Lesezeit: 14 Minuten
Mehrwert:
So ist Berlin wirklich

Gärten der Welt Berlin

Warum einer der schönsten Orte Berlins ausgerechnet in Marzahn liegt

Wo?

Marzahn-Hellersdorf, am Fuß des Kienbergs.

Seit wann?

Ursprung: Berliner Gartenschau 1987 → später Erholungspark Marzahn → heute Gärten der Welt.

Anreise
:
U5 bis zur Station Kienberg – Gärten der Welt, dann zu Fuß oder mit der Seilbahn weiter. Von Alexanderplatz rund 30 Minuten.

Kosten:
Eintrittspflichtig. Erwachsene zahlen je nach Saison und Ticket ungefähr im Bereich von wenigen Euro bis rund 13 € mit Seilbahn. Aktuelle Preise vor dem Besuch prüfen.

Größe
:
Heute rund 43 Hektar Parkanlage. Über 10 Themengärten.

Zeit einplanen:
Mindestens 4–5 Stunden – meine Empfehlung: ganzer Tag

Öffnungszeiten:
Täglich geöffnet. Zeiten variieren je nach Saison.

Foto von einem kleinen Pfad in den Gärten der Welt, Berlin mit Blumen und Pflanzen und Dekoelementen.

So Freunde,

heute ausnahmsweise mal ein Thema, das ihr vermutlich auch in anderen Reiseführern findet.

Aber nicht so.

Gärten der Welt gehören zu den Orten, die erstaunlich oft empfohlen werden – und gleichzeitig erstaunlich selten wirklich erklärt werden.

Viele Berlin-Reiseführer zeigen ein paar schöne Bilder, schreiben etwas von internationaler Gartenkunst, erwähnen die Seilbahn und fertig.

Aber ich glaube, dadurch versteht man den Ort nicht wirklich.

Denn wer an Marzahn-Hellersdorf denkt, denkt selten an die Gärten der Welt oder an Berlin-Besucher.

Eher an Plattenbauten.
An hohe Gebäude.
An Grünflächen.
An Nachbarschaft.
An Außenbezirk.

Und genau deshalb finde ich den Ort spannend.

Ich war inzwischen mehrfach dort. Als Date mit meiner Freundin, mit den Jungs oder auch den Schwiegereltern.

Und jedes Mal hatte ich ungefähr denselben Gedanken:

Warum reden eigentlich so wenige über diesen Ort?

Für mich gehören die Gärten der Welt zu den schönsten Aktivitäten, die man bei gutem Wetter in Berlin machen kann.

Nicht weil sie geheim wären.

Nicht weil sie komplett unbekannt wären.

Sondern weil sie etwas zeigen, das viele Besucher komplett verpassen.

Die meisten halten sich nur in der Innenstadt auf.

→ Echtes Berlin entdecken
Foto von einem gepflegten abschnitt in den Garten der Welt mit Baum, wiese und Büschen.

Zwischen Alex und Brandenburger Tor.
Einmal Currywurst.
Einmal Foto.
Einmal Berlin Innenstadt.

Und dann kommt manchmal dieser Satz:„Das war also Berlin.“

Dabei hat diese Stadt viel mehr zu bieten.

Für mich wird Berlin oft ehrlicher, je weiter man sich von der Innenstadt entfernt.

Das echte Berlin passiert nicht nur an den bekannten Orten. Es passiert oft in den äußeren Bezirken.

Nach ungefähr einer halben Stunde U-Bahnfahrt vom Alexanderplatz verändert sich plötzlich die Stimmung.

Weniger Stadt. Mehr Raum. Mehr Himmel. Und plötzlich steht ihr mitten zwischen japanischen Gärten, balinesischem Dschungel, Wasserfällen, Seilbahn und einer kleinen Oase mitten in Marzahn.

Genau deshalb passen die Gärten der Welt für mich viel besser zu Berlin als man zuerst denkt.

Foto von einem Weg zum Spazieren in den Gärten der Welt voller Blumen und Bäumen.

