet.
Wie wurde aus der Grenzbrücke ein Treffpunkt für Friedrichshain und Kreuzberg?
Nach der Wiedervereinigung entwickelte sich die Umgebung der Oberbaumbrücke zu einem Zentrum des Berliner Nachtlebens. Clubs, Bars, Kunst und die besondere Mischung aus Friedrichshain und Kreuzberg prägten den Ort.
Die Brücke wurde zum Treffpunkt zweier Kieze, die während der Teilung jahrzehntelang voneinander getrennt waren.
Dabei ging es nicht immer friedlich zu.
Was war die Gemüseschlacht auf der Oberbaumbrücke?
Bei der sogenannten Gemüseschlacht trafen sich ab den 1990er-Jahren Menschen aus Friedrichshain und Kreuzberg auf der Brücke und bewarfen sich mit Gemüse, Mehl und anderen ungefährlichen Wurfgeschossen.
Die Veranstaltung spielte mit der Rivalität zwischen beiden Stadtteilen.
Aus einer ehemaligen Staatsgrenze wurde eine ziemlich Berliner Form der Nachbarschaftspflege.
Und rundherum entwickelte sich die Clubszene.
Das Watergate auf der Kreuzberger Seite war über viele Jahre einer dieser Orte, an denen man nachts die Schlangen schon von Weitem sehen konnte.
Auf Friedrichshainer Seite kamen das RAW-Gelände, Bars und weitere Clubs dazu.
Wenn du mehr über diese Entwicklung lesen möchtest, findest du bei uns auch die Geschichte des Berghains und einen eigenen Artikel über Street Art und Graffiti in Berlin.
Lohnt sich die Oberbaumbrücke heute noch?
Ja, vor allem wenn du sie nicht nur als Fotomotiv betrachtest. Die Oberbaumbrücke ist ein guter Ausgangspunkt, um Friedrichshain und Kreuzberg zu Fuß zu entdecken und gleichzeitig mehrere Epochen Berliner Geschichte kennenzulernen.
Von der Brücke erreichst du die East Side Gallery, das Schlesische Tor, die Warschauer Straße und das RAW-Gelände.
Auch für einen Spaziergang zu zweit ist die Strecke interessant. Weitere Ideen findest du in unseren Date-Ideen für Berlin.
Mein Tipp: Geh einmal tagsüber über die Brücke und einmal am Abend.
Tagsüber erkennst du die Architektur besser. Abends kommen die Lichter der U-Bahn, die Spiegelungen auf der Spree und Goldbergs „Stein, Papier, Schere“ dazu.
Und falls du gerade erst anfängst, Berlin kennenzulernen: In unserem Artikel Berlin als Tourist zeigen wir dir, wie du die Stadt abseits eines klassischen Sehenswürdigkeiten-Marathons entdecken kannst.
Warum bleibt die Oberbaumbrücke für mich ein Stück Zuhause?
Weil ich mit dieser Brücke Erinnerungen verbinde, die nichts mit Reiseführern zu tun haben.
In den 2000ern habe ich fast jedes Silvester mit Familie oder Freunden auf der Oberbaumbrücke verbracht.
Überall Menschen, Straßenkünstler und Feuerwerk.
Die Raketen spiegelten sich in der Spree. In der Ferne konnte man den Molecule Man erkennen.
Und irgendwo zwischen all dem standen wir.
Meine Eltern erzählten Geschichten aus der DDR. Ich kannte die Brücke dagegen als Verbindung zwischen zwei Kiezen, zwischen denen man einfach hin und herlaufen konnte.
Für meine Eltern war diese Freiheit nicht selbstverständlich. Für mich war sie Alltag.
Vielleicht ist es genau das, was die Oberbaumbrücke für mich besonders macht.
Wenn ich dort heute stehe, sehe ich nicht nur ein Wahrzeichen.
Ich sehe ein Stück Familie. Ein Stück Friedrichshain.
Und ein Berlin, das sich immer weiter verändert.
Wenn du nach der Oberbaumbrücke noch tiefer in die Stadt eintauchen möchtest, findest du in unseren Artikeln zur Berliner Geschichte unter anderem die Geschichten der Weltzeituhr, des Fernsehturms, der Museumsinsel und des Teufelsbergs.
Berlin ist keine Sehenswürdigkeit. Berlin ist eine Stadt.
Wir sehen uns im ehrlichen Berlin – oder hier im nächsten Blog.
