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Mehrwert: So ist Berlin wirklich
East Side Gallery Berlin:
Zwischen Berliner Mauer, Kunst und dem neuen Friedrichshain
Die East Side Gallery gehört zu den bekanntesten Orten Berlins. Millionen Menschen laufen jedes Jahr entlang der bemalten Berliner Mauer zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke, machen Fotos vor dem Bruderkuss oder sitzen mit Bierflaschen an der Spree.
Was viele aber nicht verstehen:
Die East Side Gallery war nie einfach nur „die Berliner Mauer“.
Dieser Abschnitt war Teil eines streng kontrollierten DDR-Grenzsystems – und gleichzeitig bewusst inszenierte politische Kulisse für ausländische Staatsgäste. Genau das macht diesen Ort bis heute so widersprüchlich.
Was ist die East Side Gallery?
Die East Side Gallery ist ein 1,3 Kilometer langer Abschnitt der ehemaligen Berliner Mauer in Friedrichshain.
Nach dem Mauerfall 1989 bemalten 118 Künstlerinnen und Künstler aus 21 Ländern die frühere Hinterlandmauer der DDR und verwandelten sie in die längste Open-Air-Galerie der Welt.
Heute zählt die East Side Gallery zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Berlins und steht unter Denkmalschutz.
Warum ist die East Side Gallery berühmt?
Die East Side Gallery wurde weltberühmt, weil sie Berliner Mauer, Kunst und Wiedervereinigung an einem einzigen Ort verbindet.
Besonders bekannt sind Motive wie der sozialistische Bruderkuss zwischen Honecker und Breschnew oder der durch die Mauer brechende Trabant.
Die bemalten Mauerelemente gelten heute weltweit als Symbol für Freiheit, den Fall der Berliner Mauer und den Wandel Berlins nach der DDR.
Ist die East Side Gallery originale Berliner Mauer?
Ja. Die East Side Gallery besteht aus originalen Teilen der Berliner Mauer.
Viele Kunstwerke wurden jedoch restauriert oder teilweise neu gemalt, da Witterung, Verschmutzung und Beschädigungen die Bilder über Jahrzehnte verändert haben.
So Freunde,
die East Side Gallery war mein halbes Leben nur wenige Gehminuten von meinem Zuhause entfernt. Die Warschauer Straße war meine Heimat. Die Mauer gehörte immer irgendwie zu meinem Kiez, auch wenn ich sie erst spät wirklich verstanden habe.
Denn das hier war nur der Vorzeige-Teil der Mauer. Aber dazu später mehr.
Ich habe vermutlich jeden dritten Wandertag an der East Side Gallery verbracht, war dort unzählige Male spazieren, habe Geschichten meiner Eltern und meiner Oma aus der DDR gehört und dort später oft vorgeglüht, bevor es Richtung Clubs rund um die Warschauer ging.
Damals war Friedrichshain noch deutlich roher.
Mehr kaputte Fassaden.
Mehr improvisiertes Berlin.
Mehr Berliner.
Heute laufen dort Reisegruppen mit Ringlichtern an ehemaligen Grenzanlagen vorbei, während aus Bluetooth-Boxen Techno läuft und Leute TikToks vor einem früheren Todesstreifen drehen. Klinge fast wie ein Boomer.
Aber genau deshalb wirkt die East Side Gallery heute manchmal fast surreal.
Wie aus der Berliner Mauer die East Side Gallery Berlin wurde
Die Berliner Mauer wurde in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 errichtet.
Offiziell sprach die DDR vom „antifaschistischen Schutzwall“.
Tatsächlich sollte die Mauer vor allem verhindern, dass weiterhin Millionen Menschen aus der DDR in den Westen flohen.
Familien wurden getrennt.
Straßen durchschnitten.
Bahnhöfe geschlossen.
Fenster zugemauert.
Berlin wurde plötzlich zur Frontstadt des Kalten Krieges.
Menschen sprangen aus Häusern.
