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KaDeWe Berlin:

Die Geschichte hinter Deutschlands berühmtestem Kaufhaus

Das KaDeWe Berlin gehört zu den bekanntesten Kaufhäusern Europas. Doch hinter Luxusmarken, prunkvollen Schaufenstern und der berühmten Feinschmeckeretage verbirgt sich weit mehr als ein exklusives Einkaufserlebnis.

Die Geschichte des KaDeWe erzählt gleichzeitig die Geschichte Berlins – vom Kaiserreich über die Goldenen Zwanziger, den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg bis zur Teilung der Stadt und der Wiedervereinigung.

Wer die Geschichte des Kaufhauses des Westens kennt, versteht auch ein Stück Berlin.

Logo in blaue und dem Schriftzug "KaDeWe"

Was ist das KaDeWe?

Das KaDeWe (Kaufhaus des Westens) ist das bekannteste Warenhaus Deutschlands und eines der berühmtesten Kaufhäuser Europas.

Es wurde 1907 in Berlin eröffnet und gilt bis heute als Wahrzeichen des ehemaligen West-Berlins.

Bekannt ist das KaDeWe vor allem für seine über 100-jährige Geschichte, internationale Luxusmarken und die berühmte Feinschmeckeretage im sechsten Obergeschoss.

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Schaufenster im KaDeWe mit Hose, Schuhe und Preisschildern.

Warum heißt das KaDeWe eigentlich Kaufhaus des Westens?

KaDeWe steht für "Kaufhaus des Westens".

Der Name bezog sich auf den damals neu entstehenden Berliner Westen rund um Charlottenburg und den Kurfürstendamm.

Das Kaufhaus sollte das luxuriöse Zentrum dieses neuen Stadtteils werden – und genau das gelang ihm.

Schaufensterpuppe aus Stoff mit schwarzem Sakko wenig belichtet.

Warum ist das KaDeWe so berühmt?

Das KaDeWe Berlin zählt zu den bekanntesten Kaufhäusern der Welt.

Berühmt wurde es nicht nur durch seine Größe oder seine Luxusmarken, sondern vor allem durch seine über 100-jährige Geschichte, die legendäre Feinschmeckeretage und seine Rolle als Symbol des ehemaligen West-Berlins.

Hausfront des Kaufhaus des Westens mit Schriftzug "KaDeWe" bei gutem Wetter.

KaDeWe Berlin in Kürze

  • Eröffnung: 27. März 1907
  • Gründer: Adolf Jandorf
  • Architekt: Emil Schaudt
  • Standort: Tauentzienstraße am Wittenbergplatz in Berlin-Schöneberg
  • Bedeutung des Namens: KaDeWe steht für Kaufhaus des Westens
  • Verkaufsfläche: rund 60.000 m² auf mehreren Ebenen
  • Besonderheit: berühmte Feinschmeckeretage im 6. Obergeschoss
  • Besucher: rund 40.000–50.000 täglich, zur Weihnachtszeit bis zu 100.000
  • Bekannt für: Luxusmarken, Feinkost, Architektur und über 100 Jahre Berliner Geschichte
Innenbereich eines Geschäfts im Kadewe mit Schuhen und Vitrinen

So Freunde,

wenn man heute vor dem KaDeWe steht, wirkt vieles selbstverständlich. Große Schaufenster, internationale Luxusmarken und tausende Besucher gehören inzwischen genauso zum Berliner Westen wie der Kurfürstendamm oder die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

Doch genau darin liegt der Irrtum.

Das KaDeWe entstand nicht in einem bereits berühmten Stadtteil. Vielmehr trug es selbst entscheidend dazu bei, den Berliner Westen zu dem zu machen, was er heute ist.

Und genau deshalb lohnt sich ein Blick zurück.

Ein Pärchen sitzt einem an einem Tisch mit guter Aussicht im Kadewe Berlin.

Warum wurde das KaDeWe überhaupt gebaut?

Das KaDeWe Berlin wurde 1907 eröffnet, weil der Berliner Kaufmann Adolf Jandorf ein Kaufhaus schaffen wollte, das sich bewusst an wohlhabende Kunden richtete.

Sein Ziel war es nicht nur, exklusive Waren zu verkaufen, sondern den damals entstehenden Berliner Westen als modernes Einkaufs- und Gesellschaftszentrum zu etablieren.