Wo sind die Gärten der Welt in Berlin?

Die Gärten der Welt liegen im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf am Fuß des Kienbergs. Die Station "Gärten der Welt / Kienberg" ist nur wenige Gehminuten vom Park entfernt.

Die Anlage entstand ursprünglich als Berliner Gartenschau in Ost-Berlin und entwickelte sich später über Jahrzehnte zum heutigen Park.

Wenn ihr Berlin bisher vor allem aus Mitte kennt, fühlt sich die Fahrt fast wie ein kleiner Perspektivwechsel an.

Und genau das mag ich daran.

Der Ort versucht nicht, spektakulär zu sein.

Er ist es einfach.

Foto von einer blühenden Blumenwiese in Berlin, Gärten der Welt.

Lohnt sich ein Besuch in den Gärten der Welt?

Ja. Vor allem bei gutem Wetter. Für Familien, Spaziergänge, Dates oder Besuch von außerhalb gehören die Gärten der Welt für mich zu den stärksten Ausflügen innerhalb Berlins.

Aber ich würde nicht jedem blind dazu raten.

Wenn ihr Action sucht, seid ihr woanders besser aufgehoben.

Wenn ihr Berlin als Checkliste besucht, vermutlich auch.

Aber wenn ihr einen Tag habt und einfach mal raus wollt – ohne direkt komplett aus Berlin rauszufahren – dann wird das ziemlich stark.

Ein bisschen wie bei unseren Berlin Spaziergängen:

Nicht das Ziel allein macht es.

Sondern das Tempo und die Umwege.

Foto von einem sehr gepflegten Gartenabschnitt mit Bäumen, Blumen und Pflanzen aller Art.

Was erwartet mich in den Gärten der Welt?

Keine klassische Parkrunde. Sondern eine Mischung aus Gartenkunst, Spaziergang, Wasser, Architektur, Aussicht, Spielplätzen, Kultur und überraschend viel Ruhe.

Dazu kommen verschiedene Gärten aus unterschiedlichen Ländern, Religionen und Traditionen.

Und das klingt ehrlicherweise erstmal deutlich kitschiger als es sich am Ende anfühlt.

Ich hatte vorher eher Sorge, dass es wie ein Themenpark wirkt.

Tut es für mich nicht.

Manche Bereiche sind natürlich stärker inszeniert als andere.

Aber insgesamt wirkt die Anlage erstaunlich ruhig.

Vor allem unter der Woche.

Mein Tipp:

Wenn ihr die Wahl habt, geht nicht Samstag 13 Uhr.

Der Ort lebt davon, dass man Wege auch mal für sich hat.

Die meisten erleben Berlin immer gleich.
Sehenswürdigkeiten, lange Wege, viel Googeln.
Und am Ende: viel gesehen, aber wenig verstanden.

Berlin funktioniert anders.
Die Stadt zeigt sich nicht über Hotspots –
sondern über Orte, die man kennen muss.

Ich bin Berliner und arbeite seit Jahren in der Hotellerie
und sehe täglich, wie Besucher die Stadt erleben – und oft falsch einschätzen.

Genau deshalb habe ich über 500 echte Orte in Berlin gesammelt.
Keine Touri-Spots. Keine klassischen Listen.
Sondern Orte, die hier wirklich funktionieren –
direkt in deinem Google Maps, sofort nutzbar.

Plattenbau in Berlin Mitte mit Bäumen im Vordergrund.

Warum stehen die Gärten der Welt ausgerechnet in Marzahn?

Die Geschichte beginnt nicht mit Tourismus.
1987 wurde die Anlage zur 750-Jahr-Feier Berlins als Berliner Gartenschau eröffnet.

Damals noch in Ost-Berlin.

Sie sollte ein Gegenstück zum Britzer Garten im Westen sein.

Später wurde daraus der Erholungspark Marzahn.

