Lesezeit: 11 Minuten
Mehrwert: So ist Berlin wirklich
Suchst du etwas bestimmtes?
Spring direkt zum passenden Abschnitt.
AMPELMANN Berlin:
Die Geschichte der Kultmarke & der Ost-Ampelmännchen
AMPELMANN Berlin gehört zu den bekanntesten Berliner Marken überhaupt.
Kaum ein anderes Unternehmen verbindet Design, Stadtgeschichte und Berliner Alltag so eng miteinander wie die Firma mit dem berühmten roten und grünen Ampelmännchen.
Doch hinter den Figuren steckt weit mehr als ein beliebtes Souvenir. Die Geschichte von AMPELMANN beginnt Jahrzehnte vor der eigentlichen Unternehmensgründung und führt von den ersten Verkehrsampeln über die DDR bis zur Wiedervereinigung – und zeigt, warum ausgerechnet die Berliner Ampelmännchen heute weltweit bekannt sind.
Dabei begann alles mit einer einfachen Frage:
Wie kann man Fußgänger sicherer über die Straße bringen?
Was ist AMPELMANN?
AMPELMANN ist eine Berliner Design- und Lifestylemarke, die auf den Ost-Ampelmännchen basiert.
Seit Mitte der 1990er-Jahre entwickelt das Unternehmen Produkte rund um die bekannten Fußgängersymbole und machte aus einem ehemaligen Verkehrssignal eine der bekanntesten Berliner Kultmarken.
Wer hat AMPELMANN gegründet?
AMPELMANN wurde von Markus Heckhausen gegründet. Der deutsche Designer erkannte nach der Wiedervereinigung den kulturellen Wert der Ost-Ampelmännchen und entwickelte 1996 aus einem originalen Ampelglas die erste AMPELMANN-Leuchte.
Daraus entstand später die heutige Berliner Kultmarke.
Fakten auf einen Blick
- Gründung: Erste Produkte 1996
- Gründer: Markus Heckhausen
- Sitz: Berlin-Mitte
- Bekannt für: Produkte rund um die Berliner Ost-Ampelmännchen
- Besonderheit: Aus einem DDR-Verkehrssymbol entstand eine international bekannte Berliner Kultmarke.
So Freunde,
wer in Berlin unterwegs ist, kommt an den Ampelmännchen kaum vorbei. Als Berliner wächst man mit ihnen auf und schenkt ihnen aber kaum Aufmerksamkeit.
Ich bin in den 90er-Jahren in Berlin nahe Oberbaumbrücke aufgewachsen und habe mir ehrlich gesagt nie Gedanken darüber gemacht, warum das Ampelmännchen eigentlich einen Hut trägt oder weshalb es ganz anders aussieht als in vielen anderen Städten Deutschlands. Das änderte sich erst letzte Woche.
Ein Gast fragte mich nach der Geschichte der Firma AMPELMANN und wollte wissen, warum das Männchen eigentlich so aussieht, wie es aussieht.
Ich konnte zwar erklären, dass die Figuren aus der DDR stammen und meine Mutter viel mit Ihnen verbindet, bei der eigentlichen Entstehungsgeschichte musste ich aber passen. Also habe ich mich etwas intensiver mit der Firmengeschichte beschäftigt.
Schon nach kurzer Zeit war klar: Das muss ein Blog bei NO TOURiST INFO werden.
Denn je mehr ich gelesen habe, desto deutlicher wurde, dass es hier um weit mehr geht als um einen bekannten Shop in Berlins Innenstadt.
Hinter den kleinen Figuren stecken Verkehrspsychologie, Berliner Stadtgeschichte, die deutsche Teilung, die Wiedervereinigung und Menschen, die verhindert haben, dass ein Stück Berliner Identität einfach verschwindet.
Die Geschichte der Fußgängerampel beginnt lange vor AMPELMANN
Bevor die Firma AMPELMANN entstand, mussten zunächst die Grundlagen für moderne Fußgängerampeln geschaffen werden.
