Lesezeit: 10 Minuten
Mehrwert: So ist Berlin wirklich
Suchst du etwas bestimmtes?
Spring direkt zum passenden Abschnitt.
Zoologischer Garten Berlin
Die Geschichte zwischen königlicher Gründung, dunkler Vergangenheit, Tierliebe und Gefangenschaft
28. Oktober 2026 - Phil - Berliner Concierge
Der Zoologische Garten Berlin wurde 1844 eröffnet und ist der älteste noch bestehende Zoo Deutschlands. Seine Geschichte erzählt nicht nur von exotischen Tieren und berühmten Berliner Publikumslieblingen, sondern auch von Kolonialismus, Nationalsozialismus, Kriegszerstörung und der Frage, ob Zoos heute überhaupt noch zeitgemäß sind.
Wann wurde der Zoologische Garten Berlin gegründet?
Der Zoologische Garten Berlin wurde am 1. August 1844 eröffnet. Die Gründung geht auf den Zoologen Martin Hinrich Lichtenstein zurück, der mit Unterstützung Alexander von Humboldts den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. für das Vorhaben gewann.
Das Berlin, das Berliner empfehlen.
Warum ist der Zoologische Garten Berlin historisch bedeutend?
Der Berliner Zoo ist der älteste noch bestehende Zoo Deutschlands. Seine Entwicklung spiegelt fast zwei Jahrhunderte Berliner Geschichte wider, von der preußischen Monarchie über das Deutsche Kaiserreich und die NS-Diktatur bis zur deutschen Teilung und Wiedervereinigung.
Fakten auf einen Blick
- Eröffnung: 1. August 1844
- Gründer und erster Direktor: Martin Hinrich Lichtenstein
- Standort: Hardenbergplatz, Berlin-Tiergarten
- Fläche: rund 33 Hektar
- Besonderheit: ältester noch bestehender Zoo Deutschlands
- Aquarium: eröffnet 1913
- Zweiter großer Berliner Tiergarten: Tierpark Berlin in Friedrichsfelde, eröffnet 1955
- Historische Wendepunkte: Völkerschauen, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg und Wiederaufbau
- Tierbestand 2025: rund 21.900 Tiere aus über 1.000 Arten
So Freunde,
der Zoologische Garten spielt im Alltag der meisten Berliner eigentlich keine große Rolle. Höchstens der Bahnhof Zoo, wenn man dort mal wieder umsteigen muss. Trotzdem würde ich behaupten, dass fast jeder, der in Berlin aufgewachsen ist, mindestens einen Schulwandertag hier verbracht hat.
Ich erinnere mich natürlich an Elefanten, Tiger und Büffel. Damals war das für mich einfach ein schöner Ausflug. Mir fehlte schlicht das Wissen, um die Haltung der Tiere auch kritisch zu hinterfragen. Ob Schulklassen heute noch genauso durch den Zoo laufen, kann ich nicht beurteilen. Ich hoffe jedenfalls, dass es nicht einfach wahllos und ohne Führung von einem eingesperrten Tier zum nächsten geht.
Mittlerweile würde ich selbst nicht mehr in den Zoo gehen. Je mehr ich mich damit beschäftige, was Tiere fühlen, wie sie Bindungen eingehen und in sozialen Verbänden leben, desto schwieriger finde ich es, ihre Gefangenschaft als Freizeitunterhaltung zu betrachten.
Trotzdem hat der Zoologische Garten eine Geschichte, die weit über Tiergehege hinausgeht. Und genau darum soll es heute gehen.
Wie entstand der Zoologische Garten Berlin im Jahr 1844?
Die Geschichte beginnt nicht mit einer öffentlichen Freizeiteinrichtung, sondern mit den Tiersammlungen der preußischen Könige. Friedrich II. hatte 1742 im heutigen Großen Tiergarten eine Fasanerie anlegen lassen. Friedrich Wilhelm III. hielt später auf der Pfaueninsel exotische Tiere.
Der Zoologe Martin Hinrich Lichtenstein wollte daraus etwas Neues schaffen: einen Garten, in dem lebende Tiere wissenschaftlich untersucht und der Öffentlichkeit gezeigt werden konnten.