Erst Ende der 90er entstand schrittweise das Projekt Gärten der Welt. Nach und nach kamen neue Themengärten hinzu – China, Japan, Bali, Orient, Korea und später weitere Anlagen.

Und ich finde das eigentlich ziemlich typisch Berlin.

Ein Ort verändert sich.
Ein Ort bekommt neue Ideen.
Und plötzlich entsteht etwas, womit vorher niemand gerechnet hätte.

Wenn euch solche Entwicklungen interessieren, landet man irgendwann oft auch bei Themen wie dem Flughafen Tempelhof oder der Geschichte Berliner U-Bahn, weil viele Berliner Orte erst mit etwas Hintergrund plötzlich Sinn ergeben.

Foto von einem der Themengärten im Berliner Gärten der Welt.

Anreise Gärten der Welt – so würde ich es machen

Am einfachsten fahrt ihr mit der U5 bis Kienberg – Gärten der Welt. Von dort könnt ihr entweder zu Fuß weiter oder direkt mit der Seilbahn einsteigen.

Und ich würde wirklich sagen:

Nehmt die Seilbahn.

Nicht weil man ohne sie nichts sieht.

Sondern weil sie den Besuch verändert.

Die Seilbahn ist für mich kein Extra – sondern der perfekte Einstieg

Ich dachte beim ersten Mal ehrlich:

Okay. Nette Spielerei.

War falsch.

Die Seilbahn macht ordentlich was her. Langsam schwebt ihr über die Anlage.

Unter euch liegen Wege, Wasserflächen und Gartenbereiche.

Daneben die großen Wohngebiete von Marzahn und Hellersdorf. Und genau dieser Kontrast macht etwas mit dem Ort.

Unten Alltag. Oben plötzlich Park.

Das Ganze erinnert mich ein bisschen an Orte wie Teufelsberg.

Nicht weil es gleich aussieht. Sondern weil man die Stadt für einen Moment anders wahrnimmt.

Je höher ihr kommt, desto weniger fühlt es sich nach klassischem Berlin-Ausflug an.

Fast wie ein kleiner Tagesausflug.
Nicht ganz Spreewald.
Nicht ganz wie Tropical Island.

Aber dieses Gefühl von:

Kurz raus.

Trotzdem zuhause.

Foto von einer rot-blühenden Pflanze auf einem Gehweg in den Gärten der Welt.

Kosten und Eintritt Gärten der Welt

Die Gärten der Welt sind kostenpflichtig. Der Preis hängt von Saison, Alter, Ermäßigung, Familienoption und Seilbahn ab.

Als grobe Orientierung:

In der Wintersaison ist der Eintritt günstiger. In der Sommersaison liegt ein Erwachsenenticket mit Seilbahn ungefähr bei rund 13 €. Kinder, Familien, Ermäßigungen und Sondertickets können abweichen.

Mein Tipp:

Prüft die aktuellen Preise vor dem Besuch und nehmt, wenn möglich, direkt ein Ticket mit Seilbahn.

Persönlich fand ich den Preis bisher fair.

Aber nur, wenn ihr wirklich Zeit mitbringt.

Für zwei Stunden Haken setzen würde ich es nicht machen.

Wie lange sollte man für die Gärten der Welt einplanen?

Mindestens 4–5 Stunden. Besser: ganzer Tag.

Nicht weil alles riesig wirkt.

Sondern weil man sich überraschend leicht verliert.

Ein Garten.
Noch einer.
Kurz setzen.
Spielplatz.
Noch eine Runde.
Seilbahn.

Und plötzlich ist später Nachmittag.

Nehmt etwas zu trinken mit.
Etwas zu essen.
Picknickdecke.
Ich würde den Tag nicht komplett durchplanen.

Genau dann funktioniert der Ort am besten.

Foto von einem Kind, welches gerade eine Pflanze in einem Beet fotografiert.

Sind die Gärten der Welt gut für Familien?

Ja. Sogar sehr. Für mich sind die Gärten der Welt eine der familienfreundlichsten Aktivitäten in Berlin.