Tunnel wurden gebaut.
Grenzsoldaten desertierten.
Andere starben beim Versuch zu fliehen.
Die Berliner Mauer war nie einfach nur Beton. Sie war ein reales Gewalt- und Kontrollsystem mitten durch eine Stadt.
Nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 veränderte sich die Stimmung in Berlin komplett. Viele Menschen in Ost- und Westberlin erlebten plötzlich zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder eine gemeinsame Stadt.
1990 bemalten Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt den ehemaligen Grenzabschnitt entlang der Mühlenstraße.
Aus einem Symbol der Teilung wurde plötzlich ein Symbol für Freiheit, Hoffnung und Veränderung.
Und genau deshalb funktioniert die East Side Gallery bis heute emotional so stark.
Denn die Bilder dort entstanden direkt aus der Euphorie, Unsicherheit und Aufbruchsstimmung der Wendezeit heraus.
Die meisten erleben Berlin immer gleich.
Sehenswürdigkeiten, lange Wege, viel Googeln.
Und am Ende: viel gesehen, aber wenig verstanden.
Berlin funktioniert anders.
Die Stadt zeigt sich nicht über Hotspots –
sondern über Orte, die man kennen muss.
Ich bin Berliner und arbeite seit Jahren in der Hotellerie
und sehe täglich, wie Besucher die Stadt erleben – und oft falsch einschätzen.
Genau deshalb habe ich über 500 echte Orte in Berlin gesammelt.
Keine Touri-Spots. Keine klassischen Listen.
Sondern Orte, die hier wirklich funktionieren –
direkt in deinem Google Maps, sofort nutzbar.
Was viele über die Geschichte der East Side Gallery in Berlin falsch verstehen
Die meisten Menschen sehen heute einfach eine bemalte Mauer.
Aber die East Side Gallery war nie irgendein zufälliger Abschnitt der Berliner Mauer.
Und genau hier wird es historisch wirklich spannend.
Denn ausgerechnet dieser Teil der Berliner Mauer sollte für ausländische Staatsgäste besonders ordentlich und kontrolliert wirken. Die DDR nutzte hier bewusst glattere und repräsentativere Elemente der sogenannten „Grenzmauer 75“.
Warum?
Weil wichtige Delegationen auf ihrem Weg vom Flughafen Schönefeld Richtung Ostberliner Zentrum genau an diesem Abschnitt vorbeifuhren.
Die Grenze sollte modern, sauber und kontrolliert wirken.
Das bedeutet:
Die Berliner Mauer war nicht nur Grenzanlage.
Sie war auch politische Inszenierung.
Propaganda.
Architektur der Macht.
Und genau deshalb wirkt die East Side Gallery heute fast ironisch.
Der frühere Vorzeige-Abschnitt der DDR wurde später zum berühmtesten Kunstwerk der Berliner Wiedervereinigung.
Die Spree war hier selbst Teil der Grenze
Viele Menschen wissen außerdem nicht:
An der heutigen East Side Gallery verlief die eigentliche Grenze nicht direkt auf der heutigen Mauerseite.
Die Spree selbst war Teil des Grenzsystems.
Das Kreuzberger Ufer gehörte bereits zu Westberlin. Die heutige East Side Gallery war dagegen Teil der sogenannten Hinterlandmauer auf DDR-Seite.
Dazwischen lagen Kontrollflächen, Grenzwege und Überwachungsbereiche.
Die Wege, auf denen heute Touristen spazieren oder Fahrrad fahren, wurden früher von Grenztruppen kontrolliert.
Dass dort heute Straßenmusiker spielen, Menschen Sonnenuntergänge fotografieren oder Influencer mit Stativ stehen, wäre während der DDR-Zeit komplett unvorstellbar gewesen.
Und genau das macht diesen Ort bis heute so absurd und gleichzeitig so faszinierend.
