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Berlin Weltzeituhr:
Geschichte, DDR & Berliner Perspektive zur Urania-Uhr am Alexanderplatz
Die Berlin Weltzeituhr gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen am Alexanderplatz. Die 1969 in der DDR errichtete Urania-Weltzeituhr zeigt die Uhrzeiten verschiedener Städte auf der ganzen Welt und ist seit Jahrzehnten ein beliebter Berliner Treffpunkt. Hinter der zehn Meter hohen Konstruktion stecken DDR-Design, ungewöhnliche Technik und ein Stück deutsch-deutsche Geschichte.
Was ist die Urania-Weltzeituhr in Berlin?
Die Urania-Weltzeituhr ist eine öffentliche Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz in Berlin-Mitte. Sie wurde vom Industriedesigner Erich John entworfen und zeigt mithilfe eines rotierenden Stundenrings die Uhrzeiten verschiedener Städte und Zeitzonen. Seit 2015 steht das Bauwerk unter Denkmalschutz.
Das Berlin, das Berliner empfehlen.
Wann wurde die Weltzeituhr am Alexanderplatz gebaut?
Die Berliner Weltzeituhr wurde zwischen Ende 1968 und September 1969 gebaut und am 30. September 1969 eingeweiht. Sie entstand im Rahmen der sozialistischen Neugestaltung des Alexanderplatzes zum 20. Jahrestag der DDR.
Fakten auf einen Blick
- Vollständiger Name: Urania-Weltzeituhr
- Standort: Alexanderplatz, 10178 Berlin-Mitte
- Entwurf: Erich John
- Bauzeit: rund neun Monate
- Einweihung: 30. September 1969
- Höhe: rund 10 Meter
- Gewicht: etwa 16 Tonnen
- Besonderheit: 24 Zeitzonen und ein rotierendes Planetensystem
- Städtenamen: ursprünglich 80, heute laut offizieller Weltzeituhr-Website 146 Städte und Regionen
- Denkmalschutz: seit Juli 2015
- Eintritt: kostenlos und rund um die Uhr zugänglich
So Freunde,
wer kennt sie nicht, die Weltzeituhr am Alex?
Für viele ist sie ein Fotomotiv. Für andere ein Stück DDR-Geschichte. Und für mich war sie über Jahre vor allem der Ort, an dem man sich getroffen hat, bevor es irgendwo anders hinging.
Dabei steckt hinter dieser Uhr deutlich mehr, als ich selbst lange wusste.
Ein umgebautes Trabant-Getriebe, westdeutsche Kugellager, politische Proteste und ein Designer, der mitten im geteilten Berlin ein Symbol für Weltoffenheit schaffen wollte.
Fangen wir vorne an.
Warum wurde die Weltzeituhr in Berlin gebaut?
Die Weltzeituhr entstand im Zuge der sozialistischen Neugestaltung des Alexanderplatzes. Die DDR-Führung wollte Ost-Berlin als moderne Hauptstadt präsentieren und den kriegszerstörten Platz zu einem großzügigen Stadtzentrum umgestalten.
Der Alex sollte nicht einfach wiederaufgebaut werden. Er sollte ein neues Gesicht bekommen.
Große Freiflächen, moderne Gebäude, Kunst im öffentlichen Raum und der nahegelegene Berliner Fernsehturm gehörten zu diesem Konzept.
Die Weltzeituhr wurde am 30. September 1969 durch den Ost-Berliner Oberbürgermeister Herbert Fechner eingeweiht. Wenige Tage später folgte am 3. Oktober der Fernsehturm.
Beide Bauwerke waren Teil der Vorbereitungen zum 20. Jahrestag der DDR am 7. Oktober 1969.
Interessant ist dabei der politische Widerspruch: Auf dem zentralen Platz Ost-Berlins stand plötzlich eine Uhr, die Städte aus aller Welt zeigte.
Gleichzeitig konnten viele DDR-Bürger aufgrund der staatlichen Reisebeschränkungen nicht frei in diese Welt reisen.