Mit der Industrialisierung und immer mehr Fahrzeugen wurde der Straßenverkehr in vielen Großstädten zunehmend gefährlich.
Bereits 1868 entstand in London die erste Lichtsignalanlage der Welt. Der Versuch scheiterte allerdings spektakulär, denn die gasbetriebene Anlage explodierte kurze Zeit später.
Erst 1914 gelang in den USA mit der ersten elektrisch betriebenen Verkehrsampel der technische Durchbruch. Spezielle Fußgängersignale entstanden erst Jahre später und erreichten schließlich auch Berlin.
Die meisten erleben Berlin immer gleich.
Sehenswürdigkeiten, lange Wege, viel Googeln.
Und am Ende: viel gesehen, aber wenig verstanden.
Berlin funktioniert anders.
Die Stadt zeigt sich nicht über Hotspots –
sondern über Orte, die man kennen muss.
Ich bin Berliner und arbeite seit Jahren in der Hotellerie
und sehe täglich, wie Besucher die Stadt erleben – und oft falsch einschätzen.
Genau deshalb habe ich über 500 echte Orte in Berlin gesammelt.
Keine Touri-Spots. Keine klassischen Listen.
Sondern Orte, die hier wirklich funktionieren –
direkt in deinem Google Maps, sofort nutzbar.
Warum brauchte Berlin überhaupt Ampeln?
Dass Berlin bei dieser Entwicklung eine Vorreiterrolle spielte, überrascht kaum.
In den 1920er Jahren entwickelte sich die Stadt zur größten Metropole Europas. Der Verkehr nahm rasant zu und besonders am Potsdamer Platz herrschte täglich Chaos.
Rund 83.000 Menschen nutzten dort den Bahnhof, hinzu kamen tausende Autos sowie zahlreiche Straßenbahn- und Buslinien. Polizisten regelten den Verkehr noch mit Handzeichen und Trompeten – doch irgendwann stieß selbst das an seine Grenzen.
1924 wurde deshalb am Potsdamer Platz die erste Berliner Ampelanlage feierlich in Betrieb genommen. Der über acht Meter hohe Ampelturm wurde von einem Polizisten aus einer Kabine gesteuert und entwickelte sich schnell zu einem Wahrzeichen der modernen Hauptstadt.
Jahrzehnte später erhielt Berlin an gleicher Stelle sogar einen originalgetreuen Nachbau – ein Erinnerungsstück an den Beginn der Berliner Verkehrsgeschichte.
Der erste Berliner Ampelturm wird zum Wahrzeichen
Der fünfeckige Ampelturm am Potsdamer Platz war weit mehr als nur eine technische Neuerung. Geschützt in einer kleinen Kabine steuerte ein Polizist die Lichtsignale für Autos und Fußgänger. Gleichzeitig befanden sich an allen fünf Seiten Uhren, die den Turm zu einem wichtigen Orientierungspunkt machten. Für viele Berliner wurde er schnell zu einem festen Bestandteil des Stadtbildes.
Während sich Autofahrer an die neue Verkehrsregelung gewöhnten, nahmen es viele Fußgänger weniger genau. Sie liefen weiterhin quer über den Platz, statt auf die Signale zu achten.
Trotzdem setzte sich das Prinzip der Lichtsignalanlage durch. Der Ampelturm blieb bis 1936 in Betrieb und entwickelte sich zu einem Wahrzeichen der Hauptstadt.
Vom Lichtsignal zum ersten Ampelmännchen
Die ersten Berliner Fußgängersignale hatten mit den heutigen Ampelmännchen allerdings noch wenig gemeinsam. Anfangs bestanden sie lediglich aus roten und grünen Leuchtfeldern, ähnlich wie die Signale für Autos.
