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RAW Gelände Berlin:

Geschichte, Clubs, Street Art und die Zukunft eines Berliner Kulturortes

11. MAI 2026 - PHIL ERNST - BERLINER CONCIERGE

Das RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain verbindet über 150 Jahre Eisenbahngeschichte mit Street Art, Clubs, Flohmärkten und Berliner Subkultur. Wo früher Lokomotiven und Waggons repariert wurden, befinden sich heute Ateliers, Konzertlocations, Bars und Sportangebote. Doch hinter den besprühten Backsteinfassaden steckt eine Geschichte, die weit über das Berliner Nachtleben hinausgeht.

Foto von einem Wegweiser auf dem RAW-Gelände in Berlin

Was ist das RAW-Gelände in Berlin?

Das RAW-Gelände ist ein ehemaliges Reichsbahnausbesserungswerk an der Revaler Straße in Berlin-Friedrichshain. Seit der Stilllegung des Eisenbahnbetriebs entwickelte sich das Areal zu einem Kultur- und Freizeitstandort mit Clubs, Street Art, Gastronomie, Sportangeboten und soziokulturellen Projekten.

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Schienen auf dem ehemaligen RAW-gelände in Berlin

Was kann man auf dem RAW-Gelände machen?

Auf dem RAW-Gelände kannst du Konzerte besuchen, feiern, Graffiti entdecken, skaten, bouldern oder über den sonntäglichen Flohmarkt schlendern. Besonders bekannt sind das Cassiopeia, das Astra Kulturhaus, Urban Spree und die zahlreichen bemalten Industriegebäude.

Foto  einer typischen Reichsbahn in Berlin auf Schienen.

Fakten auf einen Blick

  • Standort: Revaler Straße 99, Berlin-Friedrichshain
  • Eröffnung als Eisenbahnwerkstatt: 1867
  • Ursprünglicher Name: Königlich-Preußische Eisenbahnwerkstatt Berlin II
  • Bedeutung RAW: Reichsbahnausbesserungswerk
  • Stilllegung des Bahnbetriebs: schrittweise bis 1995
  • Beginn der kulturellen Zwischennutzung: 1999
  • Bekannt für: Clubs, Konzerte, Street Art, Flohmarkt und Industriekultur
  • Eintritt: Gelände grundsätzlich kostenlos zugänglich
  • Flohmarkt: sonntags, regulär 8–17 Uhr
  • Anreise: S+U Warschauer Straße | Frankfurter Tor
  • Besonderheit: Teile der historischen Industriegebäude stehen unter Denkmalschutz
Foto vom besprühten Außengelände vom Berghain.

So Freunde,

das RAW ist für mich kein Ort, den ich irgendwann entdeckt habe.

Das RAW war einfach immer da.

Ich bin ungefähr zehn Minuten von hier aufgewachsen. Simon-Dach-Straße direkt um die Ecke. Warschauer Straße praktisch vor der Haustür.

Und wenn du in Friedrichshain in den 2000ern groß geworden bist, dann kamst du am RAW sowieso nicht vorbei.

Damals standen zwischen Dönerladen, erstem Eingangstor und Warschauer Brücke oft noch dutzende Dealer herum. Touristen gab es auch damals schon genug – aber Friedrichshain fühlte sich trotzdem komplett anders an als heute.

Wie oft ich dort versackt bin?

Ich kann es nicht zählen.

Foto einer vollgesprühten Wand auf dem Berliner RAW-Gelände.

Das RAW-Gelände und meine Jugend in Friedrichshain

Freitagabende Kickern und trinken im Cassiopeia mit alten Klassenkameraden.

Mittwochs Drum & Bass im Suicide Circus mit meinen Gastro-Kollegen. Regelmäßig. Voll. Schweiß, Bass und morgens irgendwann wieder raus Richtung nach Hause.

Konfetti-Nächte im Astra Kulturhaus. Und genau dort hatten wir später auch unsere Abi-Partys – Berliner erinnern sich.