Die meisten erleben Berlin immer gleich.
Sehenswürdigkeiten, lange Wege, viel Googeln.
Und am Ende: viel gesehen, aber wenig verstanden.
Berlin funktioniert anders.
Die Stadt zeigt sich nicht über Hotspots –
sondern über Orte, die man kennen muss.
Ich bin Berliner und arbeite seit Jahren in der Hotellerie
und sehe täglich, wie Besucher die Stadt erleben – und oft falsch einschätzen.
Genau deshalb habe ich über 500 echte Orte in Berlin gesammelt.
Keine Touri-Spots. Keine klassischen Listen.
Sondern Orte, die hier wirklich funktionieren –
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Warum heißt sie Urania-Weltzeituhr?
Der Name Urania-Weltzeituhr geht auf eine historische Uraniasäule zurück, die 1966 bei Abrissarbeiten am Alexanderplatz gefunden wurde.
Die historische Uraniasäule war eine öffentliche Uhrensäule mit zusätzlichen Messinstrumenten. Sie wurde von der Uhrenfabrik Urania hergestellt und gab der späteren Weltzeituhr ihren Namen.
Solche Säulen standen bereits um 1900 im Berliner Stadtbild. Sie kombinierten öffentliche Uhren mit meteorologischen Messinstrumenten und dienten Passanten zur zeitlichen und wetterkundlichen Orientierung.
Urania ist außerdem der Name der Muse der Sternkunde aus der griechischen Mythologie.
Bei der Neugestaltung des Alexanderplatzes sollte die Idee der historischen Säule wieder aufgegriffen werden.
Der Designer Erich John entwickelte daraus jedoch etwas anderes als eine gewöhnliche Straßenuhr: eine Konstruktion, die gleichzeitig Zeitmessung, Weltkarte und astronomisches Modell miteinander verbindet.
Aus einem historischen Fund wurde eines der bekanntesten Designobjekte der DDR.
Wer hat die Berliner Weltzeituhr entworfen?
Die Weltzeituhr wurde vom Industriedesigner Erich John entworfen. Er unterrichtete damals Formgestaltung an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und beteiligte sich an der Neugestaltung des Alexanderplatzes.
John wollte mit seinem Entwurf nicht nur eine funktionierende Uhr schaffen.
In späteren Interviews erklärte er, dass die Weltzeituhr auch ein Gegenbild zur Berliner Mauer darstellen sollte: ein Symbol für Weltoffenheit, Toleranz und wissenschaftlichen Fortschritt.
Während die Mauer Berlin teilte, zeigte sein Entwurf die Zeit in Städten auf allen Kontinenten.
New York, Moskau, Tokio, Havanna und viele weitere Orte standen damit unmittelbar nebeneinander.
Die DDR-Führung konnte die Konstruktion als Zeichen technischen Fortschritts präsentieren. John verband mit ihr zugleich eine weitergehende Vorstellung von einer Welt ohne trennende Grenzen.
2021 erhielt er für sein gestalterisches Lebenswerk das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Wie wurde die Weltzeituhr in nur neun Monaten gebaut?
Die Weltzeituhr wurde innerhalb von rund neun Monaten gebaut. An der Umsetzung beteiligten sich laut offizieller Weltzeituhr-Website 124 freiwillige Arbeiter in sogenannten Feierabendbrigaden.
Das waren Arbeitsgruppen, die zusätzlich zu ihrer regulären Tätigkeit an dem Projekt arbeiteten.
Erich John übernahm selbst die Bauleitung und koordinierte verschiedene Betriebe und Fachleute.
Eine besondere Herausforderung waren die großen Kugellager, die für die Drehbewegung der Konstruktion benötigt wurden.
DDR-Betriebe konnten diese nicht innerhalb der kurzen Bauzeit liefern.
John setzte deshalb durch, dass entsprechende Bauteile beim westdeutschen Hersteller Rothe Erde in Dortmund beschafft wurden. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk berichtete er später von seiner Forderung nach 10.000 Westmark für die benötigten Kugellager.