Viele Wege.
Viel Platz.
Wasserspielbereiche.
Spielplätze.
Und das alles ohne typischen Freizeitpark-Stress.

Die Spielbereiche wirken nicht wie Pflichtprogramm.

Sondern so, als hätte wirklich jemand Zeit in die Gestaltung investiert.

Und das merkt man.

Wenn ihr Familie dabei habt:
Sehr gute Wahl.

Wenn ihr ein Date plant:
Überraschend gute Wahl.

Foto von einem typische chinesischem Gebäude in den Gärten der Welt.

Chinesischer Garten – warum hier eigentlich alles um einen Mond geht

Der Chinesische Garten gehört für viele zu den bekanntesten Bereichen.

Und ich verstehe warum.

Er wirkt groß, offen und fast ein bisschen wie eine eigene kleine Welt.

Im Zentrum liegt ein großer See. Dazu kommen Brücken, Pavillons, Wege, Wasser und das Teehaus mit dem ziemlich schönen Namen Berghaus zum Osmanthussaft.

Aber was viele nicht sehen:

Der Garten heißt nicht einfach poetisch, weil das hübsch klingt.

Er heißt Garten des wiedergewonnenen Mondes.

Der Mond steht hier symbolisch für Wiedervereinigung, Harmonie und Verbindung.

Der Garten entstand aus der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Peking und war der erste Garten der späteren Gärten der Welt.

Und ich finde genau das schön.

Berlin.
Geteilte Stadt.

Und ausgerechnet einer der ersten Gärten erzählt am Ende von Verbindung.

Wenn ihr dort seid:

Nicht nur einmal durchlaufen.
Kurz an den See setzen.
Teehaus anschauen.

Und nicht wundern, wenn ihr länger bleibt als geplant.

Foto vom japanischen Garten in den Garten der Welt, Berlin.

Japanischer Garten – einer meiner Favoriten im ganzen Park

Wenn ich einen Garten nennen müsste, der mir persönlich am stärksten im Kopf geblieben ist:

Vermutlich der japanische.

Nicht weil er der spektakulärste ist.

Sondern weil er komplett anders funktioniert.

Der Garten entstand aus der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Tokio. Wasser ist hier das große Thema – nicht nur als Dekoration, sondern als Symbol für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Schon am Eingang beginnt das.

Man betritt den Garten nicht einfach.
Man geht durch ein Tor.
Die Tür ist bewusst kleiner.
Man senkt leicht den Kopf.

Und plötzlich verändert sich die Stimmung.

Klingt erstmal übertrieben.

Aber ich finde tatsächlich:

Das funktioniert.

Eines meiner Lieblingsdetails ist der symbolische Wasserfall mit einem steinernen Karpfen.

Die Idee dahinter: Der Karpfen schwimmt gegen die Strömung. Wenn er es schafft, verwandelt er sich in einen Drachen.

Ich mag solche kleinen Geschichten.

Foto von einer Figur aus der balinesischen Kultur im Bali-Garten, Berlin

Balinesischer Garten – plötzlich fühlt sich Berlin nicht mehr nach Berlin an

Der Balinesische Garten liegt komplett in einer Tropenhalle.

Und allein das macht ihn besonders.

Drinnen:
Feuchtigkeit.
Pflanzen.
Holzbauten.
Tempelanlagen.
Gerüche.

Und deutlich mehr Dschungelgefühl als man in Marzahn erwarten würde.

Der Garten entstand aus der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Jakarta. Die Architektur wurde teilweise auf Bali vorbereitet. Teile werden bis heute religiös genutzt.

Das fand ich überraschend.

Das ist nicht einfach Kulisse.

Es gibt dort echte kulturelle Nutzung.

Der Garten heißt "Garten der drei Harmonien."

Dahinter steht die Idee eines Gleichgewichts zwischen Menschen, Umwelt und Universum.

Das klingt erstmal groß.

Aber irgendwie passt es.