Der Bruderkuss und das berühmteste Bild der Berliner Mauer
Das bekannteste Motiv der East Side Gallery ist bis heute der sozialistische Bruderkuss zwischen Leonid Breschnew und Erich Honecker.
Das Kunstwerk "Mein Gott, hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben" von Dmitri Wrubel basiert auf einem historischen Pressefoto aus dem Jahr 1979.
Damals feierte die DDR ihren 30. Jahrestag. Während der Feierlichkeiten küssten sich Honecker und Breschnew nach dem Ritual des sozialistischen Bruderkusses – ein Symbol kommunistischer Verbundenheit innerhalb des Ostblocks.
Der Satz unter dem Bild:
„Mein Gott, hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben“
wurde später weltberühmt.
Und genau dieses Motiv zeigt eigentlich perfekt, wie die East Side Gallery funktioniert:
Geschichte wird hier gleichzeitig erinnert, neu interpretiert und popkulturell weitergetragen.
Touristen stellen den Kuss nach.
Influencer drehen Videos davor.
Das Motiv landet auf Postkarten, Hoodies und Social Media.
Und trotzdem bleibt unter all dem immer noch die Geschichte des Kalten Krieges sichtbar.
Warum die East Side Gallery Berlin heute berühmter ist als die Mauer selbst
Das ist wahrscheinlich einer der größten historischen Widersprüche dieses Ortes.
Früher stand die Berliner Mauer weltweit für:
- Angst,
- Kontrolle,
- politische Gewalt,
- Teilung,
- Flucht
- und den Kalten Krieg.
Heute ist ausgerechnet ein Teil dieser Mauer eines der meistfotografierten Wahrzeichen Berlins geworden.
Viele Menschen kennen den Bruderkuss inzwischen besser als die eigentliche Geschichte dahinter.
Und genau das zeigt, wie Berlin Orte immer wieder komplett neu erfindet.
Die East Side Gallery ist heute gleichzeitig:
- Mahnmal,
- Sehenswürdigkeit,
- Kunstwerk,
- Selfie-Spot,
- Symbol für Freiheit
- und Content-Kulisse für Social Media.
Genau diese Widersprüche machen Berlin aus.
Warum Berliner ein kompliziertes Verhältnis zur East Side Gallery haben
Viele Berliner lieben die East Side Gallery.
Und gleichzeitig nervt sie manche komplett.
Denn dieser Ort steht inzwischen auch für:
- Massentourismus,
- Eventisierung,
- steigende Mieten,
- Investorenprojekte
- und ein Friedrichshain, das immer weniger wie früher wirkt.
Früher:
- Industrie,
- Grenzgebiet,
- improvisierte Bars,
- leerstehende Flächen,
- Subkultur,
- wildes Berlin nach der Wende.
Heute:
- Hotels,
- Airbnb,
- TikTok-Tourismus,
- E-Scooter,
- hippe Restaurants
- Reisegruppen,
- Influencer,
- Security-Zäune
- und Menschenmassen rund um die Uber Arena.
Direkt daneben liegen Orte wie das RAW-Gelände oder die Oberbaumbrücke, die ebenfalls zeigen, wie stark sich Friedrichshain verändert hat.
Das RAW war früher für viele Berliner genau das Gegenteil der heutigen Eventstadt:
dreckig, laut, improvisiert, manchmal chaotisch – aber eben echt.
Heute wirkt vieles rund um die Warschauer deutlich stärker vermarktet.
Und trotzdem hängen emotional bis heute extrem viele Erinnerungen an dieser Gegend.
Mediaspree, Proteste und der Kampf um das Spreeufer
Besonders in den 2000er-Jahren wurde die Gegend rund um die East Side Gallery zum Symbol für einen größeren Berliner Konflikt.
Unter dem Projekt „Mediaspree“ entstanden immer mehr Neubauten, Büroflächen und Investorenprojekte entlang der Spree. Viele Berliner protestierten dagegen, weil sie das Gefühl hatten, dass wichtige Freiräume der Stadt verschwinden.
