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Flughafen Tempelhof:
Geschichte, Berliner Einordnung ,Luftbrücke und Tempelhofer Feld
Die Geschichte des Flughafen Tempelhof reicht vom ehemaligen Exerzierplatz über einen der wichtigsten Flughäfen Europas bis zur Berliner Luftbrücke und dem heutigen Tempelhofer Feld. Gleichzeitig erzählen das monumentale Flughafengebäude, die Spuren des Nationalsozialismus und die beiden Berliner Volksentscheide eine Geschichte, die weit über die Luftfahrt hinausgeht.
Wann wurde der Flughafen Tempelhof gebaut?
Der Flughafen Berlin-Tempelhof nahm am 8. Oktober 1923 seinen Betrieb auf. Das heute bekannte monumentale Flughafengebäude entstand jedoch erst ab 1936 während der NS-Zeit nach Plänen des Architekten Ernst Sagebiel und wurde aufgrund des Zweiten Weltkriegs nie vollständig fertiggestellt.
Das Berlin, das Berliner empfehlen.
Warum ist der Flughafen Tempelhof historisch so bedeutend?
Tempelhof verbindet mehrere entscheidende Kapitel der Berliner Geschichte an einem einzigen Ort: frühe Luftfahrt, Nationalsozialismus, Zwangsarbeit, Berliner Luftbrücke, Kalter Krieg und die Entwicklung des heutigen Tempelhofer Feldes. Besonders durch die Luftbrücke 1948/49 wurde der Flughafen zu einem Symbol für die Versorgung und Verbindung West-Berlins.
Fakten auf einen Blick
- Eröffnung des Flughafens: 8. Oktober 1923
- Heutiges Flughafengebäude: Baubeginn 1936
- Architekt: Ernst Sagebiel
- KZ Columbia am Rand des Tempelhofer Feldes: 1934–1936
- Berliner Luftbrücke: 1948–1949
- Ende des Flugbetriebs: 31. Oktober 2008
- Öffnung des Tempelhofer Feldes: 2010
- Volksentscheid zum Erhalt des Tempelhofer Feldes: 2014
- Heute: Baudenkmal, Erinnerungsort und öffentliche Freifläche
So Freunde,
mein erster Artikel in der Kategorie Berliner Geschichte – und ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll.
Vielleicht erstmal kurz zu mir:
Ich bin im März 1994 in Berlin-Friedrichshain geboren und an der Warschauer Straße zwischen Frankfurter Tor und Oberbaumbrücke aufgewachsen. Meine Eltern und ein Großteil meiner Familie sind in der Hauptstadt der DDR aufgewachsen und erzählen bis heute Geschichten aus dieser Zeit.
Und genau das ist der Punkt:
Ich finde es extrem wichtig, diese Geschichten zu hören – und an die folgenden Generationen weiterzugeben.
Denn genau diese Zeit hat Berlin zu der Stadt gemacht, die sie heute ist.
Wenn meine Oma von ihren ersten Grenzerfahrungen erzählt, von der Teilung 1961 und davon, wie unmöglich der Kontakt nach West-Berlin war, was es mit der Stasi auf sich hatte, dann merke ich jedes Mal, wie wenig ich eigentlich weiß – und wie viel es noch zu verstehen gibt.
Ich habe das Gefühl, ich bin es meiner Heimat Berlin schuldig, dieses Wissen zumindest ein Stück weit weiterzugeben.
Warum dieser Blog über den Flughafen Tempelhof Berlin ist
Ich saß in der U-Bahn und lauschte einem Gespräch von ein paar alten Berlinern, in das ich mich immer gerne einmische – zumindest wenn ich höre, dass die so ultra-berlinern, dass 90 % der Leute in der Bahn eh kaum was verstehen. So ähnlich wie wenn meine Freunde bei Oma Jutta zu Gast sind.
Es ging um den Flughafen Tempelhof und um den Volksentscheid 2008 – also die Abstimmung darüber, ob der Flughafen offen bleiben soll.
Und dann fiel dieser Satz:
„So knapp war das damals…“
Ich konnte es mir natürlich nicht verkneifen, mich einzumischen und aufzuklären.