Anfang des 20. Jahrhunderts wuchs Berlin rasant. Neue Boulevards entstanden, prachtvolle Gebäude wurden errichtet und die Hauptstadt entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Metropolen Europas.

Während rund um die Museumsinsel und die historische Berliner Innenstadt die politische und kulturelle Geschichte der Stadt geschrieben wurde, entstand westlich des Tiergartens ein völlig neues Zentrum.

Man sprach damals vom „Neuen Westen“.

Charlottenburg gehörte zu dieser Zeit noch gar nicht zu Berlin, sondern war eine eigenständige Stadt.

Genau hier erkannte der Berliner Kaufmann Adolf Jandorf eine einmalige Chance.

Die meisten erleben Berlin immer gleich.
Sehenswürdigkeiten, lange Wege, viel Googeln.
Und am Ende: viel gesehen, aber wenig verstanden.

Berlin funktioniert anders.
Die Stadt zeigt sich nicht über Hotspots –
sondern über Orte, die man kennen muss.

Ich bin Berliner und arbeite seit Jahren in der Hotellerie
und sehe täglich, wie Besucher die Stadt erleben – und oft falsch einschätzen.

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Straßenschild Kurfürstendamm Ecke Uhlandtrasse in der Gegend vom Kadewe

Ein Kaufhaus für die gehobene Gesellschaft

Nachdem Jandorf bereits mehrere Warenhäuser für den alltäglichen Bedarf eröffnet hatte, wollte er etwas schaffen, das Deutschland bis dahin kaum kannte: ein Kaufhaus für die gehobene Gesellschaft. Nicht für den schnellen Einkauf, sondern für Menschen, die internationale Mode, außergewöhnliche Waren und exzellenten Service erwarteten.

Am 27. März 1907 eröffnete schließlich das Kaufhaus des Westens – kurz KaDeWe.

Schon der Name war eine bewusste Entscheidung. Er sollte zeigen, dass hier ein neues Zentrum entstand. Nicht im historischen Berlin, sondern im aufstrebenden Westen der Stadt.

Auch der Standort war kein Zufall. Direkt am Wittenbergplatz hielt seit wenigen Jahren die neue Hoch- und Untergrundbahn. Wer mit der Bahn ankam, stand praktisch vor dem Haupteingang.

Für damalige Verhältnisse war das ein enormer Standortvorteil und ein frühes Beispiel dafür, wie eng Stadtentwicklung und moderne Verkehrsinfrastruktur zusammenhingen. Ähnlich prägen heute Verkehrsknoten wie der Berlin Hauptbahnhof oder Bahnhof Alexanderplatz ganze Stadtviertel.

authentisches Bild der Skyline von Berlin

Das KaDeWe veränderte den Berliner Westen

Das KaDeWe Berlin war nicht einfach nur ein neues Kaufhaus. Es machte die Tauentzienstraße und den Kurfürstendamm zu einem der bedeutendsten Einkaufsviertel Deutschlands und legte den Grundstein für die heutige City West.

Heute schlendern jedes Jahr Millionen Menschen über die Tauentzienstraße. Für viele gehört der Weg vom Wittenbergplatz bis zum Kurfürstendamm ganz selbstverständlich zu einem Berlin-Besuch.

Vor der Eröffnung des KaDeWe sah das allerdings völlig anders aus.

Die Gegend bestand überwiegend aus Wohnhäusern. Erst mit dem Kaufhaus zogen nach und nach weitere Geschäfte, Cafés, Hotels und Theater in die Umgebung.

Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich das Viertel zu einem der elegantesten Orte Berlins.

Großes angeleuchtetes Schild am Kurfürstendamm mit der Aufschrift "Berlin"

Wie ein Kaufhaus einen ganzen Stadtteil prägte

Zeitgenössische Beobachter beschrieben damals, dass hier plötzlich eine Atmosphäre entstand, wie man sie sonst nur aus internationalen Metropolen kannte.

Menschen aus aller Welt flanierten über die Straßen, elegante Schaufenster luden zum Bummeln ein und der Westen Berlins entwickelte sich immer stärker zum Gegenpol der historischen Mitte.