Wir suchten damals nach einer Location, die man als Schüler überhaupt bezahlen konnte.

Das Astra war perfekt: keine Miete, solange genug Leute kommen.

Später kamen Konzerte, kleine Hip-Hop-Festivals und etliche Nächte, an die ich mich teilweise auch lieber nicht mehr erinnern möchte.

Das erste Mal abgezogen wurde ich übrigens genau hier.

Ich war zwölf. Willkommen in Berlin der 2000er. (Ja, ich weiß, ihr erlebt es anders)

Und das letzte richtig große RAW-Erlebnis?

August 2025. Spontane Pop-up-Show von Fritz Kalkbrenner vor der Skatehalle.

Über Social Media wenige Tage vorher angekündigt. Eigentlich kam man nur über Kontakte an Tickets.

Gespielt aus dem Eiswagen mit Gratis-Eis.

Tausende Menschen. Unvergesslich.

Aber um zu verstehen, warum dieser Ort überhaupt existiert, müssen wir deutlich weiter zurück.

Die meisten erleben Berlin immer gleich.
Sehenswürdigkeiten, lange Wege, viel Googeln.
Und am Ende: viel gesehen, aber wenig verstanden.

Berlin funktioniert anders.
Die Stadt zeigt sich nicht über Hotspots –
sondern über Orte, die man kennen muss.

Ich bin Berliner und arbeite seit Jahren in der Hotellerie
und sehe täglich, wie Besucher die Stadt erleben – und oft falsch einschätzen.

Genau deshalb habe ich über 500 echte Orte in Berlin gesammelt.
Keine Touri-Spots. Keine klassischen Listen.
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Foto von den bemalten Wänden auf dem RAW-Gelände in Berlin.

Warum heißt das RAW-Gelände eigentlich RAW?

RAW steht für Reichsbahnausbesserungswerk. Der Name stammt aus der Zeit, als auf dem Gelände Eisenbahnfahrzeuge gewartet, repariert und wieder einsatzfähig gemacht wurden.

Das Kürzel ist geblieben, obwohl die ursprüngliche Nutzung längst verschwunden ist.

Interessant ist dabei, dass das Werk bei seiner Eröffnung noch gar nicht RAW hieß.

1867 entstand hier die Königlich-Preußische Eisenbahnwerkstatt Berlin II. Erst nach dem Ende der Monarchie setzte sich die Bezeichnung Reichsbahnausbesserungswerk durch.

Heute kennen viele Besucher das RAW ausschließlich als Partyort. Der Name erinnert allerdings an einen der bedeutenden ehemaligen Industriestandorte Friedrichshains.

Couch vor eine. großen Graffiti in Berlins Innenstadt.

Die Geschichte des RAW-Geländes beginnt 1867

Die Geschichte des RAW ist eng mit der Industrialisierung Berlins und dem Ausbau der preußischen Eisenbahn verbunden.

Am 1. Oktober 1867 nahm die Königlich-Preußische Eisenbahnwerkstatt Berlin II ihren Betrieb auf.

Fast gleichzeitig eröffnete wenige hundert Meter entfernt der damalige Ostbahnhof, auch Küstriner Bahnhof genannt.

Nicht zu verwechseln mit dem heutigen Berliner Ostbahnhof!

Von hier führte die Preußische Ostbahn über Küstrin und Königsberg bis in Richtung der damaligen russischen Grenze.

Die Eisenbahn verband Wirtschaftsregionen, transportierte Waren und veränderte die Entwicklung der wachsenden Hauptstadt.

Lokomotiven und Waggons mussten regelmäßig instand gehalten werden. Dafür benötigte die Bahn große Werkstätten mit Gleisanschlüssen, Materiallagern und qualifizierten Arbeitern.

1882 wurde das Werk erweitert.

Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs arbeiteten hier rund 1.200 Menschen. 

Foto von einem Arbeiter im 19. Jahrhundert in schwarz weiss.