Rund 80.000 Ja-Stimmen fehlten damals, um das notwendige Quorum zu erreichen. Unter den Menschen, die tatsächlich abstimmten, hatte die Offenhaltung sogar eine deutliche Mehrheit. Das Problem war: Es waren insgesamt zu wenige Ja-Stimmen gemessen an allen Stimmberechtigten.
Was ich genau an diesem ersten Blog so interessant finde:
Wir haben heute eh ein schwieriges Verhältnis zu Flughäfen in Berlin. Und trotzdem ist genau dieser Ort für viele Berliner emotional aufgeladen wie kaum ein anderer.
Und für mich persönlich ist Tempelhof einfach: der Flughafen meiner Kindheit.
Von hier aus bin ich Anfang der 2000er das erste Mal geflogen – nach Kroatien und nach Griechenland.
Das war noch ein anderer Vibe. Viel direkter, viel näher.
Vom Exerzierplatz zum Flughafen Tempelhof
Bevor Tempelhof ein Flughafen wurde, war das Gelände vor allem militärischer Übungsplatz – und gleichzeitig einer der Orte, an denen die Berliner die ersten Jahre der Luftfahrt miterlebten.
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts begann hier die Luftfahrtgeschichte mit Ballons. 1909 wurde es richtig spektakulär: Zeppelin LZ 6 erschien über dem Tempelhofer Feld und nur wenige Tage später führte Orville Wright vor rund 150.000 Zuschauern seinen „Aeroplan“ vor.
Nach dem Ersten Weltkrieg verlor das Gelände seine Bedeutung als Exerzierplatz. Berlin brauchte gleichzeitig einen stadtnahen Verkehrsflughafen. Am 8. Oktober 1923 startete schließlich der Linienverkehr zwischen Berlin und Königsberg – der Flughafen Tempelhof war geboren.
Schon wenige Jahre später entwickelte sich Tempelhof zu einem bedeutenden europäischen Verkehrsknotenpunkt. 1926 entstand außerdem die Deutsche Luft Hansa, deren Geschichte eng mit dem Flughafen verbunden war.
Die meisten erleben Berlin immer gleich.
Sehenswürdigkeiten, lange Wege, viel Googeln.
Und am Ende: viel gesehen, aber wenig verstanden.
Berlin funktioniert anders.
Die Stadt zeigt sich nicht über Hotspots –
sondern über Orte, die man kennen muss.
Ich bin Berliner und arbeite seit Jahren in der Hotellerie
und sehe täglich, wie Besucher die Stadt erleben – und oft falsch einschätzen.
Genau deshalb habe ich über 500 echte Orte in Berlin gesammelt.
Keine Touri-Spots. Keine klassischen Listen.
Sondern Orte, die hier wirklich funktionieren –
direkt in deinem Google Maps, sofort nutzbar.
Flughafen Tempelhof im Nationalsozialismus
Das heutige Flughafengebäude entstand während der NS-Zeit und war Teil der monumentalen Architektur des Regimes. Gleichzeitig gehören Konzentrationslager, Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit zur Geschichte des Geländes.
1935 erhielt der Architekt Ernst Sagebiel den Auftrag für einen neuen Flughafen. Im Frühjahr 1936 begannen die Bauarbeiten.
Das Gebäude sollte nicht einfach nur Passagiere abfertigen. Tempelhof war als monumentaler „Weltflughafen“ geplant und sollte gleichzeitig die Macht des NS-Regimes darstellen.
Doch genau hier liegt einer der größten Widersprüche dieses Ortes.
Am Nordrand des Tempelhofer Feldes befand sich zunächst das Gestapo-Gefängnis Columbia-Haus. Von 1934 bis 1936 bestand dort das KZ Columbia – das einzige offizielle Konzentrationslager der SS auf Berliner Stadtgebiet.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Flughafen außerdem zum Rüstungsstandort. Ab 1940 begann auf dem Gelände Zwangsarbeit, 1941 entstand ein Zwangsarbeiterlager. Unter anderem wurden hier Flugzeuge für den Krieg produziert.