Gerade während der Goldenen Zwanziger wurde diese Entwicklung noch einmal deutlich. Während Berlin insgesamt zur pulsierenden Weltstadt aufstieg, entwickelte sich das KaDeWe Berlin zu einem ihrer sichtbarsten Wahrzeichen.

Nicht viele Gebäude können von sich behaupten, einen ganzen Stadtteil verändert zu haben.

Beim KaDeWe ist genau das passiert.

Foto einer damaligen Burleske Tänzerin mit Zigarette.

Warum wurden die Goldenen Zwanziger zur Blütezeit des KaDeWe?

Während der Goldenen Zwanziger entwickelte sich das KaDeWe Berlin zu einem der modernsten und luxuriösesten Kaufhäuser Europas. Internationale Mode, technische Innovationen und die berühmte Feinschmeckeretage machten das Kaufhaus des Westens weit über Berlin hinaus bekannt.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der 1920er-Jahre veränderte sich auch das KaDeWe Berlin.

Nachdem Adolf Jandorf sein Unternehmen 1926 verkauft hatte, übernahm der Warenhauskonzern Hermann Tietz das Kaufhaus und investierte umfangreich in dessen Ausbau. Neue Etagen entstanden, eine Dachterrasse lud zum Verweilen ein und das Sortiment wurde noch internationaler.

Besonders prägend war jedoch eine Abteilung, die bis heute untrennbar mit der Geschichte des KaDeWe verbunden ist.

Foto vom Pralinen aus der Feinschmeckeretage im Kaufhaus des Westens.

Die Geburtsstunde der berühmten Feinschmeckeretage

Ende der 1920er-Jahre entstand die Feinschmeckeretage des KaDeWe, die das Kaufhaus bis heute weltberühmt macht.

Während viele Menschen damals kaum über regionale Lebensmittel hinausblickten, fanden Berliner hier Delikatessen aus Frankreich, Italien oder Übersee. Exotische Früchte, hochwertige Weine und Spezialitäten aus aller Welt machten das KaDeWe Berlin zu einem Ort, an dem nicht nur eingekauft, sondern gestaunt wurde.

Ähnlich wie die historischen Markthallen spiegelte die Feinschmeckeretage den Wandel der Esskultur wider – allerdings auf einem deutlich exklusiveren Niveau. Sie entwickelte sich schnell zu einem Treffpunkt für Genießer und gilt bis heute als das Herzstück des KaDeWe.

Gleichzeitig veränderte sich auch Berlin selbst rasant. Die Stadt entwickelte sich zu einer der aufregendsten Metropolen Europas – mit neuen Theatern, Kinos, Bars und einem Nachtleben, das international für Aufsehen sorgte.

Das KaDeWe passte perfekt in diese Zeit. Es verkaufte nicht nur Waren, sondern ein Lebensgefühl.

Fassade mit Schaufenstern vom kadewe in Berlin.

Wie veränderte der Nationalsozialismus das KaDeWe?

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann für das KaDeWe Berlin eines der dunkelsten Kapitel seiner Geschichte. Die jüdischen Eigentümer wurden systematisch enteignet, Mitarbeiter entlassen und das Unternehmen zwangsweise „arisiert“.

Dass das KaDeWe überhaupt entstehen konnte, war Unternehmern wie Adolf Jandorf und später dem jüdischen Familienunternehmen Tietz zu verdanken.

Doch genau diese Herkunft wurde ihnen nach 1933 zum Verhängnis.

Am 1. April 1933 blieb das KaDeWe während des reichsweiten Boykotts jüdischer Geschäfte geschlossen. Kurz darauf verloren hunderte jüdische Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze.

Gleichzeitig setzten Banken und das NS-Regime die Eigentümer massiv unter Druck. Kredite wurden verweigert, Geschäftsanteile systematisch entzogen und die Familie Tietz schließlich zum Verkauf ihres Unternehmens gezwungen.

Heute spricht man von der sogenannten Arisierung – der gezielten Enteignung jüdischer Unternehmer während der NS-Zeit.

Nach außen blieb vieles zunächst unverändert. Der Name KaDeWe verschwand nicht und auch der Geschäftsbetrieb lief weiter. Hinter den Kulissen hatte sich jedoch alles verändert. Die Menschen, die das Kaufhaus aufgebaut hatten, waren verdrängt worden.