Alexander von Humboldt unterstützte ihn dabei. 1841 stellte König Friedrich Wilhelm IV. schließlich Gelände, Tiere und finanzielle Hilfe zur Verfügung.
Am 1. August 1844 öffnete der Zoo.
Allerdings war von einer großen Attraktion zunächst wenig zu sehen. Die Tierhäuser waren teilweise unfertig, der Bestand umfasste ungefähr 100 Tiere, und das Gelände lag weit außerhalb der damaligen Stadt.
An manchen Tagen erschien nicht einmal ein Besucher. Der heute weltbekannte Zoo begann also als schlecht erreichbares und finanziell unsicheres Projekt.
Die meisten erleben Berlin immer gleich.
Sehenswürdigkeiten, lange Wege, viel Googeln.
Und am Ende: viel gesehen, aber wenig verstanden.
Berlin funktioniert anders.
Die Stadt zeigt sich nicht über Hotspots –
sondern über Orte, die man kennen muss.
Ich bin Berliner und arbeite seit Jahren in der Hotellerie
und sehe täglich, wie Besucher die Stadt erleben – und oft falsch einschätzen.
Genau deshalb habe ich über 500 echte Orte in Berlin gesammelt.
Keine Touri-Spots. Keine klassischen Listen.
Sondern Orte, die hier wirklich funktionieren –
direkt in deinem Google Maps, sofort nutzbar.
Wie wurde aus dem kleinen Zoo eine Berliner Sehenswürdigkeit?
Der entscheidende Aufschwung kam mit dem Wachstum Berlins im 19. Jahrhundert. 1845 gründeten Berliner Bürger einen Aktienverein, um den Zoo langfristig zu finanzieren. Anfangs verkauften sich die Anteile allerdings schleppend.
Erst mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Gründerzeit änderte sich das. Neue Aktien brachten Geld, und unter Direktor Heinrich Bodinus entstanden ab den 1870er Jahren aufwendige Tierhäuser, Spazierwege und Restaurants.
Besonders das Antilopenhaus von 1871/72 zeigt, wie stark Architektur und Tierpräsentation damals miteinander verbunden waren. Tierhäuser wurden bewusst exotisch gestaltet, damit Besucher nicht nur Tiere sahen, sondern sich zugleich eine fremde Welt vorstellten.
Der Zoo entwickelte sich zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt. Man ging spazieren, hörte Musik, besuchte Gaststätten und beobachtete Tiere.
Ähnlich wie der Lustgarten oder später der Volkspark Friedrichshain wurde der Zoologische Garten Teil der Berliner Freizeitkultur. Allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Hier waren lebende Tiere die Hauptattraktion.
Welche Rolle spielte der Zoo im deutschen Kolonialismus?
Mit dem Wachstum des Deutschen Kaiserreichs wurde der Zoo zunehmend Teil kolonialer Machtstrukturen. Tiere gelangten durch Kolonialbeamte, Händler und Angehörige des Kaiserhauses nach Berlin.
Viele dieser Tiere wurden als Geschenke übergeben und galten als Zeichen von Einfluss und Prestige.
Doch die koloniale Vergangenheit des Zoos betrifft nicht nur Tiere.
Zwischen 1878 und 1932 fanden im Zoologischen Garten insgesamt 25 sogenannte Völkerschauen statt. Dabei wurden Menschen aus anderen Teilen der Welt vor einem zahlenden Publikum ausgestellt. Die Veranstaltungen vermittelten rassistische Vorstellungen und präsentierten Menschen als vermeintlich exotische Attraktionen.
1881 wurden Angehörige des indigenen Volkes der Kawesqar aus Südamerika im Straußenhaus zur Schau gestellt. Der Andrang war teilweise so groß, dass Absperrungen beschädigt wurden und die Polizei eingreifen musste.
Der bekannte Mediziner Rudolf Virchow untersuchte die Menschen und ordnete sie nach rassistischen Kategorien ein.
Heute ist kaum vorstellbar, dass solche Veranstaltungen mitten in Berlin stattfanden. Sie zeigen aber, wie tief koloniale und rassistische Denkweisen damals in Wissenschaft und Gesellschaft verankert waren.
Was geschah im Zoologischen Garten während des Nationalsozialismus?
1932 übernahm Lutz Heck die Leitung des Zoologischen Gartens. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 passte er die Einrichtung nicht nur an die neuen politischen Verhältnisse an, sondern unterstützte das Regime aktiv.
