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Lustgarten Berlin:

Geschichte, Fakten & was hinter dem Platz steckt

31. August 2026 - Phil Ernst - Berliner Concierge

Der Lustgarten in Berlin liegt mitten auf der Museumsinsel zwischen Berliner Dom, Altem Museum und Humboldt Forum. Heute wirkt die rund zwei Hektar große Grünfläche wie ein ruhiger Gegenpol zur steinernen Berliner Innenstadt – doch über Jahrhunderte war sie Küchengarten, Lustgarten, Exerzierplatz, politischer Versammlungsort und Aufmarschfläche.

Lustgarten mit Grünfläche und Springbrunnen mit altem Museum im Hintergrund.

Was ist der Lustgarten in Berlin?

Der Lustgarten ist eine historische Grün- und Platzanlage auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte. Seine Geschichte reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück; seine heutige Gestaltung orientiert sich wieder an der historischen Grundidee Karl Friedrich Schinkels und Peter Joseph Lennés.

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Berliner Dom mit Lustgarten und Berliner Fernsehturm.

Warum heißt der Lustgarten eigentlich Lustgarten?

Der Begriff Lustgarten bezeichnete einen Garten, der nicht allein der Versorgung diente, sondern auch Vergnügen, Erholung und Repräsentation. Hier wurde flaniert – oder, deutlich schöner gesagt: lustgewandelt. Der Berliner Lustgarten trägt seinen Namen seit 1646.

Lustgarten und Berliner Dom bei Festival of lights.

Lustgarten – Fakten auf einen Blick

  • Lage: Museumsinsel in Berlin-Mitte, zwischen Altem Museum, Berliner Dom und Humboldt Forum
  • Größe: rund 2 Hektar
  • Ursprung: 1573 als Nutz- und Küchengarten des Berliner Schlosses angelegt
  • Name: Seit 1646 als Lustgarten bezeichnet
  • Historische Nutzung: Lustgarten, botanischer Garten, Exerzierplatz, Demonstrationsort und politische Aufmarschfläche
  • Berühmte Gestaltung: Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenné prägten den Lustgarten im 19. Jahrhundert
  • Granitschale: Fast 7 Meter breit und im Berliner Volksmund als „Berliner Suppenschüssel“ bekannt
  • NS-Zeit: 1935–1936 zum gepflasterten Parade- und Aufmarschplatz umgebaut
  • DDR: Ab 1951 Teil des Marx-Engels-Platzes
  • Heute: 1998–1999 wieder als Grünanlage gestaltet; Rasenflächen, Springbrunnen und Granitschale prägen den Platz
Grünfläche vom Lustgarten mit Granitschale.

So Freunde,

der Lustgarten spielt bei den meisten im Berliner Alltag eigentlich kaum eine Rolle. Man läuft rüber, sitzt vielleicht mal auf dem Rasen oder nimmt ihn auf dem Weg über die Museumsinsel mit. Bei mir ist das ein bisschen anders. Ich habe viel Zeit meines Lebens rund um Museumsinsel und Hackescher Markt verbracht und war dadurch auch immer wieder hier.

Mein bester Freund hat lange Zeit fußläufig vom Lustgarten gewohnt. Deshalb war ich die letzten 25 Jahre nicht nur zum Festival of Lights hier, wenn es neben zehntausenden Besuchern auch viele Berliner in diese Ecke zieht, sondern auch an Silvester.

Als Berliner an Silvester an der Museumsinsel? Jo, das fragen nur Zugezogene und Besucher. Berliner wissen Bescheid.

Trotzdem wissen erstaunlich wenige, warum dieser Platz eigentlich Lustgarten heißt. Und genau darin steckt gleichzeitig eine persönliche Forderung von uns: Warum nennen wir Spazierengehen nicht einfach wieder lustwandeln?

Mal ehrlich – „Ich geh noch eine Runde lustwandeln“ klingt doch deutlich passender.