Ausgerechnet ein Prestigeprojekt der DDR war damit teilweise auf westdeutsche Technik angewiesen.
Die fertige Konstruktion brachte rund 16 Tonnen auf die Waage und erreichte eine Höhe von etwa zehn Metern.
Wie funktioniert die Weltzeituhr am Alexanderplatz?
Die Weltzeituhr besteht aus einem großen Zylinder mit 24 Seiten, die schematisch den 24 Hauptzeitzonen der Erde entsprechen.
Auf den Aluminiumplatten stehen die Namen verschiedener Städte und Regionen.
Im Inneren dreht sich ein Stundenring, an dem sich die jeweilige Ortszeit ablesen lässt. Die Städtenamen bleiben dabei an ihrer Position, während sich die Zeitanzeige bewegt.
Ursprünglich waren 80 Städtenamen auf der Uhr angebracht. Heute nennt die offizielle Weltzeituhr-Website 146 Städte und Regionen. Bei meiner eigenen Zählung kam ich sogar auf 148.
Über dem Zylinder befindet sich ein vereinfachtes Modell des Sonnensystems.
Es zeigt die Planeten auf ihren stilisierten Umlaufbahnen und dreht sich einmal pro Minute.
Auch der Boden gehört zur Gestaltung: Unter der Uhr liegt ein Steinmosaik in Form einer Windrose.
Die gesamte Konstruktion verbindet damit drei unterschiedliche Orientierungssysteme: Weltzeit, Astronomie und Himmelsrichtungen.
Warum steckt ein Trabant-Getriebe in der Weltzeituhr?
Ein umgebautes Trabant-Getriebe gehört bis heute zu den ungewöhnlichsten technischen Besonderheiten der Weltzeituhr.
Unter dem Alexanderplatz befindet sich ein Technikraum, in dem ein Elektromotor das Getriebe antreibt. Dieses überträgt die Bewegung auf einen Zahnkranz und damit auf den rotierenden Stundenring.
Die Konstruktion stammt aus der DDR-Zeit.
Bei der Restaurierung 1997 wurde der elektrische Antrieb modernisiert, das umgebaute Trabant-Getriebe blieb jedoch erhalten.
Seitdem wird die Uhr zusätzlich mithilfe eines präzisen Zeitzeichensignals synchronisiert, damit sich kleinere Abweichungen nicht dauerhaft summieren.
Oben zeigt die Weltzeituhr die Zeit verschiedener Kontinente. Unter dem Alexanderplatz arbeitet ein Stück DDR-Automobiltechnik, unterstützt von westdeutschen Kugellagern.
Ein technisches Detail, das die deutsch-deutsche Geschichte dieses Bauwerks ziemlich gut zusammenfasst.
Die Restaurierung von 1997 – als die Weltzeituhr eine neue Weltkarte bekam
Nach der Wiedervereinigung blieb die Weltzeituhr erhalten. 1997 wurde sie umfassend restauriert und technisch modernisiert.
Dabei veränderte sich auch ihre Weltkarte.
Die ursprünglichen Städtenamen spiegelten teilweise die politischen Verhältnisse der DDR-Zeit wider. Nach dem Ende des Kalten Krieges mussten Bezeichnungen und Zeitzonen angepasst werden.
Beispielsweise wurde Leningrad wieder zu Sankt Petersburg und Alma-Ata zu Almaty. Auch historische Bezeichnungen wie Pressburg, der deutsche Name für Bratislava, spielten bei der Überarbeitung eine Rolle. Weitere Städte wie Jerusalem und Tel Aviv wurden ergänzt.
Insgesamt kamen bei der Restaurierung 20 Städtenamen hinzu. Die Arbeiten kosteten rund 350.000 D-Mark.
Interessant ist, dass bereits die ursprüngliche Auswahl der Städte politische Hintergründe hatte. Jerusalem und Kapstadt waren beispielsweise nicht berücksichtigt worden.