Der Krieg verhinderte gleichzeitig die vollständige Fertigstellung des neuen Flughafens.
Und nur wenige Jahre später bekam genau dieser Ort eine völlig andere Bedeutung.
Die Berliner Luftbrücke 1948/49: Tempelhof als Lebensader
Während der Berliner Blockade wurde Tempelhof zu einem der wichtigsten Flughäfen der Luftbrücke. Lebensmittel, Kohle und andere lebenswichtige Güter wurden über die Luft nach West-Berlin gebracht.
1948 blockierte die Sowjetunion die Land- und Wasserwege nach West-Berlin. Die westlichen Alliierten reagierten mit der Berliner Luftbrücke.
Und die Dimensionen waren komplett absurd.
Den Höhepunkt erreichte die Luftbrücke am 16. April 1949 während der sogenannten „Osterparade“:
1.398 Flüge innerhalb von 24 Stunden.
12.940 Tonnen Fracht.
Teilweise landete alle 63 Sekunden ein Flugzeug.
Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen.
Praktisch jede Minute ein Flugzeug.
Die Maschinen brachten unter anderem Lebensmittel, Kohle und Rohstoffe in die eingeschlossene Stadt. Insgesamt wurden während der Luftbrücke auf fast 278.000 Flügen mehr als 2,3 Millionen Tonnen Fracht nach West-Berlin transportiert.
Tempelhof war damit nicht einfach Flughafen.
Der Ort wurde zur Lebensader.
Wenn dich sowjetische geschichte interessiert, lies unbedingt unseren Blog über Wünsdorf, die verlassene Militärstadt.
Warum die Rosinenbomber bis heute zu Tempelhof gehören
Der Begriff „Rosinenbomber“ ist bis heute untrennbar mit der Luftbrücke verbunden.
Besonders bekannt wurde der amerikanische Pilot Gail Halvorsen. Er begann, kleine Päckchen mit Süßigkeiten an selbstgebauten Fallschirmen für Berliner Kinder abzuwerfen. Andere Piloten schlossen sich an.
Aus einer kleinen persönlichen Aktion entstand eines der bekanntesten Bilder der Luftbrücke.
Das erklärt auch, warum Tempelhof für viele West-Berliner lange weit mehr war als Infrastruktur.
Der Flughafen stand für Versorgung, Verbindung und dafür, während der Blockade nicht aufgegeben worden zu sein.
Das ist einer der ungewöhnlichsten Brüche in der Geschichte Tempelhofs: Ein monumentaler Flughafenbau aus der NS-Zeit wurde wenige Jahre später zu einem der bekanntesten Symbole des Westens im Kalten Krieg.
Tempelhof im geteilten Berlin
Nach der Luftbrücke blieb der Flughafen eng mit den Westalliierten verbunden. Die US Air Force nutzte Tempelhof von 1945 bis 1993, während ab 1951 wieder offiziell ziviler Luftverkehr stattfand.
Für West-Berlin war der Flughafen damit über Jahrzehnte eine direkte Verbindung zur Außenwelt.
Und genau diese Geschichte erklärt zumindest einen Teil der emotionalen Bindung, die später bei der Diskussion über die Schließung sichtbar wurde.
Für mich kam noch etwas viel Einfacheres dazu:
Ich kannte Tempelhof als echten Flughafen.
Keine historische Ausstellung. Kein Park. Kein Lost Place.
Ich bin dort als Kind ins Flugzeug gestiegen.
Warum wurde der Flughafen Tempelhof geschlossen?
Der Flughafen Tempelhof wurde im Zuge der Neuordnung des Berliner Luftverkehrs geschlossen. Am 31. Oktober 2008 endete der reguläre Flugbetrieb endgültig.
Doch die Schließung war politisch und emotional umkämpft.
Am 27. April 2008 konnten die Berliner beim Volksentscheid „Tempelhof bleibt Verkehrsflughafen!“ darüber abstimmen.
60,1 Prozent der Teilnehmer stimmten für die Offenhaltung.