Heck wurde förderndes Mitglied der SS und pflegte enge Kontakte zu Hermann Göring. Jüdische Mitglieder wurden aus dem Aufsichtsrat gedrängt, während Nationalsozialisten wichtige Positionen übernahmen.
Im November 1938 beschloss die Zooleitung, Juden ausdrücklich als unerwünschte Besucher auszuweisen. Die Ausgrenzung ging damit auch von der Einrichtung selbst aus.
Besonders bedrückend ist der Umgang mit jüdischen Aktionären. Viele mussten infolge ihrer Verfolgung ihren Besitz verkaufen. Der Zoo erwarb etwa 100 Aktien aus jüdischem Besitz und versuchte bei Weiterverkäufen Gewinne zu erzielen.
Auch wissenschaftlich wurde der Zoo für nationalsozialistische Vorstellungen instrumentalisiert. Lutz Heck versuchte gemeinsam mit seinem Bruder, durch gezielte Rinderkreuzungen den ausgestorbenen Auerochsen vermeintlich wiederherzustellen. Das Projekt war mit der nationalsozialistischen Vorstellung einer ursprünglichen deutschen Tierwelt verbunden.
Die Geschichte des Zoos lässt sich deshalb nicht von der Politik der NS-Diktatur trennen.
Wie wurde der Berliner Zoo im Zweiten Weltkrieg zerstört?
Mit Kriegsbeginn 1939 blieb der Zoo zunächst geöffnet. Gleichzeitig wurden Luftschutzmaßnahmen getroffen und Vorkehrungen für den Fall getroffen, dass gefährliche Tiere aus ihren Gehegen entkommen könnten.
Der Zoo setzte außerdem Zwangsarbeiter ein. Dazu gehörten Kriegsgefangene und verschleppte Menschen aus besetzten europäischen Ländern.
Besonders verheerend waren die Luftangriffe im November 1943. Große Teile des Geländes wurden zerstört, Tierhäuser brannten aus und zahlreiche Tiere starben. Für die anschließenden Räumungsarbeiten wurden 750 Zwangsarbeiter eingesetzt.
Auch das Aquarium wurde schwer getroffen. Trotzdem öffnete der Zoo im Sommer 1944 noch einmal, bevor die letzten Kämpfe um Berlin weitere Zerstörungen verursachten.
Bei Kriegsende 1945 hatten nur 91 Tiere überlebt. Darunter waren der Elefantenbulle Siam, die Schimpansin Suse und das Flusspferd Knautschke.
Während sich rund um das Brandenburger Tor, den Bebelplatz und die Berliner Innenstadt die Spuren des Krieges zeigten, lag auch der Zoologische Garten weitgehend in Trümmern.
Wer baute den Zoologischen Garten nach 1945 wieder auf?
Nach Kriegsende übernahm die Zoologin Katharina Heinroth die Leitung. Sie wurde damit die erste Zoodirektorin Deutschlands.
Ihre Aufgabe war gewaltig: Gebäude waren zerstört, Geld und Baumaterial fehlten, und die Versorgung der überlebenden Tiere war schwierig.
Heinroth organisierte den Wiederaufbau, beschaffte neue Tiere und setzte sich für die Wiederherstellung des Aquariums und der historischen Tierhäuser ein. Dabei musste sie sich auch gegen Vorbehalte behaupten, weil viele Männer in den Führungsgremien einer Frau diese Aufgabe nicht zutrauten.
Unter Heinroth wurde aus dem zerstörten Gelände schrittweise wieder eine öffentliche Einrichtung.
Ihr Nachfolger Heinz-Georg Klös setzte den Ausbau ab 1956 fort. Neue Affenhäuser, Bärenanlagen und das Raubtierhaus prägten das Erscheinungsbild über Jahrzehnte.
Warum gibt es in Berlin einen Zoo und einen Tierpark?
Die Antwort liegt in der deutschen Teilung. Der Zoologische Garten befand sich nach dem Krieg im britischen Sektor und damit in West-Berlin. Die DDR-Führung wollte für Ost-Berlin eine eigene zoologische Einrichtung schaffen.