Gerade mit Kindern funktioniert dieser Bereich oft sehr gut.

Foto von dem berühmten Eingang des islamischen Garten in den Gärten der Welt.

Orientalisch-Islamischer Garten – einer der beeindruckendsten Räume der Anlage

Man betritt die Anlage durch einen Empfangsbereich.

Dann öffnet sich ein geschlossener Gartenhof.

Und plötzlich wirkt alles ruhiger.

Der Grundgedanke dahinter:

Paradies bedeutet ursprünglich ungefähr „ummauerter Raum“.

Ein geschützter Ort.

Und genau so fühlt sich dieser Bereich an.

Wasser.
Symmetrie.
Schatten.
Muster.
Ruhe.
Und überall Details.
Mosaike.
Verzierungen.
Geometrie.

Insgesamt wurden dort 1,3 Millionen Mosaiksteine verwendet.

Wenn ihr euch Zeit nehmt, entdeckt ihr ständig neue Dinge.

Foto vom koreanischen Garten mit Wasser und Pflanzen in Berlin.

Koreanischer Garten – einer der unterschätztesten Bereiche

Ich hatte das Gefühl, dass viele hier einfach durchlaufen.
Zu Unrecht.

Der Koreanische Garten wirkt weniger spektakulär als manche anderen Bereiche.
Und genau deshalb bleibt er mir irgendwie im Kopf.

Der Garten entstand als Geschenk aus Seoul an Berlin.

Vieles wurde direkt aus Korea geliefert.

Holzbauten.
Kunstwerke.
Bauelemente.

Und anders als manche offenen Bereiche wirkt dieser Garten deutlich geschlossener.

Es gibt mehrere Höfe.
Mauern.
Pavillons.
Kleine Übergänge.
Ich finde, man merkt dort relativ gut:

Der Garten versucht nicht Eindruck zu machen.

Er funktioniert eher über Atmosphäre.

Und genau deshalb würde ich dort nicht einfach schnell durchgehen.

Eines meiner Lieblingsdetails:

Die Holzfiguren.

Die wirken auf den ersten Blick dekorativ, hatten ursprünglich aber Schutzfunktion.
Wenn ihr einen Bereich sucht, der etwas ruhiger ist:

Schaut hier länger.

Foto vom italienischen Themegarten mit einem Spaziergang und vielen Pflanzen am Rand.

Italienischer Renaissancegarten – plötzlich fühlt sich Marzahn kurz anders an

Okay.

Der Satz klingt übertrieben.

Aber ich glaube ihr versteht, was ich meine.

Der Italienische Garten funktioniert relativ schnell.

Symmetrie.
Brunnen.
Stein.
Ordnung.

Und plötzlich wirkt alles deutlich strukturierter.

Der Garten orientiert sich nicht an Italien allgemein.

Sondern bewusst an der Renaissance.

Das fand ich spannend.

Unter dem Hauptbereich liegt ein kleiner versteckter Garten.

Der sogenannte Giardino segreto.

Foto von einem Springbrunnen bei sonnigem Wetter umgeben von Pflanzen im englischen Garten, Berlin

Englischer Garten – wahrscheinlich der gemütlichste Bereich

Der Englische Garten fühlt sich komplett anders an.

Nicht monumental.
Nicht symbolisch.
Nicht exotisch.

Eher:

angenehm.
Ein Cottage.
Rosen.
Stauden.
Obst.
Gemüse.

Fast so, als hätte jemand gesagt:

Wir bauen einfach einen schönen Nachmittag.

Ich glaube nicht, dass das für jeden der Lieblingsgarten wird.

Aber ich glaube viele bleiben länger als geplant.

Gerade wenn ihr ohnehin gern draußen seid oder Themen wie Berlin Camping spannend findet.

Der Bereich wurde zur IGA 2017 eröffnet und wirkt etwas offener als manche älteren Bereiche.

Nicht besser.
Nur anders.

Foto von einer Gartenfläche mit vielen blühenden Blumen und einer Bank, in Berlin.