Das klingt erstmal nach einem Sieg.
War es aber nicht.
Für einen erfolgreichen Volksentscheid mussten gleichzeitig mindestens 25 Prozent aller Stimmberechtigten zustimmen. Die Ja-Stimmen erreichten lediglich 21,7 Prozent.
Und genau daher kamen die rund 80.000 Stimmen, über die die alten Berliner in meiner U-Bahn diskutierten.
Volksentscheid 2008: Die alte Grenze war noch sichtbar
Besonders interessant wird die Abstimmung, wenn man sich die Berliner Bezirke anschaut.
In Charlottenburg-Wilmersdorf stimmten beispielsweise 71,6 Prozent der Teilnehmer für die Offenhaltung. In Friedrichshain-Kreuzberg waren es nur 39,2 Prozent, in Pankow 34 Prozent.
Man muss vorsichtig damit sein, daraus für jeden einzelnen Berliner eine politische oder persönliche Motivation abzuleiten.
Aber die regionalen Unterschiede waren enorm.
Fast 20 Jahre nach dem Mauerfall war die jahrzehntelange Teilung Berlins in Abstimmungsergebnissen noch deutlich erkennbar.
Tempelhof war eben nie nur ein Flughafen.
Vom Flughafen zum Tempelhofer Feld
Nach der Schließung begann für Tempelhof das nächste Kapitel.
Seit 2010 ist das ehemalige Flugfeld öffentlich zugänglich. Heute fahren Menschen über die ehemaligen Start- und Landebahnen Fahrrad oder Inlineskates, lassen Drachen steigen, grillen, spazieren oder sitzen einfach irgendwo mitten auf dieser absurden riesigen Fläche.
Wenn du mehr über die heutige Nutzung wissen möchtest, findest du sie ausführlicher in unserem Blog über das Tempelhofer Feld.
Denn an dieser Stelle interessiert mich etwas anderes:
Was passiert mit einem Ort, dessen ursprüngliche Funktion komplett verschwunden ist?
Volksentscheid 2014: Warum das Tempelhofer Feld frei blieb
2014 entschieden die Berliner erneut über Tempelhof – diesmal nicht über den Flughafen, sondern über die Zukunft des Feldes.
Die Initiative „100 % Tempelhofer Feld“ wollte die gesamte Freifläche erhalten. Beim Volksentscheid am 25. Mai 2014 stimmten 64,3 Prozent für ihren Gesetzentwurf. 739.124 Berliner unterstützten den vollständigen Erhalt des Feldes.
Für mich hat diese Abstimmung noch eine andere Bedeutung.
Es war der erste Volksentscheid, an dem ich stolz mit meinen 20 Jahren teilnehmen konnte.
Viele Berliner wollten keinen weiteren Wohnblock, keine Investorenprojekte und keine Verdichtung auf dem Feld.
Sondern einfach:
Raum.
Und genau das ist in einer Stadt wie Berlin extrem selten geworden.
Irgendwie macht es mich auch ein klein wenig stolz, mit dafür verantwortlich zu sein, dass diese Freifläche heute noch existiert.
Tempelhofer Feld heute: Geschichte, die man leicht übersieht
Wenn du heute über das Tempelhofer Feld läufst, merkst du erstmal nicht viel von dieser Geschichte.
Klar:
die riesigen Landebahnen, die monumentalen Gebäude, der alte Flughafen.
Aber der Rest?
Menschen liegen im Gras. Kinder lernen Fahrradfahren. Hunde rennen herum. Leute drehen ihre Runden auf Inlineskates oder Fahrrädern. Bei gutem Wetter steigen überall Drachen in den Himmel.
Es wirkt leicht.
Und genau deshalb kann man schnell vergessen, was hier alles passiert ist.
1909 flog Orville Wright über das Feld.
1933 fanden hier nationalsozialistische Massenveranstaltungen statt.
Wenig später befand sich am Rand ein Konzentrationslager.
Im Krieg arbeiteten hier Zwangsarbeiter.
1948 und 1949 landeten die Maschinen der Luftbrücke.
Bis 2008 starteten hier Passagierflugzeuge.