Am 2. Juli 1955 eröffnete deshalb der Tierpark Berlin auf dem Gelände des Schlossparks Friedrichsfelde. Unter Direktor Heinrich Dathe entwickelte er sich zum größten Landschaftstiergarten Europas.
Zoo und Tierpark wurden zu zwei Aushängeschildern konkurrierender politischer Systeme.
Der West-Berliner Zoo sollte internationale Bedeutung und westlichen Wohlstand verkörpern. Der Ost-Berliner Tierpark stand für die Leistungsfähigkeit des Sozialismus.
Beide Einrichtungen profitierten davon, dass ihre politischen Geldgeber im Vergleich mit der anderen Stadthälfte gut abschneiden wollten.
Nach der Wiedervereinigung stellte sich die Frage, ob Berlin dauerhaft zwei große zoologische Einrichtungen benötigte. 1993 übernahm die Zoologischer Garten Berlin AG die Landesanteile am Tierpark.
Wer heute beispielsweise die Gärten der Welt besucht, erlebt eine ganz andere Parklandschaft im Osten Berlins. Die Geschichte des Tierparks zeigt allerdings besonders deutlich, wie stark die Teilung selbst die Freizeitgestaltung der Stadt beeinflusste.
Welche Tiere machten den Zoologischen Garten weltberühmt?
Einige Tiere wurden weit über Berlin hinaus bekannt.
Das Flusspferd Knautschke überlebte den Zweiten Weltkrieg und wurde später zum Symbol des Wiederaufbaus. Gorilla Bobby war bereits in den 1930er Jahren ein Publikumsliebling. Seine Darstellung prägt bis heute das Logo des Zoos.
2006 wurde der Eisbär Knut geboren. Weil seine Mutter ihn nicht annahm, zog Tierpfleger Thomas Dörflein ihn mit der Hand auf. Knut löste einen internationalen Medienrummel aus und sorgte für deutlich steigende Besucherzahlen. 2011 starb er.
Auch die Pandas gehören zur Geschichte des Zoos. 1980 kamen Bao Bao und Tjen Tjen nach West-Berlin. Seit 2017 leben wieder Große Pandas im Berliner Zoo. 2019 wurden hier erstmals in Deutschland Pandazwillinge geboren.
Doch hinter diesen Geschichten steckt auch eine Frage: Warum werden einzelne Tiere zu Berühmtheiten, während die Lebensbedingungen vieler anderer kaum Aufmerksamkeit bekommen?
Sind Zoos heute noch zeitgemäß?
Der Zoologische Garten hat sich seit dem 19. Jahrhundert stark verändert. Viele Gehege wurden vergrößert, alte Tierhäuser modernisiert und Artenschutzprogramme ausgebaut.
Der Zoo beteiligt sich beispielsweise an der Erhaltungszucht bedrohter Arten. Bereits 1923 entstand hier ein frühes internationales Zuchtbuch für Wisente. Auch Forschung und Umweltbildung gehören heute zu seinen Aufgaben.
Das sind wichtige Entwicklungen. Trotzdem lösen sie für mich nicht die grundsätzliche Frage, ob Wildtiere dauerhaft in menschlicher Obhut leben sollten.
Viele Tierarten besitzen komplexe soziale Beziehungen, gehen Bindungen ein und haben Bedürfnisse, die sich nicht allein durch Futter, Beschäftigung und medizinische Versorgung erfüllen lassen.
Wie gut diese Bedürfnisse berücksichtigt werden, unterscheidet sich allerdings erheblich zwischen den Arten und den jeweiligen Haltungsbedingungen.
Für mich ist entscheidend, dass Tiere nicht selbst bestimmen können, wo sie leben und mit welchen Artgenossen sie zusammen sein möchten.
Natürlich können zoologische Einrichtungen einen Beitrag zum Artenschutz leisten. Aber das bedeutet nicht automatisch, dass jede Tierhaltung oder jede Präsentation vor Publikum gerechtfertigt ist.
Mein Fazit zur Geschichte des Zoologischen Gartens Berlin
Wenn ich heute an meine Schulwandertage zurückdenke, erinnere ich mich an Elefanten, Tiger und Büffel. Ich hatte Spaß und habe damals nicht darüber nachgedacht, was diese Tiere möglicherweise vermissen.
Heute sehe ich das anders.