Christlicher Garten – vermutlich der ungewöhnlichste Garten im Park

Wenn ihr erwartet:

Kirche.
Kreuz.
Blumen.

Dann liegt ihr wahrscheinlich falsch.

Der Christliche Garten funktioniert komplett anders.

Im Mittelpunkt steht Sprache.

Texte.
Gedanken.
Buchstaben.

Der zentrale Raum besteht aus goldfarbenen Buchstaben.

Nicht als Deko.
Sondern als Architektur.

Man bewegt sich buchstäblich durch Sprache.

Ich fand das überraschend gut.

Weniger religiös als erwartet.

Eher ruhig.

Fast meditativ.

Foto vom Irrgarten in den Gärten der Welt.

Irrgarten, Labyrinth und Wassergärten – deutlich besser als erwartet

Am Ende hatte ich deutlich mehr Spaß als erwartet.

Der Irrgarten ist groß genug, dass man sich kurz verliert.

Das Labyrinth funktioniert anders.

Nicht verwirrend.
Eher entschleunigend.

Und dann kommen die Wassergärten.

Ehrlich:

Für mich einer der unterschätztesten Bereiche.

Vor allem im Sommer.

Wasser.
Nebel.
Geräusche.
Liegeflächen.

Gerade mit Kindern funktionieren die extrem gut.

Aber auch ohne Kinder.
Einfach kurz hinsetzen.
Nicht alles fotografieren.
Einfach kurz da sein.

Und genau in solchen Momenten verstehe ich dann wieder, warum ich die Gärten der Welt so mag.

Nicht weil jeder einzelne Garten perfekt ist.
Sondern weil man irgendwann aufhört, alles abzuhaken.

Forto von einer großen gepflegten Grünfläche in den Gärten der Welt.

Warum die Gärten der Welt für mich so gut zu Berlin passen

Ich glaube, die meisten Fehler entstehen schon vor dem Besuch: zu wenig Zeit, zu viel Programm und die Erwartung, möglichst viel mitzunehmen.

Aber genau dann verpasst man oft die Stellen, die später im Kopf bleiben.

Für mich funktionieren die Gärten der Welt nicht über Effizienz. Sie funktionieren über Zeit. Sitzen. Laufen. Nochmal zurückgehen.

Genau deshalb würde ich den Ort besonders:

Weniger passend finde ich ihn für „48 Stunden Berlin und alles mitnehmen“ oder maximale Sehenswürdigkeiten pro Stunde.

Und das ist okay – nicht jeder Ort muss für jeden sein.

Mein persönlicher Tipp: unter der Woche gehen, mit der Seilbahn starten, etwas zu essen und zu trinken mitnehmen und nicht noch fünf andere Orte an denselben Tag legen. Die Gärten tragen einen Tag überraschend gut allein.

Und vielleicht mag ich die Gärten der Welt genau deshalb so sehr. Nicht weil sie perfekt sind oder die schönsten Gärten Europas. Sondern weil sie etwas zeigen, das Berlin ziemlich gut beschreibt:

Vielfalt, Widersprüche und die Erkenntnis, dass interessante Orte oft nicht dort liegen, wo man sie erwartet.

Ein bisschen wie bei unseren Insider Tipps, oder einem Besuch in Markthallen, Orten wie Teufelsberg oder ganz anderen Perspektiven wie Berlin Wünsdorf.

Nicht weil es dasselbe ist – sondern weil man sich Zeit nimmt und plötzlich mehr entdeckt als geplant.

Foto von Palmenblättern im balinesischen Garte, Berlin.

Fazit: Berlin wird oft echter, je weiter man sich von der Innenstadt entfernt

Ich verstehe jeden, der beim ersten Berlin-Besuch zuerst Mitte sehen will.

Würde ich wahrscheinlich genauso machen.

Aber irgendwann merkt man:

Die Stadt ist größer.

Dann schaut man plötzlich nicht mehr nur Fernsehturm und Brandenburger Tor an.