Ein Arbeitsplatz für Generationen von Friedrichshainern

Das Eisenbahnwerk war nicht einfach eine große Reparaturhalle.

Auf dem Gelände befanden sich unter anderem Metall- und Holzwerkstätten, Ausbildungsbereiche, Verwaltungsgebäude, eine Kantine und medizinische Einrichtungen.

Für viele Familien bedeutete das RAW über Generationen einen sicheren Arbeitsplatz.

Die Entwicklung des Werks ist deshalb auch ein Stück Berliner Arbeitergeschichte.

Friedrichshain war damals kein Ausgehviertel mit Cocktailbars und Vintage-Läden. Industrie, Eisenbahn, Mietskasernen und Arbeiterfamilien bestimmten große Teile des Alltags.

Altes Gebäude aus Ost-Berlin, welches heute als Lost-Place bekannt ist.

Das RAW-Gelände während der NS-Zeit und des Zweiten Weltkriegs

Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde auch das Reichsbahnausbesserungswerk Teil des Systems der Zwangsarbeit.

Auf dem Gelände mussten Menschen unter Zwang arbeiten. Historische Darstellungen nennen rund 2.000 eingesetzte Zwangsarbeiter während der NS-Zeit.

Sie wurden zur Aufrechterhaltung des Eisenbahnbetriebs eingesetzt, während Deutschland Krieg führte und immer mehr Arbeitskräfte fehlten.

Dieses Kapitel gehört zur Geschichte des RAW genauso wie die spätere DDR-Zeit und die heutige Clubkultur.

Im Februar 1944 trafen schwere alliierte Luftangriffe das Werk.

Rund 80 Prozent der Gebäudesubstanz wurden zerstört.

Besonders betroffen waren die Bereiche entlang der Gleisanlagen. Teile der Gebäude an der Revaler Straße und die historische Geländemauer überstanden dagegen die Bombardierungen. 

Foto einer besprühten alten Fabrik mit abgeblätterten alten Wänden.

Das RAW in der DDR: Eisenbahnwerk statt Partymeile

Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ die sowjetische Besatzungsmacht das beschädigte Werk wieder aufbauen.

In der DDR wurde das RAW zu einem bedeutenden Betrieb der Deutschen Reichsbahn.

Hier arbeiteten zeitweise bis zu 1.700 Menschen.

Die Beschäftigten reparierten Eisenbahnfahrzeuge, absolvierten Ausbildungen und verbrachten einen großen Teil ihres Berufslebens auf dem Gelände.

Neben Werkhallen und Lagergebäuden gehörten auch eine Berufsschule, eine Kantine und ein medizinisches Ambulatorium zum Betriebsalltag.

Was ältere Friedrichshainer über das RAW erzählen, klingt deshalb komplett anders als heutige Clubgeschichten.

Hämmer auf Metall. Quietschen. Kälte. Offene Hallen im Winter.

Viele kennen das RAW nicht als Partyort, sondern als Arbeitsplatz.

tanzende Personen in einem urbanen dunklen Techno-Club.

Wer war Franz Stenzer?

1967 erhielt das Werk zu seinem hundertjährigen Bestehen den Namen Reichsbahnausbesserungswerk Franz Stenzer.

Franz Stenzer war ein bayerischer Eisenbahner und kommunistischer Reichstagsabgeordneter.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er verfolgt und 1933 im Konzentrationslager Dachau ermordet.

Die DDR benannte das Werk zu seinem Gedenken nach ihm.

Sein Name erinnert an die politische Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. 

Foto vom Trödelmarkt auf dem RAW-Gelände.

Was passierte mit dem RAW-Gelände nach der Wende?

Nach der Wiedervereinigung verlor das Reichsbahnausbesserungswerk seine bisherige Bedeutung.

Die Deutsche Bahn benötigte nicht mehr sämtliche Reparaturkapazitäten der ehemaligen DDR-Reichsbahn.