Ich glaube, dass wir viel stärker berücksichtigen müssen, was Tiere empfinden, wie sie miteinander leben und welche Freiheit ihnen genommen wird. Deshalb würde ich persönlich keinen Zoo mehr besuchen.
Wer Berlin entdecken möchte, findet schließlich unzählige andere Orte:
Der Bus 100 fährt beispielsweise vom Alexanderplatz zum Zoologischen Garten an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei.
Trotz meiner kritischen Haltung finde ich die Geschichte des Zoologischen Gartens ausgesprochen wichtig. Sie erzählt von wissenschaftlichem Fortschritt und gesellschaftlichem Wandel, aber ebenso von Rassismus, Ausgrenzung, Krieg und politischer Instrumentalisierung.
Man muss einen Ort nicht gutheißen, um seine Geschichte verstehen zu wollen.
Lies hier gerne unsere Blogs über den die Pfaueninsel, RAW-Gelände, Checkpoint Charlie oder die Hackeschen Höfe.
Berlin ist keine Sehenswürdigkeit. Berlin ist eine Stadt.
Wir sehen uns im ehrlichen Berlin – oder hier im nächsten Blog.
Haut rein 🖤
Buch "Geschichte des ältesten Zoos, Zoologische Garten Berlin" von Ch. link Verlag" | Buch "Wegweiser durch den Zoologischen Garten Berlin und sein Aquarium" von Frädrich, Hans | Website "https://www.zoo-berlin.de/de/ueber-uns/historie" | Website "https://www.tierpark-berlin.de/de/ueber-uns/historie" | VIELE DER BILDER IN DIESEM BEITRAG SIND BEISPIELBILDER UND STAMMEN NICHT VON DEM BESUCHTEN ORT.
Häufige Fragen zum Zoologischen Garten Berlin
Wann wurde der Zoologische Garten Berlin gegründet?
Der Zoologische Garten Berlin wurde am 1. August 1844 eröffnet und ist damit der älteste noch bestehende Zoo Deutschlands. Die Gründung geht auf den Zoologen Martin Hinrich Lichtenstein zurück, der mit Unterstützung Alexander von Humboldts den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. für das Projekt gewann.
Warum gibt es in Berlin einen Zoo und einen Tierpark?
Berlin besitzt zwei große zoologische Einrichtungen aufgrund der deutschen Teilung. Während der Zoologische Garten im Westteil der Stadt lag, wurde 1955 der Tierpark Berlin in Friedrichsfelde als eigenständige Einrichtung in Ost-Berlin eröffnet. Heute gehören beide Einrichtungen organisatorisch zusammen.
Was ist der Unterschied zwischen dem Zoo Berlin und dem Tierpark Berlin?
Der Zoologische Garten liegt zentral am Bahnhof Zoo und umfasst rund 33 Hektar. Der Tierpark Berlin befindet sich in Friedrichsfelde und ist mit rund 160 Hektar deutlich größer. Während der Zoo durch seine zentrale Lage und seinen großen Artenreichtum bekannt ist, bietet der Tierpark weitläufige Parklandschaften.
Wie viele Tiere leben im Zoologischen Garten Berlin?
Im Zoologischen Garten Berlin lebten Ende 2025 rund 21.900 Tiere aus über 1.000 Arten. Damit gehört er zu den artenreichsten zoologischen Einrichtungen der Welt. Die Zahlen umfassen auch den Bestand des angeschlossenen Aquariums.
Wie wurde der Zoologische Garten Berlin im Zweiten Weltkrieg zerstört?
Der Zoologische Garten wurde besonders bei den alliierten Luftangriffen im November 1943 schwer beschädigt. Zahlreiche Tierhäuser und das Aquarium wurden zerstört. Von den ursprünglich mehreren Tausend Tieren überlebten bis zum Kriegsende 1945 nur 91.
Gab es im Berliner Zoo früher Menschenzoos?
Ja, zwischen 1878 und 1932 fanden im Zoologischen Garten Berlin insgesamt 25 sogenannte Völkerschauen statt. Dabei wurden Menschen aus verschiedenen Regionen der Welt vor Publikum ausgestellt. Diese Veranstaltungen waren Ausdruck kolonialer Machtverhältnisse und rassistischer Vorstellungen.
