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Tiergarten Berlin

Die Geschichte der grünen Lunge Berlins

29. Oktober 2026 - Phil - Berliner Concierge

Die Geschichte des Tiergartens in Berlin reicht fast 500 Jahre zurück. Was im 16. Jahrhundert als Jagdrevier der brandenburgischen Kurfürsten begann, entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Parkanlagen Deutschlands. Doch der Große Tiergarten erlebte nicht nur königliche Pracht, sondern auch Krieg, nahezu vollständige Abholzung und einen bemerkenswerten Wiederaufbau.

Berliner grüner Tiergarten mit der Berliner Skyline im Hintergrund.

Wie entstand der Tiergarten in Berlin?

Der Große Tiergarten entstand im 16. Jahrhundert als eingezäuntes Jagdrevier der brandenburgischen Kurfürsten. Ab 1742 ließ Friedrich der Große das Gelände durch Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff zu einem öffentlichen Lustpark umgestalten. Im 19. Jahrhundert entwickelte Peter Joseph Lenné daraus einen Landschaftspark nach englischem Vorbild.

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See und viele Bäume im Berliner Tiergarten mit blauem Himmel.

Warum wurden die Bäume im Berliner Tiergarten abgeholzt?

Der Tiergarten wurde während des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt und nach Kriegsende wegen des akuten Brennstoffmangels nahezu vollständig abgeholzt. Von ursprünglich rund 200.000 Bäumen blieben nach historischen Angaben nur etwa 700 stehen. Zwischen 1949 und 1959 wurde der Park mit zahlreichen Baumspenden wieder aufgeforstet.

Straße des 17. Juni mit Tiergarten und Siegessäule.

Fakten auf einen Blick

  • Name: Großer Tiergarten
  • Lage: Berlin-Mitte, Ortsteil Tiergarten
  • Größe: Rund 210 Hektar
  • Ursprung: Kurfürstliches Jagdrevier im 16. Jahrhundert
  • Öffentliche Umgestaltung: Ab 1742 unter Friedrich dem Großen
  • Wichtige Gartenarchitekten: Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff und Peter Joseph Lenné
  • Zerstörung: Zweiter Weltkrieg und Abholzungen der Nachkriegszeit
  • Wiederaufforstung: 1949 bis 1959
  • Schutzstatus: Geschütztes Gartendenkmal
  • Bekanntestes Wahrzeichen: Siegessäule am Großen Stern
Denkmal im Tiergarten Berlin während des Winters.

So Freunde,

wie oft habe ich von Touristen in Berlin schon gehört: „Wir hätten nicht gedacht, dass Berlin so grün ist.“ Und tatsächlich wird unsere Hauptstadt häufig mit Beton, Straßenverkehr, Graffiti und dicht bebauten Vierteln verbunden. Dabei besitzt Berlin unzählige Grünflächen. Einen großen Anteil an diesem Eindruck hat der Große Tiergarten, die grüne Lunge mitten in der Stadt.

Ich selbst war unzählige Male dort. Ob bei Großveranstaltungen wie der Loveparade, beim Festival of Lights, auf der Fanmeile, bei Raves oder einfach zum Spazierengehen. Trotzdem spielt der Tiergarten in meinem normalen Berliner Alltag keine besonders große Rolle. Vielleicht gerade deshalb, weil er so selbstverständlich zur Stadt gehört.

Dabei steckt hinter diesem Park eine Geschichte, die weit über alte Bäume und königliche Spazierwege hinausgeht. 

Der Tiergarten war Jagdrevier, königlicher Lustpark, politischer Schauplatz, Brennholzlieferant und zeitweise sogar Ackerfläche.

Sonnenuntergang im Tiergarten Berlin.

Vom Jagdrevier der Kurfürsten: die Anfänge des Tiergartens

Bereits 1527 existierte westlich der damaligen Berliner Stadtmauer ein erstes Jagdgebiet in der Nähe des Berliner Schlosses. Ab 1530 wurde das Gelände durch zusätzliche Flächen erweitert und eingezäunt.

Die brandenburgischen Kurfürsten nutzten das Gebiet als privates Jagdrevier. Dafür wurden Wildtiere ausgesetzt, die durch Zäune daran gehindert wurden, auf die umliegenden Felder zu gelangen.

Der ursprüngliche Tiergarten war deutlich größer als die heutige Parkanlage. 