Lustgarten mit Springbrunnen und Berliner Dom bei Nacht.

Vom Küchengarten zum Lustgarten: Wie alles begann

Bevor hier irgendjemand lustwandelte, ging es erst einmal ziemlich praktisch zu. Kurfürst Johann Georg ließ das Gelände 1573 im Zuge des Ausbaus des Berliner Schlosses als Nutz- und Küchengarten anlegen. Hofgärtner Desiderius Corbinianus pflanzte Kräuter für die Hofküche und Obstbäume. Vermutlich wurde ein Teil des Gartens bereits für höfische Festlichkeiten genutzt.

Während des Dreißigjährigen Krieges verwüstete und verwilderte die Anlage. Noch vor dessen Ende ließ Kurfürst Friedrich Wilhelm den Garten ab 1645 wiederherstellen. Militäringenieur Johann Mauritz und Hofgärtner Michael Hanff orientierten sich dabei an niederländischen Gärten. Seit 1646 ist der Name Lustgarten belegt.

Geplant war weit mehr als ein bisschen Rasen: Arboretum, Volieren, Hecken, Statuen, Laubengänge, ein Lusthaus sowie ein Wassergarten mit Fontänen und Wasserspielen sollten entstehen. Aus dem ehemaligen Küchengarten wurde ein Ort zum Anschauen, Treffen und eben Lustwandeln.

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Schwarz weiß Foto von Lustgarten und Berliner Dom.

Kartoffeln, Tomaten und Tennis mitten im alten Berlin

Und hier wird die Geschichte schön berlinisch schräg. 1649 wurden Kartoffeln aus den Niederlanden eingeführt und im Lustgarten angebaut – laut den historischen Angaben die ersten in Preußen kultivierten Kartoffeln. Im 1652 errichteten Pomeranzenhaus wuchsen neben ihnen auch Tomaten, damals allerdings als Zierpflanzen. Das Gebäude hatte wenig Glück: Nach einem Defekt der Heizung brannte es 1655 ab, wurde wieder aufgebaut und bereits 1658 für Befestigungsanlagen erneut abgerissen.

Der Lustgarten entwickelte sich außerdem zum ersten botanischen Garten Berlins und war für jedermann zugänglich. Damit entstand etwas, das Berlin bis dahin in dieser Form nicht kannte: ein öffentlicher Gartenplatz statt Markt-, Kirchen- oder Exerzierplatz. Ähnlich wie der Volkspark Friedrichshain als erster Volkspark für die Berliner.

Ab 1660 stand am Rand sogar ein Ballhaus. Dort spielte man unter anderem Jeu de Paume – eine historische Vorform des Tennis. Zwischen exotischen Pflanzen, Wasserspielen und Ballspiel war der frühe Lustgarten also deutlich mehr als bloß hübsche Schlossdekoration.

Lustgarten mit Altem Museum und Straßenschild.

Warum wurde aus dem Lustgarten ein Exerzierplatz?

Mit Friedrich Wilhelm I. war 1713 Schluss mit Lustwandeln. Der als „Soldatenkönig“ bekannte Herrscher strich die Ausgaben für den Garten, ließ seltene Pflanzen, Statuen und aufwendig gestaltete Blumenkübel entfernen und in andere Schlossgärten bringen. Aus dem Lustgarten wurde ein sandbedeckter Exerzierplatz für das preußische Militär.

Später kehrte das Grün zurück. Rasenflächen und Bäume machten den Lustgarten wieder zur Promenade, während ein Teil weiterhin für Paraden genutzt wurde. Dann marschierte 1806 ausgerechnet eine fremde Armee auf: Nach der preußischen Niederlage bei Jena und Auerstedt zog Napoleon am 27. Oktober in Berlin ein und ließ seine Truppen auf dem Rasen des Lustgartens biwakieren.

Der Platz zwischen Schloss und heutiger Museumsinsel war damit längst mehr als ein Garten. Seine Gestaltung folgte immer stärker der Frage, wie sich Macht mitten in der Innenstadt präsentieren wollte.