Auch die East Side Gallery selbst wurde Teil dieses Konflikts.
Teilabschnitte der Mauer wurden zeitweise entfernt, um Zufahrten für Bauprojekte zu schaffen.
Das sorgte für massive Proteste und internationale Aufmerksamkeit.
Plötzlich ging es nicht mehr nur um Kunst oder Geschichte.
Sondern um die Frage:
Wem gehört Berlin eigentlich noch?
Was heute noch original ist – und was längst rekonstruiert wurde
Viele Menschen denken, die East Side Gallery sei komplett original erhalten.
Ganz so einfach ist es nicht.
Die Kunstwerke waren über Jahrzehnte Wind, Wetter, Verschmutzung und Beschädigungen ausgesetzt.
Viele Bilder verblassten oder wurden zerstört. Deshalb wurden große Teile der East Side Gallery Berlin restauriert und teilweise neu gemalt.
2009 beteiligten sich zahlreiche Künstler erneut daran, ihre Werke wiederherzustellen.
Auch darüber gab es Diskussionen.
Denn was ist eigentlich authentischer?
Die beschädigte Originalmauer? Oder die restaurierte Erinnerung daran?
Einige fanden die Restaurierung wichtig.
Andere meinten, dass gerade die Zerstörung zur echten Geschichte der Mauer dazugehört.
Und ehrlich gesagt passt genau dieser Konflikt perfekt zu Berlin.
Die Stadt verändert sich ständig.
Nichts bleibt komplett unangetastet.
Und trotzdem versucht Berlin permanent, seine eigene Geschichte festzuhalten.
Die East Side Gallery und mein Berlin
Ich glaube, genau deshalb hat mich die East Side Gallery erst mit der Zeit wirklich interessiert.
Als Kind war das einfach „die bemalte Mauer bei der Warschauer“.
Später wurde sie Treffpunkt.
Vortrink-Ort.
Orientierungspunkt im Kiez.
Teil meiner Jugend.
Früher war im alten Speicher – dort wo heute Pirates Berlin sitzt – oft Kickboxen oder Veranstaltungen.
Heute triffst du dort eigentlich kaum noch Berliner.
Und irgendwann versteht man langsam, wie absurd dieser Ort eigentlich ist.
Dass dort früher Grenzboote patrouillierten.
Dass Menschen hier nicht frei entlanglaufen konnten.
Dass Familien getrennt wurden.
Dass die DDR diesen Abschnitt bewusst ordentlich und repräsentativ wirken lassen wollte.
Und heute stehen dort Menschen mit Fast Food und Ringlicht vor einem ehemaligen Grenzsystem.
Trotzdem liebe ich diesen Ort irgendwie bis heute.
Vielleicht gerade wegen dieser Widersprüche.
Die North Side Gallery als roher Gegenpol
Und trotzdem muss ich auch in diesem Geschichte-Blog meiner Marke treu bleiben.
Denn wenn euch die East Side Gallery interessiert, solltet ihr euch auch einmal mit der sogenannten North Side Gallery am Nordbahnhof beschäftigen.
Deutlich roher.
Deutlich weniger touristisch.
Und bis heute bei vielen Berlin-Besuchern komplett unter dem Radar.
Dort dürfen sich Sprayer inzwischen legal auf einem ehemaligen Teil der Hinterlandmauer verewigen.
Während die East Side Gallery heute restauriert, fotografiert und international vermarktet wird, wirkt die North Side Gallery deutlich näher an der heutigen Berliner Graffiti-Kultur.
Genauso wie das Kunsthaus Tacheles zeigt auch die North Side Gallery, wie eng Kunst, Stadtentwicklung und Berliner Geschichte bis heute miteinander verbunden sind.
East Side Gallery Berlin: Ort, Eintritt & Besuch
Wo liegt die East Side Gallery?
Die East Side Gallery liegt in Berlin-Friedrichshain entlang der Mühlenstraße zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke.