Die Weltzeituhr zeigte also nicht nur die Welt, sondern auch, wie diese Welt aus Ost-Berlin betrachtet wurde.
Seit Juli 2015 steht die Urania-Weltzeituhr unter Denkmalschutz.
Welche Rolle spielte die Weltzeituhr bei politischen Protesten in der DDR?
Die Weltzeituhr war bereits vor dem Mauerfall Schauplatz politischer Proteste. Besonders bekannt sind eine Abrüstungsaktion der Grünen 1983 und die Demonstrationen zum 40. Jahrestag der DDR am 7. Oktober 1989.
Am 12. Mai 1983 entrollten westdeutsche Bundestagsabgeordnete der Grünen, darunter Petra Kelly und Gert Bastian, vor der Weltzeituhr ein Transparent mit der Aufschrift:
„Die Grünen – Schwerter zu Pflugscharen“
Die Aktion richtete sich gegen die atomare Aufrüstung in Ost und West. Die Beteiligten wurden vorübergehend festgenommen.
Sechs Jahre später wurde der Alexanderplatz erneut zum politischen Schauplatz.
Am 7. Oktober 1989 versammelten sich dort Menschen, die gegen die DDR-Führung protestierten. Es bildeten sich Demonstrationszüge, während Polizei und Staatssicherheit mit Gewalt und zahlreichen Festnahmen reagierten.
Nur 33 Tage später fiel die Berliner Mauer.
Popkultur und Protest – von Erasure bis zur Letzten Generation
Auch außerhalb der DDR-Geschichte taucht die Weltzeituhr immer wieder auf.
Im Musikvideo „Run To The Sun“ von 1994 tanzt Andy Bell, Sänger des britischen Synthie-Pop-Duos Erasure, per Animation auf dem rotierenden Sonnensystem der Uhr.
2023 geriet das Denkmal erneut in die Schlagzeilen, als Aktivisten der Letzten Generation die Weltzeituhr mit oranger Farbe besprühten, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.
Die Reinigung kostete rund 14.000 Euro.
Die Aktion zeigte auch, wie unterschiedlich Menschen öffentliche Denkmäler wahrnehmen: als historische Objekte, politische Symbole oder geeignete Orte, um Aufmerksamkeit für gesellschaftliche Anliegen zu erzeugen.
Wer sich für solche sichtbaren Spuren im Berliner Stadtbild interessiert, findet in unseren Artikeln über Graffiti & Street Art und 1UP Berlin weitere Hintergründe.
Warum die Weltzeituhr für mich immer ein Treffpunkt war
Wenn ich grob schätzen müsste, wie oft ich mich mit Freunden an der Weltzeituhr getroffen habe, würde ich sagen: rund 1.000 Mal.
Freitag- und Samstagabende vor dem Feiern. Plastikflasche mit Wodka-Cranberry in der Hand. Oder früher noch schlimmer: Jägermeister-Energy.
In der Oberschule haben wir uns dort getroffen, um anschließend im Alexa sinnlos zu chillen.
Ich weiß, dass es vielen Berlinern im Osten gerade in den 2000ern und 2010ern genauso ging.
Manche Gesichter habe ich beim Warten immer wieder gesehen. Irgendwann haben sich sogar die verschiedenen Gruppen miteinander connected.
Die Weltzeituhr war einfach ein Ort, an dem man wusste, dass man sich findet.
Treffen wir uns am Alex?“ – und jeder wusste, dass damit die Weltzeituhr gemeint war.
Und wenn heute die Schwiegereltern mal wieder in Berlin sind, ist sie immer noch unser Standard-Treffpunkt.
Ja, ich weiß. Viele können das wahrscheinlich nicht verstehen.
Warum erleben Touristen und Berliner die Weltzeituhr unterschiedlich?
Besucher betrachten die Weltzeituhr häufig als Sehenswürdigkeit. Für viele Berliner ist sie dagegen ein vertrauter Treffpunkt, den sie seit ihrer Jugend kennen.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir die Uhr früher kaum richtig angeguckt.