Lustgarten mit vielen braunen Blättern im Herbst und Berliner Dom im Hintergrund.

Wie Schinkel und Lenné den Lustgarten veränderten

Nach den Befreiungskriegen sollte rund um das Berliner Schloss eine repräsentative preußische Mitte entstehen. Karl Friedrich Schinkel errichtete gegenüber dem Schloss das heutige Alte Museum und prägte damit auch die Neuordnung des Lustgartens.

Peter Joseph Lenné gestaltete die Fläche zwischen 1826 und 1829 nach Schinkels Vorstellungen neu. Rasenfelder, Kastanien und klare Wege verbanden Museum, Schloss und den damaligen Berliner Dom miteinander. Im Zentrum schoss eine rund 13 Meter hohe Fontäne in die Luft. Das Wasser wurde mit einer Dampfmaschine gefördert – der historische Abflusskanal mit seinem von Schinkel entworfenen Auslass ist an der Spreekanalmauer teilweise bis heute erhalten.

Wer heute auf dem Rasen sitzt, befindet sich also nicht einfach in irgendeinem Park. Der Lustgarten war Teil einer bewusst inszenierten Stadtlandschaft, die gemeinsam mit Orten wie dem Bebelplatz das repräsentative Zentrum Preußens formte.

Lustgarten voller Schnee mit Besuchern und Altem Museum.

Was hat es mit der Granitschale im Lustgarten auf sich?

Sie steht ziemlich unscheinbar vor dem Alten Museum, ist aber eines der verrücktesten Details des Lustgartens: die fast sieben Meter breite Granitschale von Christian Gottlieb Cantian.

König Friedrich Wilhelm III. gab sie 1826 in Auftrag. Der gewaltige Granitfindling stammte aus den Rauenschen Bergen bei Fürstenwalde und wurde aufwendig über den Wasserweg nach Berlin transportiert. Anschließend wurde der Stein über Jahre bearbeitet und poliert. Zeitgenossen betrachteten das Ergebnis als technisches Meisterwerk – die Schale wurde sogar als „Biedermeierweltwunder“ bezeichnet.

Zur offiziellen Einweihung wurde ein Festfrühstück veranstaltet, bei dem rund 40 Personen in der Schale Platz gefunden haben sollen. Kein Wunder, dass die Berliner ihr einen wesentlich weniger majestätischen Namen verpassten: Berliner Suppenschüssel.

Manchmal braucht Berlin eben keine große Legende. Ein riesiger Granitklotz und ein passender Spitzname reichen.

Lustgarten im Sommer mit Besuchern, Picknick und Springbrunnen.

Wie wurde der Lustgarten zum politischen Schauplatz?

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde der Lustgarten zunehmend zur politischen Bühne. Besonders während der Weimarer Republik fanden hier riesige Demonstrationen statt.

Am 31. August 1921 versammelten sich rund 500.000 Menschen gegen den zunehmenden rechtsradikalen Terror. Nach der Ermordung des Außenministers Walther Rathenau kamen am 25. Juni 1922 etwa 250.000 Menschen zu einer spontanen Protestkundgebung.

Besonders bemerkenswert ist der 7. Februar 1933. Adolf Hitler war gerade zum Reichskanzler ernannt worden, als laut historischen Angaben rund 200.000 Menschen im Lustgarten gegen ihn und die neue NS-Regierung demonstrierten.

Nur wenige Jahre später hatten die Nationalsozialisten den Platz selbst vollständig für ihre politische Inszenierung vereinnahmt.

Lustgarten in Berlin mit vielen Besuchern, Straßenampel und altem Museum.

Warum ließen die Nationalsozialisten den Lustgarten pflastern?