Heute lernen Kinder auf derselben Fläche Fahrradfahren.
Kaum ein Berliner Ort hat seine Bedeutung innerhalb von etwas mehr als 100 Jahren so oft verändert.
Ein Blick aus erster Hand: Tempelhof während der Luftbrücke
Marianne, 78 – geboren 1948 in West-Berlin zu Beginn der Luftbrücke:
„Ich bin zu Beginn der damaligen Luftbrücke in West-Berlin geboren worden. Es gab in den ersten Jahren meines Lebens wortwörtlich nichts. Einen Vater hatte ich nicht mehr und meine Mutter musste sich als alleinerziehende Frau alles von unseren Nachbarn leihen. Von Windeln über Mehl bis Decken für den Winter.
Ich wüsste nicht, wo wir zu diesem Zeitpunkt ohne unsere Nachbarn gewesen wären.
Vielleicht bin ich aus deshalb aus Nächstenliebe Erzieherin geworden. Die Stimmung in der Stadt war so bedrückend und ungewiss, ich kann sie bis heute nicht beschreiben.“
Der Flughafen Tempelhof hat für sie bis heute eine große Bedeutung.
„Meine Mutter erzählte mir so viele Geschichten.“
Und genau solche Erinnerungen sind für mich wichtig.
Nicht, weil ein einzelner Mensch die komplette Geschichte eines Ortes erzählen kann.
Sondern weil Geschichte plötzlich nicht mehr nur aus Jahreszahlen besteht.
Tempelhof wurde sogar zur Filmkulisse
Noch ein komplett anderes Kapitel:
Wenn du heute entlang der monumentalen Gebäudefassade läufst, wirkt Tempelhof sowieso teilweise wie eine Filmkulisse.
Und genau dafür wurde der Flughafen tatsächlich genutzt.
Für „The Hunger Games: Mockingjay – Part 2“ diente Tempelhof als Kulisse für Distrikt 2.
Wenn du den Film kennst, erkennst du Teile des Flughafens ziemlich deutlich wieder.
Passt irgendwie zu diesem Ort.
Ein Gelände, das innerhalb eines Jahrhunderts Exerzierplatz, Flughafen, NS-Repräsentationsbau, Rüstungsstandort, Lebensader West-Berlins, Verkehrsflughafen, Filmkulisse und öffentlicher Freiraum war.
Flughafen Tempelhof: Ein Ort, den viele sehen – aber kaum jemand versteht
Wenn du heute über das Tempelhofer Feld läufst, siehst du:
Menschen.
Freizeit.
Freiheit.
Was du nicht siehst:
das ehemalige Konzentrationslager am Rand des Feldes.
Die Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs.
Die Flugzeuge der Luftbrücke, die teilweise im Minutentakt landeten.
Eine eingeschlossene Stadt.
Die jahrzehntelange Teilung Berlins.
Und genau deshalb finde ich Tempelhof so interessant.
Berlin ist voll von Orten wie diesem.
Orte, die jeder kennt – aber kaum jemand versteht.
Vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen:
Berlin sehen und Berlin verstehen.
Wenn du anfangen willst, diese Stadt wirklich zu verstehen, reicht es nicht, nur durch sie durchzulaufen.
Lies hier gerne unsere Blogs über Berghain, RAW-Gelände, Dates, 1UP oder Planetarien.
Berlin ist keine Sehenswürdigkeit. Berlin ist eine Stadt.
Wir sehen uns im ehrlichen Berlin – oder hier im nächsten Blog. Haut rein 🖤
Quellen: Buch "Flughafen Tempelhof" von Carl-Ludwig paeschke | Buch "Der Flughafen berlin-Tempelhof" von Thomas Blau | Buch "Tempelhof" von Helmut Trunz | Viele der Bilder in diesem Beitrag sind Beispielbilder und stammen nicht von den besuchten Orten.
Häufige Fragen zum Flughafen Tempelhof
Wann wurde der Flughafen Tempelhof eröffnet?