Dieses Kapitel gehört untrennbar zur Geschichte des KaDeWe. Es zeigt, dass das Kaufhaus nicht nur Zeuge der Berliner Geschichte war, sondern ihre politischen und gesellschaftlichen Umbrüche unmittelbar erleben musste.

U-Bahneingang mit Leuchtreklame vom U-Bahnhof Kurfürstendamm

Warum brannte das KaDeWe im Zweiten Weltkrieg?

Das KaDeWe Berlin wurde 1943 schwer zerstört, als während eines alliierten Luftangriffs ein britischer Bomber auf das Gebäude stürzte. Der anschließende Großbrand vernichtete weite Teile des Kaufhauses und zerstörte auch das historische Firmenarchiv. Besonders schmerzhaft, da in dem Archiv zahlreiche Dokumente und Erinnerungsstücke aus den ersten Jahrzehnten des Hauses aufbewahrt wurden.

In den letzten Kriegsjahren gehörte Berlin zu den häufigsten Zielen alliierter Luftangriffe. Auch das KaDeWe blieb davon nicht verschont.

Als der Krieg 1945 endete, war vom einstigen Luxuskaufhaus nur noch ein beschädigter Gebäudekomplex übrig.

Dass das KaDeWe heute überhaupt noch existiert, ist deshalb alles andere als selbstverständlich. Die Geschichte des Hauses hätte an dieser Stelle genauso gut enden können.

Stacheldraht mit verschwommenen Hintergrund.

Wie wurde das KaDeWe nach dem Krieg zum Symbol West-Berlins?

Nach dem Zweiten Weltkrieg verkaufte das KaDeWe Berlin zunächst keine Luxusgüter, sondern Lebensmittel des täglichen Bedarfs.

Erst mit dem wirtschaftlichen Aufschwung entwickelte sich das Kaufhaus des Westens wieder zum bekanntesten Kaufhaus West-Berlins und zum Symbol des freien Westens.

Als das KaDeWe Berlin am 3. Juli 1950 nach dem Wiederaufbau seine Türen wieder öffnete, standen keine Designermarken oder Champagner im Mittelpunkt.

Die Berliner wollten Fett, Würstchen und Lebensmittel kaufen.

Rund 180.000 Menschen kamen allein am ersten Tag ins Kaufhaus. Das zeigt eindrucksvoll, wie groß der Mangel in den Nachkriegsjahren noch war.

Das KaDeWe war zunächst kein Ort des Luxus, sondern ein wichtiger Bestandteil der Versorgung einer zerstörten Stadt.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der 1950er- und 1960er-Jahre veränderte sich jedoch auch das Kaufhaus wieder.

Nach und nach kehrten internationale Mode, hochwertige Waren und exklusive Delikatessen zurück. Das KaDeWe Berlin fand langsam zu seiner ursprünglichen Idee zurück und wurde erneut zu einem der bekanntesten Kaufhäuser Europas.

Schaufenster vom Kadewe in Berlin in schwarz weiss.

Das Schaufenster des freien Westens

Mit der Teilung Berlins bekam das KaDeWe eine völlig neue Bedeutung.

Während Ost- und West-Berlin sich immer weiter auseinanderentwickelten, wurde das Kaufhaus zu einem der bekanntesten Symbole des westlichen Berlins.

Es stand für Wohlstand, internationales Flair und wirtschaftlichen Aufschwung. Nur wenige Gehminuten entfernt entstanden Wahrzeichen wie das Europa-Center, dessen rotierender Mercedes-Stern bis heute an diese Zeit erinnert. Gemeinsam prägten sie das Bild der heutigen City West.

Wer sich mit der Geschichte des geteilten Berlins beschäftigt, merkt schnell, dass sich viele Entwicklungen gegenseitig beeinflussten. Während Orte wie der Flughafen Tempelhof während der Luftbrücke zum Symbol der Freiheit wurden, übernahm das KaDeWe diese Rolle im Alltag.

Es war das Schaufenster des Westens – ein Ort, an dem Besucher sehen konnten, wofür West-Berlin stehen wollte.

Foto vom Bahnhof Zoologischer Garten und im Hintergrund das Center "Bikini-Berlin"

Warum wirkte West-Berlin für mich immer wie eine andere Stadt?

Als Kind und Jugendlicher bin ich im Osten Berlins aufgewachsen.

