Spaziergänge in Berlin

Die Stadt zu Fuß entdecken

stylisches Hochhaus mit viel Glas in Berlin.

In diesem Blog geht es um Spaziergänge in Berlin und darum, warum man diese Stadt am besten zu Fuß entdeckt. Ich teile ein paar persönliche Gedanken über das Erkunden der Stadt abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten und stelle drei Spaziergänge aus unserem Guide vor.

Sie führen durch ganz unterschiedliche Teile Berlins – von ruhigen Wohnvierteln über Wälder bis hin zu alten Industriegeländen.

Foto von der Spree mit Stich auf eine Berliner Brücke und den Berliner Dom.

Berlin ist keine Sehenswürdigkeit

Berlin ist eine Stadt, die man nie vollständig kennen kann. Dafür ist sie einfach zu groß, zu vielfältig und zu widersprüchlich. Es gibt hier kein endgültiges „Berlin-Wissen“. Selbst nach 30 Jahren in dieser Stadt kann eine kurze S-Bahn- oder Autofahrt plötzlich zu einem Ort führen, den man noch nie gesehen hat.

Genau deshalb sind Spaziergänge in Berlin so besonders. Sie funktionieren für Berliner, Zugezogene und Besucher gleichermaßen. Wer Berlin zu Fuß entdeckt, sieht automatisch Dinge, die man aus der Bahn oder dem Auto nie wahrnehmen würde.

Als Kind erinnere ich mich daran, wie wir oft mit dem Fahrrad in andere Bezirke gefahren sind. Dort haben wir die Räder abgestellt, sind ein Stück spazieren gegangen und haben uns irgendwo ein Eis geholt. Für mich gehörte dieses kleine Entdecken schon damals zu Berlin dazu.

Graffiti von der berühmten alten Abhörstation auf den Teufelsberg.

Später, nach über zehn Jahren Arbeit in der Hotellerie, habe ich immer wieder das gleiche beobachtet: Viele Besucher bewegen sich fast ausschließlich rund um ihr Hotel oder an den bekannten Orten der Stadt. Brandenburger Tor, Alexanderplatz, Potsdamer Platz, Hackescher Markt – oft endet der Berlinbesuch genau dort.

Das fand ich schon immer schade und auch irgendwie merkwürdig.
Denn Berlin ist keine Sehenswürdigkeit.
Berlin ist eine Stadt.

Und Städte versteht man nicht nur über ihre Postkartenmotive.

Wenn man in Hamburg ausschließlich am Jungfernstieg bleibt oder in München nur auf der Maximilianstraße unterwegs ist, bekommt man auch kein echtes Gefühl für das ehrliche Stadtleben.

Foto von einem Mann beim spazieren im Wald bei Sonnenschein.

Berlin zu Fuß entdecken

Genau deshalb empfehle ich immer wieder das gleiche:
Steig eine Station früher aus der Bahn aus. Lauf den Rest zu Fuß. Geh nicht die Hauptstraße entlang, sondern eine Nebenstraße. Entdecke die Stadt selbst.

Berlin ist nicht immer schön. Es ist manchmal laut, chaotisch, dreckig oder improvisiert. Aber genau darin liegt auch der Charakter dieser Stadt.

Dieser Blog soll einfach ein kleiner Anstoß sein, Berlin öfter zu Fuß zu entdecken. Geh einen anderen Weg nach Hause. Lauf ein paar Stationen statt die Bahn zu nehmen.

Die folgenden Spaziergänge habe ich bewusst nicht vollständig als klassische Wegbeschreibung formuliert. Ein Teil des Reizes beim Spazierengehen besteht schließlich darin, den Weg selbst zu entdecken. Notfalls kannst du die markierten Orte einfach in Google Maps eingeben und dir deinen eigenen Weg dorthin suchen.

Als kleines Beispiel stelle ich hier drei Spaziergänge aus unserem Guide vor. Mehr solcher Wege findest du natürlich wie immer in unseren Berlin Insider Tipps.

Foto von einem Waldgebiet mit Industriegelände mit Schornstein.

Drei Spaziergänge aus unserem Guide

Berlin ist groß – und jeder Stadtteil fühlt sich anders an. Manche Spaziergänge führen durch Wald und Seenlandschaften, andere durch alte Industrieflächen oder ruhige Wohnviertel.

Genau diese Vielfalt macht Spaziergänge in Berlin so interessant.