Ich habe dort Leute beobachtet, Musik gehört, auf Freunde gewartet und mich gefragt, wer diesmal wieder zu spät kommt.
Erst bei der Recherche für diesen Blog war ich überrascht, wie viele interessante Fakten hinter diesem Ort stecken.
Bei Touristen beobachte ich dagegen häufig dasselbe: Sie suchen ihre Stadt, vergleichen die Uhrzeit, machen ein Foto und ziehen weiter.
Für mich ist das der Unterschied zwischen einem Ort, den man besucht, und einem Ort, mit dem man aufgewachsen ist.
Wo steht die Weltzeituhr in Berlin und wie kommt man hin?
Die Urania-Weltzeituhr steht direkt auf dem Alexanderplatz in Berlins Innenstadt. Sie ist kostenlos und rund um die Uhr zugänglich.
Adresse: Alexanderplatz, 10178 Berlin
Die Weltzeituhr befindet sich auf einer öffentlichen, ebenerdigen Platzfläche und ist grundsätzlich auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen erreichbar.
Am einfachsten kommst du mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin:
- S-Bahn: S3, S5, S7 und S9
- U-Bahn: U2, U5 und U8
- Tram: M2, M4, M5 und M6
- Regionalverkehr: Bahnhof Alexanderplatz
Der Bahnhof Alexanderplatz liegt nur wenige Schritte entfernt.
Auch verschiedene Buslinien halten rund um den Alexanderplatz. Mit dem Auto lohnt sich die Anreise dagegen eher nicht. Verkehr, Parkhäuser, Parkplatzsuche – mit der Bahn bist du meistens entspannter unterwegs.
Wenn du mehr über die Entwicklung des Berliner Nahverkehrs erfahren möchtest, findest du weitere Hintergründe in unserer Geschichte der Berliner U-Bahn.
Lohnt sich die Weltzeituhr am Alexanderplatz?
Die Weltzeituhr lohnt sich besonders für Besucher, die sich für DDR-Geschichte, Berliner Design und die Entwicklung des Alexanderplatzes interessieren.
Du musst dafür keine Stunde einplanen.
Schau dir die Städtenamen an, beobachte den rotierenden Stundenring und wirf einen Blick auf das Sonnensystem.
Mit dem historischen Hintergrund sieht man die Konstruktion plötzlich anders.
Direkt in der Umgebung findest du außerdem den Berliner Fernsehturm, das Rote Rathaus, das Nikolaiviertel und etwas weiter die Museumsinsel.
Fazit: Die Weltzeituhr ist ein Stück Berliner Alltag
Die Weltzeituhr ist für mich einer dieser Orte, die man irgendwann gar nicht mehr richtig wahrnimmt.
Sie steht einfach da.
Zwischen Menschen, die zur Arbeit müssen, Besuchern, die ihre Heimatstadt suchen, Jugendlichen, die auf Freunde warten, und Leuten, die sich seit Jahrzehnten am selben Punkt verabreden.
Dass darunter ein Trabant-Getriebe arbeitet und die Konstruktion einmal als Symbol für Weltoffenheit im geteilten Berlin entstand, wissen wahrscheinlich die wenigsten.
Ich wusste selbst lange nicht, wie viel Geschichte hinter diesem Treffpunkt steckt.
Und vielleicht schaue ich beim nächsten Mal tatsächlich genauer hin, anstatt wieder nur auf jemanden zu warten.
Lies hier gerne unsere Blogs über den Bebelplatz, Lustgarten oder Bundestag.
Berlin ist keine Sehenswürdigkeit. Berlin ist eine Stadt.
Wir sehen uns im ehrlichen Berlin – oder hier im nächsten Blog.