Seine Flächen reichten teilweise bis an die Spree und über die heutigen Grenzen hinaus. Mit dem Wachstum Berlins wurde das Jagdgebiet jedoch zunehmend verkleinert.

Der Name Tiergarten erinnert bis heute an diese ursprüngliche Nutzung als Wild- und Jagdgebiet.

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berliner Tiergarten von oben mit vielen Bäumen und Straße des 17. Juni.

Vom Jagdrevier zum königlichen Lustpark

Unter Friedrich III., dem späteren König Friedrich I. in Preußen, entstanden gegen Ende des 17. Jahrhunderts neue Wege und Alleen. Eine breite Verbindung zwischen dem Berliner Stadtschloss und dem Schloss Charlottenburg wurde angelegt. Daraus entwickelte sich die heutige Straße des 17. Juni. Auch der Große Stern, an dem sich mehrere Alleen kreuzten, entstand in dieser Zeit.

Die entscheidende Veränderung folgte 1742. Friedrich der Große hatte wenig Interesse an der Jagd und beauftragte den Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, den Tiergarten zu einem Lustpark für die Bevölkerung umzugestalten.

Die alten Zäune verschwanden. Stattdessen entstanden geometrisch angelegte Blumenbeete, Wasserbecken, Labyrinthe, Skulpturen und schattige Sitzplätze.

Aus einem exklusiven Jagdrevier wurde schrittweise ein öffentlicher Erholungsraum. 

Allerdings war dieser noch weit entfernt von einem modernen Volkspark.

Während der Tiergarten zunehmend als Erholungsraum für die Bevölkerung diente, entwickelte sich auch der Lustgarten vor dem Berliner Schloss über die Jahrhunderte zu einem bedeutenden öffentlichen Platz mit wechselvoller Geschichte.

Grüner Tiergarten in West-Berlin

Was hat der Tiergarten mit dem Zoologischen Garten zu tun?

Der Zoologische Garten Berlin wurde 1844 eröffnet. Seine Entstehung ist eng mit der früheren Nutzung des westlichen Tiergartens verbunden, wo bereits im 18. Jahrhundert eine königliche Fasanerie eingerichtet worden war.

In dieser Fasanerie wurden ursprünglich Fasane gehalten, unter anderem für die höfische Jagd und Repräsentation.

Die spätere Entwicklung des Zoologischen Gartens knüpfte an diese Tradition der königlichen Tierhaltung an. Aus der höfischen Tierhaltung entstand schließlich ein öffentlich zugänglicher Zoo, der heute als ältester noch bestehender zoologischer Garten Deutschlands gilt.

Zugewachsener Teil des Berliner Tiergartens mit 2 Spaziergängern.

Warum gab es im Tiergarten eine Straße namens „In den Zelten“?

1745 erhielten zwei hugenottische Flüchtlinge beziehungsweise deren Nachkommen die Erlaubnis, im Tiergarten Verkaufszelte aufzustellen. Dort versorgten sie Spaziergänger mit Erfrischungen. Aus den einfachen Zelten entwickelte sich mit der Zeit eine bekannte Ausflugsgegend mit gastronomischen Angeboten.

Der spätere Straßenname „In den Zelten“ erinnerte an diese ungewöhnlichen Anfänge.

Im 19. Jahrhundert wurde die Gegend auch zu einem politischen Versammlungsort. Am 6. März 1848 fand hier eine Versammlung statt, auf der unter anderem die Abschaffung der staatlichen Zensur gefordert wurde.

Der Tiergarten war damit nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein Schauplatz gesellschaftlicher und politischer Veränderungen. 

Die historische Straße verschwand später im Zuge der Umgestaltung des Regierungsviertels.

Brücke und zugefrorener See im Berliner Tiergarten.

Wie Peter Joseph Lenné den Tiergarten veränderte

Das heutige Erscheinungsbild des Tiergartens geht wesentlich auf den Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné zurück.

1818 erhielt Lenné erstmals den Auftrag, Vorschläge für eine Neugestaltung zu entwickeln. Seine ursprüngliche Planung wurde jedoch von König Friedrich Wilhelm III. abgelehnt. Erst zwischen 1833 und 1840 konnte eine überarbeitete Gestaltung umgesetzt werden.