Am 31. Oktober 1991 wurde die schrittweise Stilllegung angekündigt.

Bis 1995 verschwand der Großteil des ursprünglichen Betriebs. Lediglich einzelne Bereiche wurden weiterhin für Eisenbahnarbeiten genutzt.

Zurück blieben große Werkhallen, leerstehende Gebäude und eine ungewisse Zukunft.

Und selbst meine Eltern haben mir früher vom RAW erzählt.

Wie das Gelände nach der Wende erstmal leer stand.

Wie viele im Kiez Angst hatten, dass das ganze Areal irgendwann komplett verfällt.

Dass ausgerechnet daraus später einer der bekanntesten Kulturorte Berlins wurde, hätte damals wohl kaum jemand gedacht.

Solche ehemaligen Industrieflächen prägten das Berlin der Nachwendezeit. Mehr davon findest du in unserem Artikel über Lost Places in Berlin.

Foto einer vollgesprühten, bunten wand in berlin.

Wie wurde aus dem RAW ein Berliner Kulturort?

1999 begann die organisierte kulturelle Zwischennutzung des ehemaligen Eisenbahnwerks.

Mit Unterstützung des Bezirksamtes Friedrichshain erreichte der Verein RAW-Tempel eine zunächst dreijährige Nutzungserlaubnis.

Im Juli 1999 zogen erste Kunst- und Kulturprojekte auf das Gelände.

Aus ehemaligen Betriebsgebäuden entstanden Ateliers, Proberäume, Werkstätten, Theaterflächen und Veranstaltungsorte.

Hinzu kamen eine Musikschule, der Kinderzirkus Zack, Vereinsangebote und soziokulturelle Projekte.

Über 50 Projektpartner beteiligten sich zeitweise an der Entwicklung des Kulturzentrums.

Der RAW-Tempel war damit weit mehr als eine Ansammlung von Clubs.

Er schuf Räume für Menschen, die in der zunehmend kommerzialisierten Stadt nicht selbstverständlich Platz fanden. 

Polizeiwagen in Berlin vor einer grünen Ampel

Warum die Zwischennutzung für Berlin so wichtig war

Das RAW steht beispielhaft für eine Entwicklung, die Berlin nach 1989 stark geprägt hat.

Leerstehende Gebäude und ungeklärte Zukunftsperspektiven ermöglichten vergleichsweise günstige Räume für Kunst, Musik und alternative Lebensentwürfe.

Was ursprünglich nur vorübergehend gedacht war, entwickelte sich vielerorts zu einem dauerhaften Bestandteil der Berliner Kultur.

Ähnliche Entwicklungen gab es auch an anderen ehemaligen Industrie- und Verkehrsstandorten.

Das Besondere am RAW: Hier existieren historische Bausubstanz, Soziokultur, Nachtleben und Freizeitangebote bis heute unmittelbar nebeneinander.

Foto von einem besprühten Gebäude auf dem RAW-Gelände in Berlin.

Was erinnert heute noch an das alte Eisenbahnwerk?

Wenn du über das RAW-Gelände läufst, findest du noch zahlreiche Spuren seiner industriellen Vergangenheit.

Besonders interessant sind die historischen Gebäude entlang der Revaler Straße.

Auch die alte Geländemauer, das Haupttor und mehrere ehemalige Betriebsgebäude gehören zum geschützten historischen Bestand.

Ein Teil der Gebäude überstand bereits die Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs.

Andere Bereiche wurden nach 1945 wieder aufgebaut oder später umgestaltet.

Wer genauer hinschaut, erkennt noch immer die ursprüngliche Funktion des Geländes: große Hallen, Backsteinfassaden, ehemalige Werkstattbereiche und die räumliche Verbindung zur Eisenbahn.

Die Berliner Geschichtswerkstatt RAW beschäftigt sich ausdrücklich mit der Erforschung dieser Vergangenheit. 

foto von menschen vor einem berliner Club.

Was kann man heute auf dem RAW-Gelände machen?