Haut rein 🖤
Quellen: Buch "Oberbaumbrücke" von BerlinUpdate24 | Buch "Berlin Friedrichshain" von Ralf Schmiedecke | Buch "Die Oberbaumbrücke in Berlin" von Barbara Hölkemann | VIELE DER BILDER IN DIESEM BEITRAG SIND BEISPIELBILDER UND STAMMEN NICHT VON DEN BESUCHTEN ORTEN.
Häufige Fragen zur Oberbaumbrücke
Wo befindet sich die Oberbaumbrücke in Berlin?
Die Oberbaumbrücke verbindet die Berliner Ortsteile Friedrichshain und Kreuzberg über die Spree. Sie liegt zwischen der Warschauer Straße auf Friedrichshainer Seite und der Schlesischen Straße auf Kreuzberger Seite. In unmittelbarer Nähe befinden sich die East Side Gallery und der U-Bahnhof Schlesisches Tor.
Warum heißt die Oberbaumbrücke Oberbaumbrücke?
Der Name stammt vom historischen Oberbaum, einer Sperranlage auf der Spree. Ein Baumstamm konnte quer über den Fluss gelegt werden, um Schiffe zu kontrollieren und Zölle zu erheben. Der Oberbaum markierte einst einen wichtigen Zugang zur Stadt Berlin.
Wann wurde die Oberbaumbrücke gebaut?
Die heutige Oberbaumbrücke wurde zwischen 1894 und 1896 nach Entwürfen des Architekten Otto Stahn errichtet. Sie ersetzte eine ältere Holzbrücke aus dem 18. Jahrhundert. Seit 1902 führt auch die Berliner Hochbahn über das Bauwerk.
War die Oberbaumbrücke ein Grenzübergang zwischen Ost- und Westberlin?
Ja. Während der deutschen Teilung verband die Oberbaumbrücke das Ost-Berliner Friedrichshain mit dem West-Berliner Kreuzberg. Nach dem Mauerbau 1961 wurde sie zunächst gesperrt und später als kontrollierter Fußgänger-Grenzübergang genutzt. Für Ost-Berliner war eine freie Überquerung nicht möglich.
Warum hat die Oberbaumbrücke zwei Türme?
Die beiden Türme erinnern an mittelalterliche Stadttore und verweisen auf die frühere Funktion der Oberbaumbrücke als Zugang zur Stadt. Architekt Otto Stahn gestaltete die Brücke im neugotischen Stil. Einer der Türme ist rund, der andere achteckig.
Welche U-Bahn fährt über die Oberbaumbrücke?
Die U-Bahn-Linien U1 und U3 fahren über die obere Ebene der Oberbaumbrücke. Sie verbinden die Bahnhöfe Schlesisches Tor und Warschauer Straße. Die Strecke gehört zur historischen Berliner Hochbahn, die 1902 eröffnet wurde.
Was bedeutet das Lichtspiel „Stein, Papier, Schere“ an der Oberbaumbrücke?
Die Lichtinstallation „Stein, Papier, Schere“ wurde 1997 vom Künstler Thorsten Goldberg geschaffen. Zwei runde Leuchtkästen zeigen wechselnde Handzeichen des bekannten Spiels. Das Kunstwerk befindet sich am ehemaligen Grenzübergang zwischen Ost- und Westberlin und greift das Verhältnis zwischen zwei Seiten auf, von denen keine dauerhaft gewinnt.
Kann man die Oberbaumbrücke zu Fuß überqueren?
Ja. Die Oberbaumbrücke ist zu Fuß zugänglich und verbindet Friedrichshain mit Kreuzberg. Besonders sehenswert sind die überdachten Fußgängergänge unterhalb der U-Bahn-Trasse. Von dort hast du einen Blick auf die Spree und die historische Backsteinarchitektur.
Wo kann man die Oberbaumbrücke am besten fotografieren?
Beliebte Fotoperspektiven findest du am Kreuzberger Spreeufer nahe der Schlesischen Straße und am Friedrichshainer Ufer bei der East Side Gallery. Auch direkt auf der Brücke bieten die Backsteingewölbe und die vorbeifahrende U-Bahn interessante Motive. Am Abend spiegeln sich die Lichter im Wasser.
Was kann man in der Nähe der Oberbaumbrücke unternehmen?
Von der Oberbaumbrücke erreichst du zu Fuß die East Side Gallery, das RAW-Gelände, die Warschauer Straße und das Schlesische Tor. Rund um die Brücke findest du außerdem Bars, Restaurants, Street Art und Spazierwege entlang der Spree. Sie eignet sich deshalb gut als Ausgangspunkt, um Friedrichshain und Kreuzberg zu erkunden.
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