Lenné orientierte sich am englischen Landschaftsgarten. Statt streng geometrischer Beete entstanden geschwungene Wege, offene Wiesen, Baumgruppen, Seen und kleine Inseln. Feuchte Waldgebiete wurden teilweise trockengelegt. Neue Reitwege, Spazierwege und Brücken erschlossen den Park.

Zu den charakteristischen Elementen gehörten die Luiseninsel, die Rousseau-Insel und der Rosengarten.

Lenné schuf einen Landschaftspark, dessen Grundzüge den Tiergarten bis heute prägen. Seine Gestaltung verband die Vorstellung einer natürlichen Landschaft mit bewusst geplanten Sichtachsen und Erholungsflächen.

Siegessäule im Berliner Tiergarten mit vielen Besuchern.

Der Tiergarten im Kaiserreich: Denkmäler und nationale Symbole

Im 19. Jahrhundert wurde der Tiergarten zunehmend zu einem Ort preußischer Erinnerungskultur.

Zahlreiche Denkmäler erinnerten an Monarchen, Dichter, Komponisten und andere historische Persönlichkeiten. Dazu gehörten Standbilder von Königin Luise, Goethe, Lessing und Richard Wagner.

Besonders auffällig war die Siegesallee, die Kaiser Wilhelm II. 1895 in Auftrag gab und die 1901 fertiggestellt wurde. Der monumentale Boulevard bestand aus zahlreichen Standbildern brandenburgischer und preußischer Herrscher.

Auch die Siegessäule gehört in diesen Zusammenhang. Sie wurde ursprünglich auf dem Königsplatz vor dem Reichstag errichtet und erinnerte an die preußischen Siege in den Einigungskriegen.

Am östlichen Rand lag das Brandenburger Tor, das bereits im späten 18. Jahrhundert seine heutige klassizistische Gestalt erhalten hatte.

Foto vom berliner Denkmal im Tiergarten voller Schnee.

Wie die Nationalsozialisten den Tiergarten veränderten

Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde der Tiergarten in die monumentalen Umbaupläne für Berlin einbezogen.

Unter der Leitung von Albert Speer sollte die Hauptstadt nach den Vorstellungen des NS-Regimes grundlegend umgestaltet werden.

Die damalige Charlottenburger Chaussee wurde als große Ost-West-Achse von etwa 27 auf 53 Meter verbreitert.

1938/1939 wurde die Siegessäule von ihrem ursprünglichen Standort vor dem Reichstag auf den Großen Stern versetzt.

Dort steht sie bis heute. Auch Teile der historischen Siegesallee wurden im Zusammenhang mit den Umbauten verändert.

Die breite Verkehrsachse durchschneidet den Park noch immer. Seit 1953 trägt sie den Namen Straße des 17. Juni und erinnert damit an den Volksaufstand in der DDR.

See im Winter im Berliner Tiergarten mit Nebel und dunklem Himmel.

Der Zweite Weltkrieg: Wie der Tiergarten zerstört wurde

Der Zweite Weltkrieg brachte die schwerste Zerstörung in der Geschichte des Großen Tiergartens.

Durch alliierte Luftangriffe und die Kämpfe um Berlin im Frühjahr 1945 wurden zahlreiche Bäume, Wege, Brücken und Denkmäler beschädigt oder zerstört.

Nach Kriegsende verschärfte sich die Situation dramatisch. Berlin lag in Trümmern, Brennstoffe waren knapp, Wohnungen beschädigt und die Versorgung der Bevölkerung unzureichend.

Viele Berliner waren gezwungen, Holz zum Heizen zu beschaffen. Dafür wurden im Tiergarten Bäume gefällt und Sträucher gerodet. Besonders der harte Winter 1946/1947 verschärfte die Notlage.

Von ursprünglich rund 200.000 Bäumen sollen schließlich nur etwa 700 übrig geblieben sein. 

Wo heute dichter Baumbestand und schattige Wege zu finden sind, erstreckten sich damals große kahle Flächen.

Viele grüne Bäume im Berliner Tiergarten.

Warum wurden im Tiergarten Kartoffeln angebaut?

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der weitgehend entwaldete Tiergarten zeitweise landwirtschaftlich genutzt.

Die Lebensmittelversorgung war katastrophal. Viele Berliner versuchten deshalb, auf jeder verfügbaren Fläche Gemüse anzubauen.

Auch die britische Besatzungsmacht genehmigte die vorübergehende Nutzung von Parkflächen für den Anbau von Nahrungsmitteln.