Heute gehört das RAW zu den bekanntesten Kultur- und Ausgehorten Friedrichshains.

Ein klassischer Berlin Insider-Tipp ist es längst nicht mehr.

Trotzdem lohnt es sich, das Gelände genauer kennenzulernen.

Cassiopeia und Astra Kulturhaus

Das Cassiopeia gehört zu den etablierten Club- und Konzertlocations auf dem RAW.

Hier treffen alternative Clubnächte, Konzerte und ein großer Sommergarten aufeinander.

Das Astra Kulturhaus ist dagegen besonders für Konzerte und Partys bekannt.

Für mich persönlich sind beide Orte ohnehin ein Stück Jugendgeschichte.

Urban Spree, Lokschuppen und weitere Locations

Urban Spree verbindet Street Art, Ausstellungen, Konzerte und Veranstaltungen.

Der Lokschuppen, früher Suicide Circus, gehört zu den bekannten Adressen für elektronische Musik.

Dazu kommen unter anderem Crack Bellmer, MAAYA und die Bar zum schmutzigen Hobby.

Auch die Teledisko, eine kleine Telefonzelle, die sich in einen Mini-Club verwandelt, gehört zu den ungewöhnlicheren Angeboten.

Eine aktuelle Übersicht der Betreiber findest du auf der offiziellen RAW-Gelände-Seite.

Sport, Kinderzirkus und Freizeit

Das RAW besteht nicht ausschließlich aus Bars und Nachtleben.

Hier findest du unter anderem:

  • Skatehalle Berlin
  • Boulderangebote
  • Kletterkegel
  • Kinderzirkus Zack
  • Ateliers und Werkstätten
  • Wechselnde Kulturveranstaltungen

Gerade diese Mischung unterscheidet das Gelände von einer gewöhnlichen Clubmeile.

Street Art und Graffiti auf dem RAW-Gelände

Das RAW gehört zu den bekanntesten Orten für Street Art und Graffiti in Berlin.

Besprühte Backsteinwände, großflächige Murals, Sticker und Tags prägen große Teile des Areals.

Manche Arbeiten bleiben über Jahre erhalten, andere verschwinden unter neuen Farbschichten.

Gerade dieser ständige Wandel gehört zur Graffiti-Kultur.

Das RAW ist deshalb kein Freiluftmuseum mit einer dauerhaft festgelegten Ausstellung.

Die Wände verändern sich, genauso wie die Stadt.

Stand am Boxhagener Platz Trödelmarkt mit Klamotten, Büchern und Schallplatten.

Wann ist Flohmarkt auf dem RAW-Gelände?

Der RAW-Flohmarkt findet regulär jeden Sonntag von 8 bis 17 Uhr statt.

Zwischen alten Industriegebäuden verkaufen überwiegend private Händler Kleidung, Schallplatten, Schmuck, Antiquitäten, Kunsthandwerk und allerlei Berliner Trödel.

Dazu kommen Streetfood und kleinere Designangebote.

Der Eintritt ist kostenlos.

Aktuelle Informationen findest du beim RAW-Flohmarkt. 

Kostet das RAW-Gelände Eintritt?

Nein. Das RAW-Gelände selbst ist grundsätzlich kostenlos zugänglich.

Für einzelne Clubs, Konzerte, Sportangebote und besondere Veranstaltungen können Eintrittspreise anfallen.

Du kannst also auch ohne Ticket über das Gelände laufen, die historischen Gebäude anschauen oder Street Art entdecken.

Ist das RAW-Gelände gefährlich?

Das RAW hatte über Jahre einen schwierigen Ruf.

Drogenhandel, Diebstähle, Gewaltvorfälle und Lärmbeschwerden waren immer wieder Thema – besonders rund um die Warschauer Straße.

Gleichzeitig besuchen täglich Familien, Berliner, Skater, Künstler, Clubgänger und Touristen das Gelände.