Besonders rund um die Warschauer Straße gehört die Gegend heute zu den touristischsten Orten Berlins – früher war sie vor allem Grenzgebiet, Industriefläche und Teil eines streng kontrollierten DDR-Systems.
Kostet die East Side Gallery Eintritt?
Nein. Die East Side Gallery kann kostenlos besucht werden und ist rund um die Uhr öffentlich zugänglich.
Wie lange braucht man für die East Side Gallery?
Für einen Spaziergang entlang der gesamten East Side Gallery solltest du ungefähr 60 bis 90 Minuten einplanen.
Wer sich intensiver für die Geschichte der Berliner Mauer, die Kunstwerke oder die Entwicklung Friedrichshains interessiert, bleibt meistens deutlich länger.
Vor allem abends verändert sich die Atmosphäre dort komplett:
Straßenmusiker an der Spree, Sonnenuntergänge hinter der Oberbaumbrücke, Menschen auf dem Weg ins RAW-Gelände oder Richtung Clubs rund um die Warschauer Straße.
Wie viele Kunstwerke gibt es an der East Side Gallery?
An der East Side Gallery befinden sich über 100 Wandbilder von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt.
Besonders bekannt sind:
- der Bruderkuss zwischen Honecker und Breschnew,
- der durch die Berliner Mauer brechende Trabant,
- politische Wandbilder,
- surrealistische Kunst
- und viele Motive rund um Freiheit, Wiedervereinigung und den Fall der Berliner Mauer.
Wie kommt man zur East Side Gallery?
Am einfachsten erreichst du die East Side Gallery über:
- S-Bahn Warschauer Straße
- U-Bahn Warschauer Straße
- Ostbahnhof
Von beiden Seiten läufst du direkt entlang der ehemaligen Berliner Mauer.
Und genau dort merkt man heute besonders stark, wie sehr sich Friedrichshain verändert hat.
Lohnt sich die East Side Gallery heute noch?
Ja.
Aber vermutlich anders, als viele denken.
Die East Side Gallery ist nicht einfach nur ein schöner Fotospot in Berlin.
Sie ist einer der wenigen Orte der Stadt, an denen:
- Berliner Mauer,
- Kalter Krieg,
- DDR,
- Wiedervereinigung,
- Kunst,
- Gentrifizierung,
- Massentourismus
- und heutiger Berliner Alltag
direkt aufeinanderprallen.
Und genau deshalb sollte man dort nicht einfach nur schnell ein Foto machen und weiterziehen.
Die East Side Gallery erzählt eigentlich die komplette Widersprüchlichkeit Berlins auf 1,3 Kilometern Beton.
Berlin ist keine Sehenswürdigkeit. Berlin ist eine Stadt.
Wir sehen uns im ehrlichen Berlin – oder hier im nächsten Blog.
Haut rein 🖤
Quellen: Buch "East Side Gallery" von Karsten Krüger | Buch "Die East Side Gallery" von Anna von Arnim-Rosenthal & Juliane Haubold-Stolle | Buch "Berliner Mauer Kunst" von Heinz J. Kuzdas | VIELE DER BILDER IN DIESEM BEITRAG SIND BEISPIELBILDER UND STAMMEN NICHT VON DEN BESUCHTEN ORTEN.
Häufige Fragen zur East Side Gallery
Was ist die East Side Gallery?
Die East Side Gallery ist ein 1,3 Kilometer langer Abschnitt der ehemaligen Berliner Mauer in Berlin-Friedrichshain.
Nach dem Mauerfall 1989 bemalten 118 Künstlerinnen und Künstler aus 21 Ländern die frühere Hinterlandmauer der DDR und verwandelten sie in die längste Open-Air-Galerie der Welt.
Heute zählt die East Side Gallery zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Berlins.
Ist die East Side Gallery originale Berliner Mauer?
Ja. Die East Side Gallery besteht aus originalen Teilen der Berliner Mauer.