Wandweg zwischen vielen Bäumen in Berlin-Kaulsdorf.

Berliner Balkon

Dieser Spaziergang führt durch eine eher unbekannte Ecke im Osten Berlins. Die Ortsteile Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf bilden zusammen das größte Ein- und Zweifamilienhausgebiete Deutschlands.

Der Weg beginnt an der Kleingartenanlage Kaulsdorfer Busch. Von dort führt ein kleiner Pfad zum Butzer See, einem der drei Kaulsdorfer Seen. Anschließend geht es weiter entlang eines Waldstücks und durch offene Wiesen zum Habermannsee.

Über den Kressenweg und den Hornungweg erreicht man schließlich den sogenannten Berliner Balkon. Auf etwa 57 Metern Höhe öffnet sich hier ein überraschend weiter Blick über die Landschaft. Bei klarem Wetter kann man sogar die Müggelberge erkennen.
Der Spaziergang endet am Gutshaus Mahlsdorf und der Tramlinie 62.

Diese Gegend zeigt eine Seite von Berlin, die viele Besucher und Wahlberliner gar nicht erwarten – ruhig, grün und fast dörflich.

Grunewaldturm inmitten von Bäumen und einem Waldweg.

Spaziergang zum Grunewaldturm

Der Grunewald gehört zu den größten Waldgebieten der Stadt und ist perfekt für einen Spaziergang durch Berlin im Grünen.
Startpunkt ist der S-Bahnhof Grunewald am Schmetterlingsplatz. Von dort führt der Weg zunächst zur sogenannten Kiesgrube, einer großen Sandfläche im Naturschutzgebiet.

Weiter geht es durch den Wald zum Teufelssee, einem beliebten Badesee mitten im Grunewald. Anschließend führt der Weg durch Mischwald mit Kiefern, Eichen und Buchen hinauf zum Karlsberg.

Hier steht auch das Ziel des Spaziergangs: der Grunewaldturm. Der 1899 erbaute Turm ist 55 Meter hoch. Wer die 202 Stufen hinaufsteigt, wird mit einer beeindruckenden Aussicht über die Havel und den Berliner Westen belohnt.

Foto von einem verlassenen Fabrikgelände mit Graffiti.

Industrienatur in Schöneberg

Dieser Spaziergang verbindet Berliner Stadtgeschichte, Eiszeitlandschaft und Industrienatur.

Startpunkt ist die Kaiserin-Augusta-Straße. Von dort führt der Weg zum Alboinplatz, wo sich mit der Blanken Helle ein kleines Gewässer aus der letzten Eiszeit befindet – ein sogenanntes Toteisloch.

Über die Eythstraße gelangt man zum Krummen Pfuhl und anschließend zur Lindenhof-Siedlung, einer Gartenstadt aus den 1920er-Jahren mit dem Lindenhofteich.
Der Spaziergang endet im Natur-Park Schöneberger Südgelände. Das ehemalige Bahngelände ist heute ein Park, in dem sich die Natur zwischen alten Gleisen, einer Dampflok und einem stillgelegten Wasserturm ausgebreitet hat.

Von dort führt der Weg weiter zum Insulaner, einem Trümmerberg mit der Wilhelm-Foerster-Sternwarte und einem schönen Blick über Berlin.

Kaum ein Ort zeigt so gut, wie unterschiedlich Berlin sein kann – Natur, Geschichte und Stadt direkt beieinander.

2 Männer im Hemd beim spazieren auf der Strasse.

Berlin beim Gehen entdecken

Viele Dinge, die Berlin besonders machen, entdeckt man nicht auf einer Liste von Sehenswürdigkeiten. Man entdeckt sie unterwegs. Beim Gehen durch eine Straße, die man vorher noch nie gesehen hat. Beim Blick in einen Hinterhof oder beim kurzen Gespräch mit jemandem auf einer Parkbank.
Spaziergänge in Berlin sind vielleicht die einfachste Art, diese Stadt wirklich kennenzulernen.

Wenn du mehr solcher Wege entdecken möchtest, findest du in unserem Guide viele weitere Berlin Insider Tipps – Orte, an denen man Berlin abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten erleben kann.

Und wenn du noch tiefer in die Stadt eintauchen willst, lohnt sich auch ein Blick in unsere anderen Blogs über Seen in Berlin, Lost Places, Spätis oder Graffiti in Berlin.

Berlin bester Guide