Für die Olympischen Spiele 1936 wurde der Lustgarten von 1935 bis 1936 zum monumentalen Parade- und Aufmarschplatz umgebaut. Große Steinplatten ersetzten weite Teile der bisherigen Gestaltung. Selbst die Granitschale und das Reiterstandbild Friedrich Wilhelms III. mussten weichen, weil sie den freien Blick auf das Alte Museum störten. Dessen Freitreppe sollte als Tribüne für Kundgebungen dienen.

Am 1. August 1936 versammelten sich hier 20.000 Mitglieder der Hitlerjugend und 40.000 SA-Männer zum Abschluss des olympischen Fackellaufs. Das olympische Feuer brannte anschließend während der Spiele in zwei sogenannten Altären am Lustgarten und vor dem Schloss.

Die Gestaltung des Platzes war damit selbst politische Propaganda geworden: freie Fläche, monumentale Architektur und zehntausende Menschen davor.

Strahlend blauer Himmel mit Berliner Dom und Lustgarten.

Der Brandanschlag der Herbert-Baum-Gruppe

Doch mitten auf diesem kontrollierten Aufmarschplatz gab es Widerstand. Am 18. Mai 1942 versuchte die jüdisch-kommunistische Widerstandsgruppe um Herbert Baum, die NS-Propagandaausstellung „Das Sowjet-Paradies“ im Lustgarten durch einen Brandanschlag zu zerstören.

Die Folgen waren brutal. Mitglieder der Gruppe wurden verhaftet, Herbert Baum starb in Gestapo-Haft, mindestens 27 Mitglieder wurden hingerichtet. Im Zuge der nationalsozialistischen „Vergeltung“ wurden außerdem hunderte jüdische Männer verhaftet und zahlreiche von ihnen ermordet.

Seit 1981 erinnert ein Gedenkstein im Lustgarten an die Widerstandsgruppe. Zwischen Dom, Rasen und Menschen mit Eis in der Hand läuft man heute schnell daran vorbei. Gerade deshalb gehört diese Geschichte zum Ort.

Lustgarten bei Nacht mit angestrahltem Berliner Dom.

Was geschah mit dem Lustgarten in der DDR?

Nach 1945 blieb der Lustgarten zunächst Demonstrationsfläche. 1950 ließ die SED-Führung das beschädigte Berliner Schloss sprengen. Zusammen mit dessen ehemaligem Areal entstand eine deutlich größere politische Fläche, die ab 1951 Marx-Engels-Platz hieß.

Der historische Name Lustgarten verschwand offiziell, die Pflasterung aus der NS-Zeit blieb bestehen. Später entstand auf einem Teil des ehemaligen Schlossareals der Palast der Republik, während andere Flächen zeitweise als Parkplatz dienten.

1981 kehrte die Granitschale vor das Alte Museum zurück. Der eigentliche Charakter als Garten kam jedoch erst nach dem Ende der DDR zurück.

Heute liegen Rotes RathausNikolaiviertel und Fernsehturm nur wenige Minuten entfernt. Gerade auf diesem kurzen Stück Berlin wird sichtbar, wie unterschiedlich politische Systeme ihre Spuren im selben Stadtraum hinterlassen haben.

Lustgarten und Schinkelplatz mit Berliner Dom und Fernsehturm.

Warum wurde der Lustgarten nach der Wiedervereinigung wieder grün?

Nach 1990 bekam der Lustgarten seinen historischen Namen zurück – aber nicht automatisch seinen Rasen. In den 1990er-Jahren wurde heftig darüber diskutiert, wie der Platz künftig aussehen sollte.

Besonders interessant: Mehrere Wettbewerbsentwürfe wollten das historische Pflaster aus der NS-Zeit erhalten. Teile davon standen unter Denkmalschutz. Die Vorschläge stießen jedoch auf öffentlichen Widerstand. Nach Bürgerprotesten hob der Berliner Senat den Schutz schließlich auf.

Von 1998 bis 1999 setzte Atelier Loidl einen Entwurf um, der sich an der historischen Gestaltung Schinkels orientierte, sie aber modern interpretierte. Rasen, Bäume und eine Fontäne kehrten zurück.