Entsprechend führte mich mein Alltag nur selten in den Westen der Stadt. Mal zu einem Wandertag, einem Handballspiel oder einer Veranstaltung. Später kamen Weihnachtsmärkte, Konzerte und gelegentliche Besuche dazu, aber das waren eher Ausnahmen.

Geändert hat sich das erst mit dem Beginn meiner Ausbildung in einem renommierten Fünf-Sterne-Hotel in der Nähe des Tiergartens. Von da an war ich fast täglich rund um den Zoologischen Garten, den Kurfürstendamm und das ehemalige Zentrum West-Berlins unterwegs.

Und ich muss ehrlich sagen:

Ich mochte es.

Wer heute behauptet, Ost und West würden sich kaum noch unterscheiden, war entweder nie wirklich auf beiden Seiten unterwegs oder hat nie genau hingeschaut.

Natürlich ist Berlin längst wieder eine Stadt.

Trotzdem merkt man bis heute, wie unterschiedlich sich beide Stadthälften entwickelt haben. Architektur, Einkaufsstraßen, Verkehr, Geschäfte, Restaurants oder auch das Publikum – vieles wirkt noch immer anders. Das überrascht eigentlich nicht. Schließlich standen Ost- und West-Berlin über vier Jahrzehnte unter völlig unterschiedlichen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einflüssen.

Besonders deutlich wurde mir das jedes Mal, wenn ich das KaDeWe betrat. Es fühlte sich nie wie ein gewöhnliches Einkaufszentrum an.

Man hatte eher das Gefühl, einen Ort zu betreten, der seine Geschichte bis heute ausstrahlt.

Foto von einem Schild "Halt hier Grenze" in einer alten Berliner Wohnung.

Was passierte im KaDeWe nach dem Mauerfall?

Nach dem Fall der Berliner Mauer wurde das KaDeWe Berlin für viele DDR-Bürger zu einem der ersten Ziele im Westen. Teilweise kamen bis zu 200.000 Besucher täglich, um das berühmte Kaufhaus erstmals mit eigenen Augen zu sehen.

Als am 9. November 1989 die Berliner Mauer fiel, veränderte sich auch das KaDeWe schlagartig.

Schon am nächsten Tag strömten unzählige Menschen aus dem Ostteil der Stadt und aus der DDR in das Kaufhaus. Zeitweise wurden bis zu 200.000 Besucher täglich gezählt. Viele wollten sich einfach selbst ansehen, was sie zuvor nur aus Erzählungen oder dem Westfernsehen kannten.

Für zahlreiche Menschen gehörte ein Besuch im KaDeWe zu den ersten Erlebnissen im ehemaligen West-Berlin – ähnlich wie für ein Spaziergang zum Brandenburger Tor oder für West-Berliner einen Spaziergang über den Bahnhof Alexanderplatz.

Orte, die jahrzehntelang für zwei völlig unterschiedliche Lebenswelten standen, konnten plötzlich ohne Grenzen erlebt werden.

Mit der Wiedervereinigung verlor das KaDeWe zwar seine politische Rolle als Schaufenster des Westens. Seine Bedeutung für Berlin blieb jedoch erhalten.

Bis heute gehört das KaDeWe Berlin zu den bekanntesten Wahrzeichen der Hauptstadt und zieht Besucher aus aller Welt an.

3 Weingläser stoßen an in der Feinschmeckerabteilung vom KaDeWe.

Warum ist die Feinschmeckeretage des KaDeWe so berühmt?

Die Feinschmeckeretage des KaDeWe Berlin gehört zu den bekanntesten Lebensmittelabteilungen der Welt. Seit den späten 1920er-Jahren zieht sie Genießer aus aller Welt an und gilt bis heute als das Herzstück des Kaufhauses des Westens.

Während viele Besucher zuerst an Luxusmode oder internationale Designer denken, ist es für viele Berliner etwas ganz anderes, das untrennbar mit dem KaDeWe Berlin verbunden ist: die berühmte Feinschmeckeretage im sechsten Stock.

Hier geht es nicht ums Einkaufen im klassischen Sinne.

Hier wird probiert, geschlemmt, beobachtet und entdeckt.

Auf mehreren tausend Quadratmetern finden sich Delikatessen aus aller Welt, hunderte Käsesorten, frischer Fisch, handgefertigte Pralinen, exklusive Weine und Champagner sowie zahlreiche Restaurants und Bars. Selbst wer nichts kaufen möchte, kommt oft allein wegen der besonderen Atmosphäre hierher.