Welche Rolle spielte der Zoologische Garten im Nationalsozialismus?
Unter Direktor Lutz Heck unterstützte der Zoologische Garten die nationalsozialistische Politik. Jüdische Aufsichtsratsmitglieder wurden verdrängt, jüdische Besucher ausgegrenzt und Aktien jüdischer Eigentümer unter den Bedingungen der Verfolgung aufgekauft. Während des Zweiten Weltkriegs setzte der Zoo außerdem Zwangsarbeiter ein.
Welche berühmten Tiere lebten im Berliner Zoo?
Zu den bekanntesten Tieren des Berliner Zoos gehörten der Eisbär Knut, das Flusspferd Knautschke, der Gorilla Bobby und die Pandabären Bao Bao und Tjen Tjen. Besonders Knut sorgte ab 2007 für internationale Aufmerksamkeit. Der Gorilla Bobby ist bis heute im Logo des Zoos verewigt.
Warum wurde der Eisbär Knut im Berliner Zoo so berühmt?
Der Eisbär Knut wurde am 5. Dezember 2006 im Berliner Zoo geboren und von Tierpfleger Thomas Dörflein mit der Hand aufgezogen, nachdem seine Mutter ihn nicht angenommen hatte. Seine Geschichte löste 2007 einen internationalen Medienrummel aus. Knut starb am 19. März 2011 im Alter von vier Jahren.
Wem gehört der Zoologische Garten Berlin?
Der Zoologische Garten Berlin wird von der Zoologischer Garten Berlin AG betrieben, einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft. Die Gesellschaft besitzt eine besondere historische Unternehmensstruktur und ist zugleich alleinige Gesellschafterin der Tierpark Berlin-Friedrichsfelde GmbH.
Sind Zoos wie der Zoologische Garten Berlin noch zeitgemäß?
Ob Zoos heute noch zeitgemäß sind, wird kontrovers diskutiert. Befürworter verweisen auf Artenschutz, Forschung und Umweltbildung. Kritiker hinterfragen die Einschränkung natürlicher Verhaltensweisen, die Haltung sozial lebender Wildtiere und die Nutzung von Tieren zur Unterhaltung. Entscheidend sind unter anderem Tierart, Haltungsbedingungen und der tatsächliche Beitrag zum Artenschutz.
Kann man die Geschichte des Zoologischen Gartens Berlin vor Ort entdecken?
Ja, im historischen Antilopenhaus befindet sich eine Dauerausstellung zur Geschichte des Zoologischen Gartens Berlin. Sie behandelt die Entwicklung seit 1844 sowie schwierige Kapitel wie die Völkerschauen, den Nationalsozialismus und die Zwangsarbeit. Die Ausstellung wurde 2016 eröffnet und ist Teil des Zoogeländes.
Entdecke auch unsere Blogs zum Thema Berlin Insider Tipps.
Alle anzeigen-
Bus 100
Der Bus 100 fährt mitten durch Berlin und vorbei an einigen der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Warum ich ihn früher als Concierge regelmäßig empfohlen habe, welche Plätze sich lohnen und...
Bus 100
Der Bus 100 fährt mitten durch Berlin und vorbei an einigen der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Warum ich ihn früher als Concierge regelmäßig empfohlen habe, welche Plätze sich lohnen und...
-
Bundestag
Der Bundestag ist mehr als Kuppel und Aussicht über Berlin. Erfahre, was im Parlament wirklich passiert, wie du den Bundestag besuchen kannst – und warum sich der Besuch auch lohnt,...
Bundestag
Der Bundestag ist mehr als Kuppel und Aussicht über Berlin. Erfahre, was im Parlament wirklich passiert, wie du den Bundestag besuchen kannst – und warum sich der Besuch auch lohnt,...
-
Planetarium Berlin
Das Zeiss-Großplanetarium ist weit mehr als nur Sternegucken. Erfahre, was dich im Planetarium Berlin erwartet, warum der DDR-Bau bis heute beeindruckt – und ob sich ein Besuch wirklich lohnt.
Planetarium Berlin
Das Zeiss-Großplanetarium ist weit mehr als nur Sternegucken. Erfahre, was dich im Planetarium Berlin erwartet, warum der DDR-Bau bis heute beeindruckt – und ob sich ein Besuch wirklich lohnt.