Auch international wurde mit verschiedenen Lösungen experimentiert. In New York setzten sich zeitweise die Schriftzüge „Walk“ und „Don't Walk“ durch, in Deutschland wurden vereinzelt sogar die Wörter „Gehen“ und „Warten“ verwendet. Dauerhaft überzeugen konnte keines dieser Systeme.
Immer mehr Länder entwickelten deshalb eigene Figuren, die unabhängig von Sprache sofort verstanden werden konnten.
Doch keine dieser Figuren entstand auf einer so umfangreichen wissenschaftlichen Grundlage wie das Ost-Ampelmännchen.
Genau hier beginnt die Geschichte, ohne die es die Firma AMPELMANN niemals gegeben hätte.
Wer hat die Ampelmännchen erfunden?
Die Ost-Ampelmännchen gehen auf den Berliner Verkehrspsychologen Karl Peglau zurück. Nach Ausbildungen zum Maschinenschlosser und Technischen Zeichner studierte er Psychologie an der Humboldt-Universität und arbeitete anschließend rund 30 Jahre im Medizinischen Dienst des Verkehrswesens der DDR. Dort beschäftigte er sich täglich mit einer Frage:
Wie kann man den Straßenverkehr sicherer machen?
Der Bau der Berliner Mauer veränderte auch sein eigenes Leben. Seine Diplomarbeit über ein Bremssystem für den Berliner S-Bahn-Ring verlor dadurch praktisch ihre Bedeutung.
Peglau widmete sich deshalb vollständig der Verkehrssicherheit und entwickelte psychologische Untersuchungsverfahren sowie neue Leitsymbole für den Straßenverkehr.
Am 13. Oktober 1961 reichte er schließlich seine Entwürfe für neue Fußgängersignale ein – die Geburtsstunde der Ost-Ampelmännchen. Jahre später sagte er über seine Figuren einen Satz, der bis heute perfekt zu Berlin passt:
"Die Ost-Ampelmännchen sind echte Berliner Jören.“
Warum tragen die Ampelmännchen einen Hut?
Viele glauben bis heute, der Hut sei einfach eine kreative Idee gewesen. Tatsächlich hatte fast jedes Detail einen praktischen Hintergrund.
Als Verkehrspsychologe wusste Karl Peglau, dass freundliche und leicht erkennbare Figuren schneller wahrgenommen werden als abstrakte Symbole.
Deshalb entwickelte er bewusst kein nüchternes Piktogramm, sondern eine sympathisch wirkende Figur mit menschlichen Zügen.
Die Knollennase, der kleine Bauch und die lockere Körperhaltung ließen das Ampelmännchen freundlicher wirken und erleichterten die intuitive Wahrnehmung. Deswegen übrigens auch "Ampelmännchen".
Unterstützt wurde Peglau dabei von seiner zeichnerisch begabten Sekretärin Anneliese Wegner, die den Entwürfen unter anderem die charakteristische Hutform gab.
Doch der Hut war weit mehr als ein Erkennungsmerkmal: Gemeinsam mit der kräftigeren Figur vergrößerte er die leuchtende Fläche der Ampel und sorgte damit für eine bessere Sichtbarkeit.
Mehr Licht bedeutete letztlich mehr Sicherheit – genau das war Peglaus eigentliches Ziel.
Jedes Detail hatte eine Funktion
Nicht nur der Hut entstand mit einer klaren Absicht. Auch die Körperhaltung der beiden Figuren wurde bis ins kleinste Detail durchdacht.
Das rote Ampelmännchen steht frontal da und streckt beide Arme weit aus. Dadurch erinnert seine Silhouette an einen Sperrbalken und signalisiert schon auf den ersten Blick: Stopp. Nicht weitergehen.
Das grüne Ampelmännchen verfolgt genau das Gegenteil. Mit seinen weit ausschreitenden Beinen wirkt es dynamisch und vermittelt Bewegung.
Selbst Kinder, ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Wahrnehmung sollten die Bedeutung möglichst intuitiv erfassen können.