Nach Jahrhunderten als Garten, Exerzierplatz, Demonstrationsfläche und Aufmarschplatz konnte man hier also wieder das tun, wofür der Name einmal stand: ziemlich unspektakulär herumliegen oder eben lustwandeln.

Vögel im Lustgarten mit Berliner Dom im Hintergrund.

Was kann man heute im Lustgarten sehen?

Wer die Geschichte kennt, kann einige ihrer Spuren noch entdecken. Vor dem Alten Museum steht wieder Cantians Granitschale. Die heutige Gestaltung greift Grundgedanken der historischen Anlage auf, während an der Spreekanalmauer sogar Überreste des alten Abflusses der Schinkel-Fontäne erhalten sind.

Dazu kommt die Umgebung selbst. Auf wenigen Metern treffen Museumsinsel, Berliner Dom und das rekonstruierte Berliner Schloss mit dem Humboldt Forum aufeinander. Der Herbert-Baum-Gedenkstein erinnert wiederum daran, dass der vermeintlich friedliche Rasen einmal Schauplatz nationalsozialistischer Propaganda und des Widerstands dagegen war.

Wer anschließend weiterläuft, erreicht Richtung Hackescher Markt die Hackeschen Höfe und das Monbijou Theater. In die andere Richtung beginnt rund um Nikolaiviertel und Alexanderplatz schon das nächste Kapitel Berliner Geschichte.

Viele Besucher vor dem Berliner Dom und Springbrunnen im Lustgarten, Berlin.

Lohnt sich der Lustgarten in Berlin?

Extra quer durch Berlin fahren, nur um den Lustgarten zu sehen? Würden wir nicht machen. Dafür ist er am Ende zu sehr Teil seiner Umgebung.

Wenn du aber sowieso auf der Museumsinsel unterwegs bist oder Sightseein machst, lohnt es sich, hier nicht einfach durchzulaufen. Schnapp dir bei gutem Wetter einen Platz auf dem Rasen, schau dir die Granitschale und den Dom an und denk kurz darüber nach, was auf diesen zwei Hektar schon alles passiert ist.

Der Lustgarten funktioniert außerdem ziemlich gut als Ausgangspunkt für ein Date: Spree, Museen und Hackescher Markt liegen direkt daneben. Abends kannst du Richtung Monbijou weiterziehen. Und spätestens beim Festival of Lights bekommt der Platz ohnehin wieder eine ganz andere Atmosphäre.

Vielleicht muss man hier auch gar nichts Besonderes machen.

Ein bisschen lustwandeln reicht.

Berlin ist keine Sehenswürdigkeit. Berlin ist eine Stadt.

Wir sehen uns im ehrlichen Berlin – oder hier im nächsten Blog.

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Quellen: Buch "Der Berliner Lustgarten: Gartenkunst und Stadtgestalt in Preußens Mitte" von Markus Jager | Website "https://www.berlin.de/sehenswuerdigkeiten/3560037-3558930-lustgarten.html" | Website "https://de.wikipedia.org/wiki/Lustgarten_(Berlin)" | VIELE DER BILDER IN DIESEM BEITRAG SIND BEISPIELBILDER UND STAMMEN NICHT VON DEM BESUCHTEN ORT.

Häufige Fragen zum Lustgarten in Berlin

Was ist der Lustgarten in Berlin?

Der Lustgarten ist eine rund zwei Hektar große historische Grünanlage auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte. Heute liegt er zwischen Altem Museum, Berliner Dom und Humboldt Forum und dient vor allem als öffentlicher Aufenthalts- und Erholungsort.

Wo befindet sich der Lustgarten in Berlin?

Der Lustgarten liegt auf der Museumsinsel im Zentrum Berlins. Er befindet sich direkt vor dem Alten Museum, neben dem Berliner Dom und gegenüber dem Humboldt Forum im rekonstruierten Berliner Schloss.