Im Tiergarten entstanden rund 2.550 Parzellen. Dort wurden unter anderem Kartoffeln und Gemüse angebaut.

Aus dem ehemaligen königlichen Lustpark war ein riesiger Nutzgarten geworden.

Historische Fotografien zeigen Gemüsebeete vor der Kulisse des zerstörten Berlins, teilweise mit dem Reichstag und dem Brandenburger Tor im Hintergrund.

Erholung und Gartenkunst spielten damals kaum eine Rolle. Entscheidend war das Überleben.

Bismarck-Denkmal im Berliner Tiergarten.

Wie wurde der Tiergarten nach 1945 wieder aufgebaut?

Bereits am 2. Juli 1945 beschloss der Berliner Magistrat, den Park wiederherzustellen. Doch Material, Arbeitskräfte und vor allem junge Bäume fehlten.

Am 17. März 1949 pflanzte Oberbürgermeister Ernst Reuter symbolisch eine Linde und leitete damit die Wiederaufforstung ein.

Zahlreiche westdeutsche Städte unterstützten das Projekt mit Baumspenden. Insgesamt wurden rund 250.000 Jungbäume zur Verfügung gestellt. Während der Berlin-Blockade gelangten Baumspenden teilweise sogar per Flugzeug nach West-Berlin.

Zwischen 1949 und 1959 wurde der Tiergarten unter Leitung des Tiergartendirektors Wilhelm Alverdes weitgehend neu bepflanzt.

Der heutige Baumbestand ist deshalb zu großen Teilen das Ergebnis des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg.

An die Unterstützung anderer Städte erinnert bis heute das Baumdank-Denkmal im Tiergarten.

Berliner Tiergarten von oben mit Straße des 17. Junis im Sommer.

Der Englische Garten: Ein Geschenk aus Großbritannien

Auf Initiative der britischen Besatzungsmacht wurde südwestlich von Schloss Bellevue ein rund vier Hektar großer Landschaftsgarten angelegt.

Mehr als 5.000 Bäume wurden aus privaten Gärten von König Georg VI. und britischen Bürgern gespendet.

Am 25. Mai 1952 wurde der Englische Garten in Anwesenheit des britischen Außenministers Anthony Eden eingeweiht. Die Berliner nannten die Anlage deshalb zeitweise scherzhaft „Garten Eden“.

Das dortige Teehaus entwickelte sich später zu einem beliebten Ausflugsziel.

Die Geschichte des Englischen Gartens zeigt, dass der Wiederaufbau des Tiergartens nicht nur ein Berliner Projekt war, sondern auch durch internationale Unterstützung ermöglicht wurde.

Teil der Berliner Mauer an der East Side Gallery Berlin.

Der Tiergarten während der deutschen Teilung

Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 veränderte sich auch die Bedeutung des Tiergartens.

Der Park lag vollständig in West-Berlin, während sich unmittelbar östlich davon die Grenze zu Ost-Berlin erstreckte. Für viele West-Berliner wurde er zu einem besonders wichtigen Naherholungsgebiet innerhalb der eingeschlossenen Stadt.

Weil bisherige Straßenverbindungen durch die Berliner Mitte unterbrochen wurden, entstand 1961 innerhalb von nur 44 Tagen eine rund 1,2 Kilometer lange Entlastungsstraße.

Sie führte quer durch den östlichen Tiergarten und sollte den Verkehr zwischen den nördlichen und südlichen Teilen West-Berlins erleichtern.

Die ursprünglich als Übergangslösung gedachte Straße blieb jahrzehntelang bestehen.

Schleusenkrug-Schild im Berliner Tiergarten.

Loveparade, Fanmeile und die Rückkehr der Großveranstaltungen

Nach der Wiedervereinigung entwickelte sich die Straße des 17. Juni zu einem der bekanntesten Veranstaltungsorte Berlins.

Zwischen 1996 und 2006 fand hier die Loveparade statt. 1999 erreichte sie nach damaligen Angaben rund 1,5 Millionen Teilnehmer. Später folgten große Fanmeilen, unter anderem während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006.

Auch ich verbinde den Tiergarten mit solchen Veranstaltungen. Loveparade, Fanmeile, Raves und Festival of Lights gehören zu meinen Erinnerungen an diesen Ort.