Karl Peglau entwickelte die Figuren also nicht für ein schöneres Stadtbild, sondern für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.
Dass seine Idee funktionierte, bestätigte sich sogar Jahrzehnte später. Eine Studie der Jacobs University Bremen kam zu dem Ergebnis, dass die Ost-Ampelmännchen bei der Signalwahrnehmung tatsächlich Vorteile gegenüber den schmaleren westdeutschen Figuren besitzen. Das Design war also nicht nur sympathisch – es erfüllte seinen Zweck nachweislich besser.
Warum sehen Ost- und West-Ampelmännchen unterschiedlich aus?
Nach der Einführung der Ost-Ampelmännchen Ende der 1960er-Jahre gingen Ost- und Westdeutschland gestalterisch unterschiedliche Wege.
Während in der DDR die auffälligen Figuren von Karl Peglau zum offiziellen Standard wurden, setzte man in Westdeutschland auf deutlich schlichtere Piktogramme.
Beide erfüllten dieselbe Aufgabe, doch gerade die Berliner Ost-Ampelmännchen blieben durch ihren Hut, ihre kräftige Silhouette und ihre freundliche Ausstrahlung vielen Menschen im Gedächtnis. Genau diese Wiedererkennbarkeit sollte später noch eine entscheidende Rolle spielen.
Nach der Wiedervereinigung drohte das Aus
Mit dem Fall der Berliner Mauer veränderte sich nicht nur die Stadt, sondern auch ihr Straßenbild. Viele Einrichtungen und Symbole der DDR verschwanden nach und nach – darunter auch die Ost-Ampelmännchen.
An zahlreichen Kreuzungen wurden sie durch die westdeutschen Standardfiguren ersetzt.
Für viele Menschen in Ostdeutschland waren die kleinen Figuren jedoch längst mehr als ein Verkehrssymbol. Sie gehörten zum Alltag und zählten zu den wenigen DDR-Designs, die nahezu jeder positiv wahrnahm.
Als immer mehr Ampelmännchen verschwanden, regte sich deshalb Widerstand.
Aus einem Verkehrssymbol wurde plötzlich ein Symbol für den Erhalt ostdeutscher Alltagskultur. Genau in diesem Moment begann die Geschichte der Firma AMPELMANN.
Wer ist Markus Heckhausen?
Während viele die Ost-Ampelmännchen austauschten, war ein Mann sofort von ihnen fasziniert: Markus Heckhausen.
Der Produktdesigner aus Tübingen besuchte Ende der 1980er-Jahre regelmäßig den Ostteil Berlins. Sein erster Weg führte ihn zum Alexanderplatz – mit Fernsehturm, rotem Rathaus und Weltzeituhr schon damals eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.
Berlin befand sich damals im kreativen Aufbruch. Leerstehende Häuser wurden zu Ateliers, Galerien und neuen Kulturorten. Diese besondere Atmosphäre prägte auch Markus Heckhausen. Ein Stück dieser kreativen Aufbruchsstimmung findet man bis heute an Orten wie dem Holzmarkt 25 oder dem Monbijou-Theater.
Was viele lediglich als Verkehrszeichen wahrnahmen, sah er mit den Augen eines Designers. Die Figuren wirkten freundlich, menschlich und unverwechselbar.
Als sie nach der Wiedervereinigung nach und nach aus dem Straßenbild verschwanden, empfand Heckhausen das nicht als Modernisierung, sondern als Verlust eines Stücks Berliner Gestaltungsgeschichte.
Aus genau dieser Beobachtung entstand schließlich die Idee, aus der später die Firma AMPELMANN hervorging.
Wie entstand die Firma AMPELMANN?
Als Markus Heckhausen beobachtete, wie immer mehr Ost-Ampelmännchen abgebaut wurden, wollte er nicht einfach zusehen. Für viele waren die Figuren ein Überbleibsel der DDR.