Warum heißt der Lustgarten in Berlin Lustgarten?

Ein Lustgarten war ursprünglich ein Garten, der neben Repräsentation vor allem dem Vergnügen und der Erholung diente. Hier konnte man spazieren beziehungsweise „lustwandeln“. Der Berliner Lustgarten trägt seinen Namen seit 1646.

Was war der Lustgarten früher?

Der Lustgarten wurde 1573 zunächst als Nutz- und Küchengarten des Berliner Schlosses angelegt. Später war er unter anderem repräsentativer Garten, botanischer Garten, militärischer Exerzierplatz, politischer Versammlungsort sowie während des Nationalsozialismus ein gepflasterter Parade- und Aufmarschplatz.

Wann wurde der Lustgarten in Berlin angelegt?

Das Gelände wurde 1573 unter Kurfürst Johann Georg als Nutz- und Küchengarten des Berliner Schlosses angelegt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand daraus ein repräsentativer Garten nach niederländischem Vorbild, der seit 1646 den Namen Lustgarten trägt.

Wer hat den Lustgarten in Berlin gestaltet?

Der Lustgarten wurde über Jahrhunderte von verschiedenen Gartenplanern und Architekten verändert. Besonders prägend waren Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenné, nach deren Vorstellungen die Anlage zwischen 1826 und 1829 mit Rasenfeldern, Bäumen und einer großen Fontäne neu gestaltet wurde.

Was ist die große Granitschale im Lustgarten?

Die Granitschale vor dem Alten Museum wurde vom Steinmetz Christian Gottlieb Cantian aus einem gewaltigen Findling gefertigt und im 19. Jahrhundert im Lustgarten aufgestellt. Sie misst fast sieben Meter im Durchmesser und wurde im Berliner Volksmund auch als „Berliner Suppenschüssel“ bezeichnet.

Warum wurde der Lustgarten zum Exerzierplatz?

Friedrich Wilhelm I., bekannt als „Soldatenkönig“, ließ den Lustgarten ab 1713 zum sandbedeckten Exerzierplatz umbauen. Er strich die Ausgaben für die Gartenanlage und ließ seltene Pflanzen, Statuen und andere Ausstattung entfernen.

Welche Rolle spielte der Lustgarten im Nationalsozialismus?

Die Nationalsozialisten ließen den Lustgarten 1935 und 1936 zu einem gepflasterten Parade- und Aufmarschplatz umbauen. Die Freitreppe des Alten Museums diente als Kulisse und Tribüne für Massenveranstaltungen; 1936 wurde hier unter anderem der Abschluss des olympischen Fackellaufs inszeniert.

Was geschah mit dem Lustgarten in der DDR?

In der DDR wurde der Lustgarten zusammen mit umliegenden Flächen Teil des Marx-Engels-Platzes und weiterhin für staatliche Veranstaltungen und Kundgebungen genutzt. Die historische Pflasterung blieb erhalten, während die Granitschale 1981 an ihren ursprünglichen Standort vor dem Alten Museum zurückkehrte.

Warum wurde der Lustgarten nach der Wiedervereinigung wieder begrünt?

Nach der Wiedervereinigung wurde darüber gestritten, ob das historische Pflaster aus der NS-Zeit erhalten bleiben sollte. Nach öffentlicher Ablehnung und Bürgerprotesten wurde dessen Denkmalschutz aufgehoben und der Lustgarten 1998 bis 1999 wieder als Grünanlage gestaltet.

Lohnt sich der Lustgarten in Berlin?

Ja, besonders wenn du ohnehin die Museumsinsel, den Berliner Dom oder das Humboldt Forum besuchst. Nur für den Lustgarten würden wir nicht quer durch Berlin fahren – mit seiner Geschichte, der Granitschale und der umliegenden Architektur lohnt es sich aber, hier nicht einfach nur durchzulaufen.