Der Flughafen Tempelhof wurde am 8. Oktober 1923 eröffnet. Das heute bekannte monumentale Flughafengebäude entstand erst ab 1936 nach Plänen des Architekten Ernst Sagebiel.
Warum wurde der Flughafen Tempelhof geschlossen?
Der Flughafen Tempelhof wurde im Zuge der Neuordnung des Berliner Luftverkehrs geschlossen. Trotz eines Volksentscheids zur Offenhaltung endete der Flugbetrieb am 31. Oktober 2008 endgültig.
Welche Rolle spielte der Flughafen Tempelhof bei der Berliner Luftbrücke?
Tempelhof war einer der zentralen Flughäfen der Berliner Luftbrücke 1948/49. Über die Luftbrücke wurde West-Berlin während der sowjetischen Blockade mit Lebensmitteln, Kohle, Rohstoffen und anderen wichtigen Gütern versorgt.
Wie oft landeten die Rosinenbomber in Tempelhof?
Während der Berliner Luftbrücke herrschte zeitweise extrem dichter Flugverkehr. Beim Rekordtag am 16. April 1949 wurden innerhalb von 24 Stunden 1.398 Flüge abgefertigt, zeitweise landete etwa alle 63 Sekunden eine Maschine.
Warum heißen die Flugzeuge der Berliner Luftbrücke Rosinenbomber?
Der Name Rosinenbomber wurde besonders mit Piloten wie Gail Halvorsen verbunden, die Süßigkeiten an kleinen Fallschirmen für Berliner Kinder abwarfen. Die Bezeichnung entwickelte sich später zu einem bekannten deutschen Begriff für die Transportflugzeuge der Luftbrücke.
Welche Rolle spielte der Flughafen Tempelhof im Nationalsozialismus?
Während der NS-Zeit entstand ab 1936 das monumentale Flughafengebäude nach Plänen von Ernst Sagebiel. Am Rand des Tempelhofer Feldes befand sich außerdem das KZ Columbia, während des Zweiten Weltkriegs wurden auf dem Flughafengelände Rüstungsgüter produziert und Zwangsarbeiter eingesetzt.
Kann man den Flughafen Tempelhof heute besichtigen?
Das ehemalige Flughafengebäude kann im Rahmen angebotener Führungen besichtigt werden. Dabei sind Bereiche des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes zugänglich, die beim normalen Besuch des Tempelhofer Feldes nicht zu sehen sind.
Was ist heute auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof?
Das ehemalige Flugfeld ist heute als Tempelhofer Feld öffentlich zugänglich. Die früheren Start- und Landebahnen werden unter anderem zum Radfahren, Skaten, Spazieren und Drachensteigen genutzt, während das historische Flughafengebäude für unterschiedliche Nutzungen und Veranstaltungen dient.
Ist das Tempelhofer Feld kostenlos?
Ja, der Zugang zum Tempelhofer Feld ist grundsätzlich kostenlos. Das Gelände besitzt mehrere Eingänge und feste Öffnungszeiten, die sich im Laufe des Jahres ändern.
Wie groß ist das Tempelhofer Feld?
Das ehemalige Flughafenareal umfasst rund 355 Hektar, davon entfallen ungefähr 300 Hektar auf das Tempelhofer Feld. Die außergewöhnlich große zusammenhängende Freifläche mitten in Berlin prägt den Ort bis heute.
Was geschah beim Volksentscheid zum Flughafen Tempelhof 2008?
Beim Volksentscheid 2008 stimmten 60,1 Prozent der Teilnehmer für die Offenhaltung des Flughafens. Der Volksentscheid scheiterte trotzdem, weil die Ja-Stimmen nur 21,7 Prozent aller Stimmberechtigten ausmachten und damit das notwendige Quorum von 25 Prozent nicht erreicht wurde.
Warum blieb das Tempelhofer Feld unbebaut?
Beim Volksentscheid 2014 stimmte eine Mehrheit für den Gesetzentwurf der Initiative „100 % Tempelhofer Feld“. Dadurch wurde die vollständige Freifläche gesetzlich geschützt und die damals vorgesehenen Bebauungspläne konnten nicht umgesetzt werden.
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