Für ihn waren sie ein außergewöhnliches Stück Designgeschichte mit einer Geschichte, die nicht verloren gehen durfte.
Als am Rosenthaler Platz erneut eine Ampel demontiert wurde, sicherte er sich kurzerhand eines der originalen Ampelgläser.
Was zunächst wie eine kleine Erinnerung wirkte, wurde zum Grundstein einer Berliner Erfolgsgeschichte. In seiner Werkstatt in der Auguststraße entwickelte Heckhausen daraus die erste AMPELMANN-Leuchte.
1996 entstand damit das erste Produkt der späteren Firma AMPELMANN.
Ein Kaffee, der alles veränderte
Die ersten Leuchten präsentierte Markus Heckhausen während eines Galerierundgangs im Eingangsbereich seines Wohnhauses in Berlin-Mitte.
Die Resonanz war überraschend groß. Besucher blieben stehen, Zeitungen berichteten über die ungewöhnliche Idee und das Interesse wuchs schnell weit über seinen Freundeskreis hinaus.
Kurz darauf erhielt Heckhausen einen Anruf mit einer besonderen Frage: Ob er den Erfinder der Ost-Ampelmännchen kennenlernen möchte.
Natürlich sagte er sofort zu.
Was mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken bei Karl und Hildegard Peglau in Berlin-Pankow begann, entwickelte sich zu einer engen Freundschaft.
Heckhausen wollte die Geschichte der Ampelmännchen nicht nur weitererzählen, sondern sie gemeinsam mit ihrem Erfinder bewahren.
Beide vereinbarten die Nutzung der Urheberrechte und arbeiteten eng zusammen daran, die Entstehungsgeschichte der Figuren zu dokumentieren.
Für Karl Peglau bedeutete diese späte Anerkennung nach den schwierigen Jahren nach der Wiedervereinigung besonders viel.
Vom Designobjekt zur Berliner Kultmarke
Aus den ersten Leuchten entwickelte sich Schritt für Schritt ein Unternehmen. Markus Heckhausen gründete die AMPELMANN GmbH und verfolgte von Anfang an ein Ziel, das bis heute die Philosophie der Marke prägt:
Nicht einfach Souvenirs verkaufen, sondern Berliner Designgeschichte bewahren und weitererzählen
Anlässlich des 40. Geburtstags der Ampelmännchen organisierte AMPELMANN eine Ausstellung mit den ersten Produkten.
Kurz darauf eröffnete in den Hackeschen Höfen nahe der Museumsinsel der erste AMPELMANN-Shop. Von dort aus entwickelte sich die Marke Schritt für Schritt weiter und wurde weit über Berlin hinaus bekannt.
Wer heute durch Berlins Innenstadt spaziert, kommt an den charakteristischen Produkten kaum vorbei.
Sie gehören inzwischen fast so selbstverständlich zum Stadtbild wie das Nikolaiviertel oder ein Einkaufsbummel im KaDeWe.
Bis heute wird AMPELMANN inhabergeführt.
Hinter den Produkten steckt nicht einfach ein bekanntes Motiv, sondern die Geschichte eines Verkehrssymbols, das eigentlich aus dem Berliner Straßenbild verschwinden sollte. Genau diese Verbindung aus Design, Stadtgeschichte und dem respektvollen Umgang mit den Ost-Ampelmännchen macht die Marke bis heute so besonders.
Gleichzeitig engagiert sich das Unternehmen seit vielen Jahren für Berliner Kultur und soziale Projekte und versteht sich bewusst als Teil der Stadt.
Warum wurden ausgerechnet die Berliner Ampelmännchen weltberühmt?
Diese Frage habe ich mir während der Recherche immer wieder gestellt.
Schließlich gibt es auf der ganzen Welt Fußgängersymbole. Warum also kennt ausgerechnet fast jeder die Berliner Ampelmännchen?