Viele Kunstwerke wurden jedoch restauriert oder teilweise neu gemalt, da Witterung, Verschmutzung und Beschädigungen die Bilder über Jahrzehnte verändert haben.
Die Betonsegmente selbst stammen weiterhin aus dem ursprünglichen DDR-Grenzsystem.
Warum ist die East Side Gallery berühmt?
Die East Side Gallery wurde weltberühmt, weil sie Berliner Mauer, Kunst und Wiedervereinigung an einem einzigen Ort verbindet.
Besonders bekannt sind Motive wie der sozialistische Bruderkuss zwischen Honecker und Breschnew oder der durch die Mauer brechende Trabant.
Die bemalten Mauerelemente gelten heute weltweit als Symbol für Freiheit und den Fall der Berliner Mauer.
Was zeigt der Bruderkuss an der East Side Gallery?
Der berühmte Bruderkuss zeigt den DDR-Staatschef Erich Honecker und den sowjetischen Politiker Leonid Breschnew bei einem sozialistischen Bruderkuss aus dem Jahr 1979.
Das Kunstwerk basiert auf einem historischen Pressefoto und trägt den Satz:
„Mein Gott, hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben.“
Heute gehört das Motiv zu den bekanntesten Bildern Berlins.
Warum wurde die Berliner Mauer bemalt?
Kurz nach dem Mauerfall 1989 kamen Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt nach Berlin, um die ehemalige Grenzanlage zu bemalen.
Die Kunstwerke sollten Freiheit, Hoffnung und die Stimmung der Wiedervereinigung sichtbar machen. Aus einem Symbol der Teilung wurde dadurch ein internationales Symbol für Veränderung und Freiheit.
Wie lang ist die East Side Gallery?
Die East Side Gallery ist 1.316 Meter lang und damit der längste noch erhaltene zusammenhängende Abschnitt der Berliner Mauer.
Der Mauerabschnitt verläuft entlang der Mühlenstraße zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke.
Warum war die East Side Gallery nur der „Vorzeige-Teil“ der Mauer?
Viele Menschen wissen nicht, dass dieser Abschnitt der Berliner Mauer bewusst repräsentativer gebaut wurde.
Die DDR nutzte hier glattere und optisch kontrollierter wirkende Elemente der sogenannten „Grenzmauer 75“, weil ausländische Staatsgäste auf ihrem Weg Richtung Ostberliner Zentrum genau an diesem Abschnitt vorbeifuhren.
Die Grenze sollte modern, ordentlich und kontrolliert wirken.
Was viele über die East Side Gallery nicht wissen
Die heutige East Side Gallery war früher Teil eines streng bewachten DDR-Grenzsystems. Die Spree selbst gehörte hier zur Grenze zwischen Ost- und Westberlin.
Wo heute Touristen spazieren, Fahrrad fahren oder Fotos machen, patrouillierten früher Grenztruppen entlang der Berliner Mauer.
Warum haben viele Berliner ein kompliziertes Verhältnis zur East Side Gallery?
Für viele Berliner ist die East Side Gallery gleichzeitig Erinnerungsort, Wahrzeichen und Symbol für den Wandel Friedrichshains.
Andere kritisieren den starken Massentourismus rund um die Mauer, die Eventisierung der Gegend und die zunehmende Verdrängung alter Berliner Strukturen durch Hotels, Investorenprojekte und Tourismus.
Genau diese Widersprüche machen die East Side Gallery bis heute so besonders.
Lohnt sich die East Side Gallery heute noch?
Ja – aber anders, als viele erwarten.
Die East Side Gallery ist nicht nur ein Fotospot, sondern einer der wenigen Orte Berlins, an denen Berliner Mauer, Kalter Krieg, Kunst, Wiedervereinigung, Tourismus und heutiger Berliner Alltag direkt aufeinandertreffen.
Wer sich wirklich für die Geschichte und den Wandel Berlins interessiert, sollte sich für diesen Ort Zeit nehmen.
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