Haut rein 🖤
Quellen: Buch "Weltzeituhr und Wartburg Lenkrad" von Heike Schüler | Buch "Treffpunkt Weltzeituhr" von Udo Freiberg | Artikel "50 Jahre Alexanderplatz" vom Tagesspiegel | Buch "100 Fakten über Berlin" von Bestverlag | Viele der Bilder in diesem Beitrag sind Beispielbilder und stammen nicht von den besuchten Orten.
Häufige Fragen zur Weltzeituhr
Wo steht die Weltzeituhr in Berlin?
Die Urania-Weltzeituhr steht auf dem Alexanderplatz in Berlin-Mitte, direkt in der Nähe des Bahnhofs Alexanderplatz und des Berliner Fernsehturms. Du erreichst sie mit der S-Bahn, U-Bahn, Tram und dem Regionalverkehr.
Wann wurde die Weltzeituhr am Alexanderplatz gebaut?
Die Weltzeituhr wurde zwischen Ende 1968 und September 1969 gebaut. Ihre offizielle Einweihung fand am 30. September 1969 statt, wenige Tage vor dem 20. Jahrestag der DDR.
Wer hat die Weltzeituhr in Berlin entworfen?
Die Berliner Weltzeituhr wurde vom Industriedesigner Erich John entworfen. Er lehrte damals an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und entwickelte die Uhr im Rahmen der Neugestaltung des Alexanderplatzes.
Warum wurde die Weltzeituhr in der DDR gebaut?
Die Weltzeituhr entstand als Teil der sozialistischen Neugestaltung des Alexanderplatzes. Sie sollte den technischen Fortschritt der DDR sichtbar machen. Ihr Designer Erich John verband mit ihr außerdem die Idee eines weltoffenen Berlins.
Wie funktioniert die Weltzeituhr am Alexanderplatz?
Die Weltzeituhr besitzt einen Zylinder mit 24 Seiten für die Hauptzeitzonen der Erde. Ein rotierender Stundenring zeigt die Uhrzeiten der aufgeführten Städte und Regionen an. Über der Uhr dreht sich ein stilisiertes Sonnensystem einmal pro Minute.
Wie viele Städte stehen auf der Berliner Weltzeituhr?
Ursprünglich waren 80 Städtenamen auf der Weltzeituhr angebracht. Im Laufe der Jahre wurden weitere Orte ergänzt und Bezeichnungen verändert. Die offizielle Weltzeituhr-Website nennt heute 146 Städte und Regionen.
Warum heißt die Weltzeituhr Urania-Weltzeituhr?
Der Name geht auf eine historische Uraniasäule zurück, die 1966 bei Bauarbeiten am Alexanderplatz gefunden wurde. Urania ist die Muse der Sternkunde aus der griechischen Mythologie. Die historische Säule inspirierte Erich John zu seinem Entwurf.
Was befindet sich unter der Weltzeituhr am Alexanderplatz?
Unter der Weltzeituhr befindet sich ein Technikraum mit dem Antrieb der Konstruktion. Eine Besonderheit ist das umgebaute Trabant-Getriebe, das die Bewegung des Stundenrings überträgt. Bei der Restaurierung 1997 wurde die Technik modernisiert, das Getriebe blieb jedoch erhalten.
Kann man die Weltzeituhr in Berlin kostenlos besuchen?
Ja, die Weltzeituhr steht auf dem öffentlich zugänglichen Alexanderplatz und kann kostenlos besichtigt werden. Sie ist rund um die Uhr erreichbar. Eine Eintrittskarte oder Reservierung ist nicht erforderlich.
Warum ist die Weltzeituhr ein beliebter Treffpunkt in Berlin?
Die Weltzeituhr ist durch ihre zentrale Lage, ihre auffällige Gestaltung und die gute Verkehrsanbindung ein leicht erkennbarer Treffpunkt. Seit Jahrzehnten verabreden sich Berliner dort mit Freunden, bevor sie gemeinsam weiterziehen. Besonders für Menschen, die in Ost-Berlin oder im östlichen Teil der Stadt aufgewachsen sind, ist sie ein vertrauter Orientierungspunkt.
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