Tagsüber ist das RAW ein viel besuchter Kultur- und Freizeitort. Nachts verändert sich die Atmosphäre durch die Clubs und das Publikum rund um die Warschauer Straße.

Wie an anderen stark frequentierten Ausgehorten solltest du auf deine Wertsachen achten und deine Umgebung im Blick behalten.

Das RAW ist kein Ort, vor dem du grundsätzlich Angst haben musst. Aber auch keiner, an dem du jede Vorsicht vergessen solltest.

Zwillingstürme am Frankfurter Tor  in der Skyline von Berlin.

Was passiert mit dem RAW-Gelände? Die Zukunft zwischen Kultur und Neubauten

Die Zukunft des RAW-Geländes ist seit Jahren Gegenstand von Auseinandersetzungen zwischen Eigentümern, Politik, Kulturschaffenden und Anwohnern.

Im Mittelpunkt stehen die wirtschaftliche Entwicklung des Areals und der Erhalt seiner kulturellen Nutzung.

Im August 2026 wurde eine wichtige Einigung zwischen der Kurth-Gruppe, dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und der Berliner Senatsverwaltung bekannt gegeben.

Für das sogenannte Soziokulturelle L wurde eine zunächst zweijährige Zwischennutzung mit Verlängerungsoption vereinbart.

Langfristig soll der Kulturbereich gesichert werden.

Gleichzeitig sollen die Planungsziele für RAW-West angepasst werden. Neben Gewerbe und Einzelhandel ist künftig auch Wohnbebauung vorgesehen.

Das Bebauungsplanverfahren soll nach aktuellem Planungsstand bis März 2029 abgeschlossen werden. 

Die Entwicklung bleibt damit ein Beispiel für eine grundsätzliche Frage der Berliner Stadtentwicklung:

Wie lassen sich gewachsene Kulturorte erhalten, wenn die Grundstücke wirtschaftlich immer wertvoller werden?

Für mich ist das RAW nicht einfach eine Partymeile.

Hier hängen persönliche Erinnerungen, Arbeitergeschichte und die Entwicklung eines ganzen Kiezes zusammen.

Foto von einer Lichterkette im Außenebereich eines Clubs.

Lohnt sich das RAW-Gelände heute noch?

Ja. Besonders dann, wenn du nicht ausschließlich die bekannten Sehenswürdigkeiten Berlins sehen möchtest.

Das RAW verbindet Geschichte, Kultur, Nachtleben und Berliner Alltag auf engem Raum.

Am besten kommst du tagsüber vorbei, wenn du die historischen Gebäude und Graffiti in Ruhe entdecken möchtest. Sonntags kannst du deinen Besuch mit dem Flohmarkt verbinden.

Abends verändert sich das Gelände und wird zu einem der bekannten Ausgehorte Friedrichshains.

Wenn du anschließend noch mehr vom Kiez entdecken möchtest, findest du in unseren Artikeln über das Frankfurter Tor, die Oberbaumbrücke und den Volkspark Friedrichshain weitere Geschichten aus dieser Ecke Berlins.

Und wenn du nicht jeden Ort einzeln zusammensuchen möchtest: In unserem Berlin Insider Guide haben wir über 500 Orte gesammelt – direkt in Google Maps und für deine eigene Berlin-Erkundung.

Berlin ist keine Sehenswürdigkeit. Berlin ist eine Stadt.

Wir sehen uns im ehrlichen Berlin – oder hier im nächsten Blog.

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Häufige Fragen zum RAW-Gelände

Wo befindet sich das RAW-Gelände in Berlin?

Das RAW-Gelände liegt an der Revaler Straße 99 in Berlin-Friedrichshain, unmittelbar am Bahnhof Warschauer Straße. Du erreichst es mit der S-Bahn, U-Bahn oder Tram. Von der Warschauer Brücke sind es nur wenige Gehminuten bis zum Eingang.

Was bedeutet RAW-Gelände?