Oder in Orten, die in keinem klassischen Reiseführer ganz oben stehen.

Für mich gehören die Gärten der Welt genau in diese Kategorie.

Und wenn ihr schon dort seid:

Lasst euch Zeit.
Setzt euch.
Nehmt etwas zu essen mit.
Schaut nicht ständig auf die Uhr.

Vielleicht wird das am Ende einer der schönsten Tage eurer Reise.

Oder eures Sommers.

Und wenn nicht:

Dann hattet ihr immerhin einen ziemlich guten Blick auf Berlin.

Berlin ist keine Sehenswürdigkeit. Berlin ist eine Stadt.


Wir sehen uns im ehrlichen Berlin – oder hier im nächsten Blog.

Haut rein 🖤

Jetzt 500+ Orte freischalten →

Viele der Bilder in diesem Beitrag sind Beispielbilder und stammen nicht von den besuchten Orten.

Häufige Fragen zu Gärten der Welt

Wo sind die Gärten der Welt?

Die Gärten der Welt liegen im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf am Kienberg.

Ursprünglich entstand die Anlage aus der Berliner Gartenschau und entwickelte sich später zu einer der größten und ungewöhnlichsten Parkanlagen Berlins.

Wie reise ich zu den Gärten der Welt an?

Am einfachsten mit der U5 bis Kienberg – Gärten der Welt. Das sind rund 30 Minuten vom Alexanderplatz. Von dort könnt ihr direkt in den Park laufen oder mit der Seilbahn starten.

Mein Tipp: Mit der Seilbahn beginnen – der Blick über Park, Kienberg und Marzahn gehört für mich zum Erlebnis.

Lohnt sich ein Besuch in den Gärten der Welt?

Ja – vor allem bei gutem Wetter. Die Gärten der Welt eignen sich besonders für Familien, Dates, Spaziergänge und alle, die Berlin außerhalb der klassischen Innenstadt erleben möchten.

Wenn ihr euch Zeit nehmt, kann daraus überraschend schnell ein ganzer Tag werden.

Was erwartet mich in den Gärten der Welt?

Keine klassische Parkrunde. Euch erwarten internationale Themengärten, Wasserflächen, Architektur, Spielbereiche, Seilbahn und überraschend viel Ruhe mitten in Berlin.

Die Anlage fühlt sich eher wie viele kleine eigene Welten als wie ein einzelner Park an.

Welche Themengärten gibt es in den Gärten der Welt?

Zu den bekanntesten gehören der Chinesischer Garten, Japanischer Garten, Balinesischer Garten, Orientalisch-Islamischer Garten, Koreanischer Garten, Italienischer Renaissancegarten, Englischer Garten, Christlicher Garten, Jüdischer Garten sowie Wassergärten und Irrgarten.

Wie lange sollte ich für die Gärten der Welt einplanen?

Mindestens 4–5 Stunden. Meine Empfehlung: einen ganzen Tag. Nicht weil die Anlage riesig wirkt – sondern weil man sich überraschend leicht verliert und länger bleibt als geplant.

Was kosten die Gärten der Welt?

Die Gärten der Welt sind kostenpflichtig. Der Preis hängt von Saison, Alter, Ticket und Seilbahn ab. Für aktuelle Preise schaut vor dem Besuch am besten direkt nach. Für einen ganzen Tag fand ich den Preis bisher fair.

Sind die Gärten der Welt für Familien geeignet?

Ja. Für mich gehören die Gärten der Welt zu den familienfreundlichsten Aktivitäten in Berlin.

Viel Platz, breite Wege, Wasserspielbereiche und genug Abwechslung sorgen dafür, dass Kinder und Erwachsene ziemlich entspannt durch den Tag kommen.

Lohnt sich die Seilbahn?

Für mich: ja. Nicht weil man sie braucht – sondern weil sie den Besuch verändert. Die Seilbahn ist für mich weniger Transport und mehr Einstieg in den Tag.