Mehr als nur eine Lebensmittelabteilung

Das Besondere ist nicht allein die Auswahl.

Die Feinschmeckeretage des KaDeWe erzählt bis heute ein Stück Berliner Geschichte. Schon Ende der 1920er-Jahre setzte das Kaufhaus auf internationale Spezialitäten – lange bevor Lebensmittel aus aller Welt selbstverständlich waren. Während viele Menschen damals fast ausschließlich regionale Produkte kannten, konnten Besucher hier Delikatessen entdecken, die für die meisten völlig unbekannt waren.

Bis heute gehört die Etage zu den größten Feinkostabteilungen Europas. Täglich werden hier tausende Speisen frisch zubereitet, Brote gebacken und Spezialitäten aus aller Welt angeboten.

Gerade deshalb ist sie weit mehr als ein Supermarkt für Luxusprodukte – sie ist für viele Besucher selbst eine Sehenswürdigkeit und einer der bekanntesten Gründe für einen Besuch im KaDeWe Berlin.

Foto der Tasten im Fahrstuhl und Nummer 6 ist gedrückt.

Die Geschichte, die ich im Fahrstuhl des KaDeWe erlebt habe

Ich kann es in diesem Kontext einfach nicht für mich behalten.

Während meiner Ausbildung arbeitete ich unter anderem als Portier in einem Berliner Fünf-Sterne-Hotel. Wir trugen komplett schwarze Uniformen mit Namensschild und Hotellogo – hochwertig, schlicht und ziemlich elegant.

Immer wieder musste ich während der Arbeitszeit Besorgungen im KaDeWe erledigen.

Mal ging es um eine Uhr, dann um Konzerttickets, Parfüm, Anzüge oder Taschen. Irgendwann kannte ich das Haus ziemlich gut, unterhielt mich regelmäßig mit den Mitarbeitern und meldete mich sogar oft freiwillig, wenn jemand ins KaDeWe musste.

Eines Tages sollte ich einen Rimowa-Koffer abholen.

Ich stellte mich in den Fahrstuhl, kurz bevor sich die Türen schlossen, stieg noch ein älteres Ehepaar ein.

Dann hörte ich nur: „Die Sechs bitte.“

Ich war kurz überfordert. Ohne groß nachzudenken, drückte ich einfach auf die dritte Etage.

Die beiden bedankten sich freundlich.

Erst während der Fahrt wurde mir klar, was gerade passiert war.

Sie hielten mich schlicht für den Liftboy. Und ich habe den Job vollständig angenommen.

Ich musste innerlich lachen, sagte aber kein Wort und klärte das Missverständnis nie auf.

Bis heute denke ich manchmal an diese Situation zurück, das Ehepaar hat in der Heimat vielleicht auch berichtet.

Wahrscheinlich hätte genau diese Szene Jahrzehnte zuvor tatsächlich stattfinden können.

Und ehrlich gesagt interessiert mich bis heute, ob sie mir am Ende sogar noch ein Trinkgeld gegeben hätten.

Irgendwie beschreibt diese kleine Geschichte ziemlich gut, welche besondere Ausstrahlung das KaDeWe bis heute besitzt.

Selbst im Jahr 2015 gingen manche Besucher offenbar ganz selbstverständlich davon aus, dass es dort noch klassische Liftboys gibt.

Das schafft vermutlich kein anderes Kaufhaus Deutschlands.

Straßenschild Kurfürstendamm und im Hintergrund das Stadtzentrum von West-Berlin.

Warum fühlt sich das KaDeWe bis heute anders an?

Natürlich gibt es heute viele moderne Einkaufszentren.

Sie sind größer, neuer oder architektonisch spektakulärer.

Trotzdem hat das KaDeWe für mich bis heute eine ganz besondere Wirkung.

Vielleicht liegt es daran, dass ich die Geschichte des KaDeWe bereits kannte, bevor ich dort regelmäßig unterwegs war.

Vielleicht aber auch daran, dass man diesem Gebäude seine Vergangenheit einfach anmerkt.

Es fühlt sich nicht wie ein beliebiges Shoppingcenter an.