Allerdings hatten die Großveranstaltungen auch Schattenseiten. Millionen Besucher, Abfälle und stark beanspruchte Grünflächen führten immer wieder zu Diskussionen über den Schutz des Parks.

Straße des 17. Juni mit Berliner Bus und Siegessäule.

Der Tiergarten nach der Wiedervereinigung

Mit der Rückkehr des Bundestages und der Bundesregierung nach Berlin veränderte sich besonders der östliche Bereich des Tiergartens.

Neue Regierungsgebäude entstanden, historische Botschaften wurden saniert und öffentliche Flächen neu gestaltet.

Ein wichtiger Einschnitt war die Eröffnung des Tiergartentunnels im Jahr 2006. Dadurch konnte die jahrzehntelang bestehende Entlastungsstraße zurückgebaut werden.

Zuvor getrennte Parkbereiche wurden wieder miteinander verbunden. Historische Wege und Sichtachsen wurden teilweise nach den Plänen Lennés rekonstruiert.

Gleichzeitig blieben Verkehrsprojekte, Tourismus, Großveranstaltungen und Naturschutz konkurrierende Interessen. Seit 1991 steht der Große Tiergarten weitgehend als Gartendenkmal unter Schutz.

Großes Panzer-Denkmal im Berliner Tiergarten.

Welche historischen Denkmäler gibt es im Tiergarten?

Der Tiergarten ist heute nicht nur eine Grünanlage, sondern auch ein bedeutender Erinnerungsort.

Das Sowjetische Ehrenmal an der Straße des 17. Juni erinnert an sowjetische Soldaten, die 1945 bei der Eroberung Berlins ums Leben kamen.

Weitere Gedenkorte erinnern an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die 1919 von Angehörigen rechtsgerichteter Freikorps ermordet wurden.

Im südöstlichen Tiergarten steht das 2008 eingeweihte Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.

2012 folgte in der Nähe des Reichstags das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas.

Zwischen alten Bäumen und Spazierwegen befinden sich damit Erinnerungsorte, die weit über die ursprüngliche Funktion des Parks hinausgehen.

Großes russisches Denkmal im Berliner Tiergarten.

Warum ist der Tiergarten heute so wichtig für Berlin?

Mit rund 210 Hektar gehört der Große Tiergarten zu den bedeutendsten innerstädtischen Grünanlagen Berlins. Er bietet Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, trägt zur Verbesserung des Stadtklimas bei und ist ein öffentlicher Erholungsraum mitten in der Hauptstadt.

Wer mit dem Bus 100 durch Berlin fährt, erlebt rund um den Tiergarten einige der bekanntesten historischen Orte der Stadt. Doch Berlin besitzt noch viele andere besondere Freiräume. Das Tempelhofer Feld zeigt beispielsweise, wie aus einem ehemaligen Flughafen ein riesiger öffentlicher Park entstehen konnte.

Wenn ich heute durch den Tiergarten laufe, denke ich nicht automatisch an die preußischen Kurfürsten oder die Nachkriegszeit. Für mich ist es zunächst einmal ein Park, in dem ich über die Jahre viele unterschiedliche Dinge erlebt habe.

Dass hier einst Wildtiere für die kurfürstliche Jagd gehalten wurden, später Tausende Berliner Kartoffeln anbauten und schließlich ganze Städte beim Wiederaufbau halfen, ist schon bemerkenswert.

Die meisten Bäume, unter denen wir spazieren gehen, sind keine jahrhundertealten Überreste einer unberührten Landschaft. Sie stehen dort, weil Menschen nach dem Krieg entschieden haben, diesen Park wieder aufzubauen.

Der Tiergarten ist nicht einfach nur die grüne Lunge Berlins. Er ist auch ein Stück Berliner Überlebensgeschichte.

Berlin ist keine Sehenswürdigkeit. Berlin ist eine Stadt.

Wir sehen uns im ehrlichen Berlin – oder hier im nächsten Blog.

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Häufige Fragen zum Tiergarten in Berlin

Warum heißt der Tiergarten in Berlin Tiergarten?

Der Name Tiergarten stammt aus dem 16. Jahrhundert, als das Gebiet als eingezäuntes Jagdrevier der brandenburgischen Kurfürsten genutzt wurde. Dort wurden Wildtiere gehalten, die den Herrschern zur Jagd dienten. Der Name blieb erhalten, obwohl sich das Gelände später zu einem öffentlichen Landschaftspark entwickelte.