RAW steht für Reichsbahnausbesserungswerk. Auf dem Gelände wurden seit 1867 Eisenbahnfahrzeuge repariert und gewartet. Nach der Stilllegung des Bahnbetriebs entwickelte sich das ehemalige Industriegelände zu einem bekannten Berliner Kultur- und Freizeitort.

Was kann man auf dem RAW-Gelände machen?

Auf dem RAW-Gelände kannst du Street Art entdecken, Konzerte besuchen, feiern, skaten, bouldern oder über den sonntäglichen Flohmarkt schlendern. Außerdem befinden sich dort zahlreiche Bars, Clubs, Ateliers und soziokulturelle Projekte. Besonders bekannt sind das Cassiopeia, das Astra Kulturhaus und Urban Spree.

Ist das RAW-Gelände kostenlos zugänglich?

Ja, das RAW-Gelände in Friedrichshain ist grundsätzlich kostenlos zugänglich. Du kannst die historischen Industriegebäude und öffentlich zugänglichen Graffiti ohne Eintritt besichtigen. Für einzelne Clubs, Konzerte, Sportangebote und Veranstaltungen können jedoch Eintrittspreise anfallen.

Wann findet der Flohmarkt auf dem RAW-Gelände statt?

Der RAW-Flohmarkt findet regulär jeden Sonntag von 8 bis 17 Uhr statt. Angeboten werden unter anderem Secondhand-Kleidung, Schallplatten, Schmuck, Antiquitäten und Kunsthandwerk. Der Eintritt ist kostenlos. Da sich Öffnungszeiten ändern können, solltest du aktuelle Termine vor deinem Besuch überprüfen.

Welche Clubs gibt es auf dem RAW-Gelände?

Zu den bekannten Clubs und Veranstaltungsorten auf dem RAW-Gelände gehören das Cassiopeia, das Astra Kulturhaus und der Lokschuppen, früher Suicide Circus. Auch Urban Spree, Crack Bellmer und die Bar zum schmutzigen Hobby gehören zum Kultur- und Nachtleben des Areals. Musikrichtungen und Veranstaltungen unterscheiden sich je nach Location und Wochentag.

Ist das RAW-Gelände nachts gefährlich?

Das RAW-Gelände ist ein stark frequentierter Ausgehort, an dem es in der Vergangenheit wiederholt Probleme mit Drogenhandel, Diebstählen und Gewalt gab. Tagsüber besuchen auch Familien und Touristen das Gelände. Nachts solltest du besonders rund um die Warschauer Straße auf deine Wertsachen und deine Umgebung achten.

Kann man das RAW-Gelände mit Kindern besuchen?

Ja, das RAW-Gelände bietet auch Aktivitäten für Familien mit Kindern. Dazu gehören unter anderem der Kinderzirkus Zack, Sportangebote und der sonntägliche Flohmarkt. Für einen Familienbesuch eignen sich besonders die Tagesstunden, da sich die Atmosphäre abends durch das Club- und Nachtleben verändert.

Warum ist das RAW-Gelände für Berlin so wichtig?

Das RAW-Gelände verbindet Berliner Industriegeschichte mit der Entwicklung der alternativen Kultur nach der Wiedervereinigung. Seit 1867 wurde hier Eisenbahngeschichte geschrieben, bevor ab 1999 Künstler, Musiker und Kulturvereine die leerstehenden Gebäude nutzten. Heute ist das RAW ein Beispiel dafür, wie ehemalige Industrieflächen zu kulturellen Freiräumen werden können.

Wird das RAW-Gelände in Berlin abgerissen?

Eine vollständige Beseitigung des RAW-Geländes ist nach den im August 2026 bekannt gegebenen Planungsvereinbarungen nicht vorgesehen. Teile des RAW-West-Geländes sollen neu entwickelt werden, während das sogenannte Soziokulturelle L langfristig gesichert werden soll. Die weitere Entwicklung hängt unter anderem vom Bebauungsplanverfahren und den vertraglichen Vereinbarungen ab.