Hier traf sich die Berliner Gesellschaft im Kaiserreich. Hier erlebte das Haus die Goldenen Zwanziger, die Enteignung seiner jüdischen Eigentümer, den Zweiten Weltkrieg, die Teilung Berlins und schließlich den Mauerfall. Kaum ein anderes Gebäude erzählt über mehr als hundert Jahre hinweg so viele Kapitel Berliner Geschichte.

Vielleicht ist genau das das Geheimnis des KaDeWe.

Es verkauft schon lange nicht mehr nur Waren.

Es verkauft seit über 100 Jahren auch ein Stück Berliner Geschichte.

Berlin ist keine Sehenswürdigkeit. Berlin ist eine Stadt.

Wir sehen uns im ehrlichen Berlin – oder hier im nächsten Blog.

Haut rein 🖤

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Quellen: Buch "Architektur in Berlin" von Matthias Donath | Buch "Berlin-Architektenführer" von Dominik Schendel | VIELE DER BILDER IN DIESEM BEITRAG SIND BEISPIELBILDER UND STAMMEN NICHT VON DEN BESUCHTEN ORTEN.

Häufige Fragen zum KaDeWe

Was ist das KaDeWe?

Das KaDeWe (Kaufhaus des Westens) ist das bekannteste Warenhaus Deutschlands und eines der berühmtesten Kaufhäuser Europas. Es wurde 1907 in Berlin eröffnet und ist vor allem für seine Luxusmarken, die berühmte Feinschmeckeretage und seine über 100-jährige Geschichte bekannt.

Wo befindet sich das KaDeWe?

Das KaDeWe befindet sich an der Tauentzienstraße 21–24 im Berliner Ortsteil Schöneberg – direkt am Wittenbergplatz. Von hier sind unter anderem der Kurfürstendamm, das Europa-Center und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche bequem zu Fuß erreichbar.

Warum heißt das KaDeWe Kaufhaus des Westens?

Der Name KaDeWe steht für Kaufhaus des Westens. Bei der Eröffnung im Jahr 1907 sollte das Kaufhaus den damals neu entstehenden Berliner Westen rund um Charlottenburg und den Kurfürstendamm repräsentieren.

Wann wurde das KaDeWe gebaut?

Das KaDeWe wurde am 27. März 1907 eröffnet. Bauherr war der Berliner Kaufmann Adolf Jandorf, der eines der modernsten Kaufhäuser Europas schaffen wollte.

Warum ist das KaDeWe so berühmt?

Das KaDeWe ist nicht nur wegen seiner Größe bekannt. Seine Geschichte, die berühmte Feinschmeckeretage und seine Rolle als Symbol des ehemaligen West-Berlins machten es zu einem der bekanntesten Kaufhäuser Europas.

Was ist die Feinschmeckeretage im KaDeWe?

Die Feinschmeckeretage im sechsten Obergeschoss gehört zu den größten Feinkostabteilungen Europas. Hier finden Besucher internationale Spezialitäten, frische Delikatessen, Restaurants und Bars aus aller Welt.

 Lohnt sich ein Besuch im KaDeWe?

Ja.

Selbst wer keine Luxusmarken kaufen möchte, besucht das KaDeWe wegen seiner Architektur, der historischen Bedeutung und der berühmten Feinschmeckeretage. Besonders in der Weihnachtszeit zählt es zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Berliner Westen.

Wurde das KaDeWe im Zweiten Weltkrieg zerstört?

Ja. Im Jahr 1943 stürzte während eines Luftangriffs ein britischer Bomber auf das Gebäude. Der anschließende Großbrand zerstörte große Teile des Kaufhauses und vernichtete das historische Firmenarchiv.

Welche Bedeutung hatte das KaDeWe während der Teilung Berlins?

Während der deutschen Teilung wurde das KaDeWe zum Symbol West-Berlins. Es stand für Wohlstand, internationales Flair und den wirtschaftlichen Aufschwung des Westens. Nach dem Mauerfall gehörte es für viele DDR-Bürger zu den ersten Zielen im ehemaligen West-Berlin.

Wem gehört das KaDeWe heute?

Das KaDeWe wird heute von der KaDeWe Group betrieben. Trotz mehrerer Eigentümerwechsel zählt es weiterhin zu den bekanntesten Warenhäusern Europas und gehört zu den wichtigsten Wahrzeichen Berlins.