Wie alt ist der Tiergarten in Berlin?

Die Geschichte des Berliner Tiergartens reicht bis ins Jahr 1527 zurück. Damit ist das ehemalige Jagdgebiet fast 500 Jahre alt. Seine heutige Gestaltung entstand überwiegend im 19. Jahrhundert durch den Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné und während des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg.

Wie groß ist der Große Tiergarten in Berlin?

Der Große Tiergarten umfasst rund 210 Hektar beziehungsweise 2,1 Quadratkilometer. Er gehört zu den größten innerstädtischen Parkanlagen Berlins und erstreckt sich zwischen dem Brandenburger Tor und dem Zoologischen Garten.

Ist der Tiergarten in Berlin kostenlos zugänglich?

Ja, der Große Tiergarten ist kostenlos und grundsätzlich rund um die Uhr zugänglich. Für Spaziergänge, Erholung und die Besichtigung der öffentlich zugänglichen Denkmäler wird kein Eintritt verlangt. Einzelne Einrichtungen innerhalb oder am Rand des Parks können eigene Eintrittspreise haben.

Was ist der Unterschied zwischen Tiergarten und Zoologischem Garten?

Der Große Tiergarten ist eine öffentliche Parkanlage in Berlin-Mitte, während der Zoologische Garten ein kostenpflichtiger Zoo am westlichen Rand des Parks ist. Beide haben historische Verbindungen zur früheren Tierhaltung im Gebiet. Der Zoologische Garten wurde 1844 eröffnet und gilt als ältester noch bestehender Zoo Deutschlands.

Wer hat den Berliner Tiergarten angelegt?

Der Tiergarten entstand ursprünglich als Jagdrevier der brandenburgischen Kurfürsten. Friedrich der Große ließ ihn ab 1742 durch Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff zu einem Lustpark umgestalten. Seine landschaftliche Gestaltung erhielt er im 19. Jahrhundert maßgeblich durch Peter Joseph Lenné.

Warum wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die Bäume im Tiergarten gefällt?

Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte in Berlin ein schwerer Mangel an Brennstoffen. Viele Berliner fällten deshalb Bäume im Tiergarten, um ihre Wohnungen beheizen zu können. Besonders der kalte Winter 1946/1947 verschärfte die Situation. Der Park war anschließend nahezu vollständig entwaldet.

Wurden im Berliner Tiergarten früher Kartoffeln angebaut?

Ja, nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Teile des zerstörten Tiergartens für den Gemüse- und Kartoffelanbau genutzt. Wegen der Lebensmittelknappheit entstanden dort rund 2.550 Gartenparzellen. Die Flächen dienten vorübergehend der Versorgung der Berliner Bevölkerung.

Wann wurde der Berliner Tiergarten wieder aufgeforstet?

Die Wiederaufforstung des Großen Tiergartens begann 1949 und dauerte bis 1959. Am 17. März 1949 pflanzte Oberbürgermeister Ernst Reuter symbolisch eine Linde. Zahlreiche westdeutsche Städte unterstützten den Wiederaufbau durch Baumspenden.

Warum steht die Siegessäule mitten im Tiergarten?

Die Siegessäule wurde 1938/1939 im Rahmen der nationalsozialistischen Umbaupläne für Berlin vom Königsplatz vor dem Reichstag auf den Großen Stern versetzt. Ursprünglich war sie im 19. Jahrhundert zur Erinnerung an die preußischen Siege in den Einigungskriegen errichtet worden. Seit ihrer Versetzung steht sie an der Kreuzung der großen Parkalleen.

Welche Tiere leben im Berliner Tiergarten?

Im Großen Tiergarten leben unter anderem Eichhörnchen, Füchse, Fledermäuse und zahlreiche Vogelarten. Die alten Baumbestände, Gewässer und Wiesen bieten unterschiedlichen Tierarten Lebensraum. Trotz seiner zentralen Lage ist der Park ein wichtiger Rückzugsort für die städtische Tierwelt.

Was kann man im Berliner Tiergarten besichtigen?

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Großen Tiergarten gehören die Siegessäule, das Sowjetische Ehrenmal, die Luiseninsel, die Rousseau-Insel und der Englische Garten. Außerdem befinden sich im Park zahlreiche historische Denkmäler, Teiche, Brücken und Spazierwege. In unmittelbarer Nähe liegen das Schloss Bellevue und das Brandenburger Tor.