Die Antwort liegt wahrscheinlich in ihrer Geschichte. Sie wurden nicht von einer Werbeagentur entworfen und auch nicht mit dem Ziel entwickelt, später einmal auf Tassen oder T-Shirts zu landen.
Karl Peglau wollte den Straßenverkehr sicherer machen. Markus Heckhausen wollte Jahrzehnte später ein Stück Berliner Gestaltungsgeschichte vor dem Vergessen bewahren.
Erst diese beiden Geschichten zusammen machten aus einem einfachen Verkehrssymbol eine weltbekannte Marke.
Genau das macht AMPELMANN bis heute authentisch. Vielleicht kennt deshalb heute fast jeder die Berliner Ampelmännchen – obwohl sie ursprünglich nie als Marke gedacht waren.
Fazit: Hinter jedem Ampelmännchen steckt ein Stück Berlin
Wer heute an einem AMPELMANN-Shop vorbeiläuft, sieht wahrscheinlich zuerst die roten und grünen Figuren in allen erdenklichen Varianten.
Nach diesem Blog schaust du sie vielleicht mit anderen Augen.
Ihre Geschichte beginnt nicht mit einem Souvenirgeschäft, sondern mit dem rasanten Wachstum Berlins in den 1920er Jahren, der ersten Berliner Ampel am Potsdamer Platz und einem Verkehrspsychologen, der den Straßenverkehr sicherer machen wollte.
Sie führt über die deutsche Teilung, die Wiedervereinigung und einen Designer, der den Wert dieser Figuren erkannte, als viele sie bereits abgeschrieben hatten.
Vielleicht macht genau das AMPELMANN bis heute so besonders. Die Marke erzählt nicht nur die Geschichte eines Unternehmens, sondern auch die Geschichte einer Stadt, die sich immer wieder verändert und trotzdem ihren Charakter bewahrt.
Zwischen Orten wie dem Volkspark Friedrichshain, den Berliner Markthallen oder den Straßen rund um die Hackeschen Höfe begegnet man den kleinen Figuren bis heute fast überall.
Sie sind längst mehr als ein Verkehrssymbol – sie gehören einfach zu Berlin.
Berlin ist keine Sehenswürdigkeit. Berlin ist eine Stadt.
Wir sehen uns im ehrlichen Berlin – oder hier im nächsten Blog.
Haut rein 🖤
Quellen: Website "https://www.ampelmann.de" | Website "https://de.wikipedia.org/wiki/Ampelmännchen" | VIELE DER BILDER IN DIESEM BEITRAG SIND BEISPIELBILDER UND STAMMEN NICHT VON DER MARKE SELBST.
Häufige Fragen zu AMPELMANN Berlin
Was ist AMPELMANN?
AMPELMANN ist eine Berliner Design- und Lifestylemarke, die auf den Ost-Ampelmännchen basiert. Seit 1996 entwickelt das Unternehmen Produkte rund um die bekannten Fußgängersymbole und machte aus einem ehemaligen Verkehrssignal eine international bekannte Berliner Kultmarke.
Wer hat die Ost-Ampelmännchen erfunden?
Die Ost-Ampelmännchen wurden vom Berliner Verkehrspsychologen Karl Peglau entwickelt. Sein Ziel war es, Fußgängersignale sicherer, auffälliger und leichter verständlich zu gestalten.
Wer hat AMPELMANN gegründet?
AMPELMANN wurde von Markus Heckhausen gegründet. Er erkannte nach der Wiedervereinigung den kulturellen Wert der Ost-Ampelmännchen und entwickelte daraus die heutige Berliner Kultmarke.
Warum tragen die Ampelmännchen einen Hut?
Der Hut vergrößerte die leuchtende Fläche der Ampel und machte die Figuren besser sichtbar. Gleichzeitig wurde das Ampelmännchen dadurch unverwechselbar.
Warum sehen Ost- und West-Ampelmännchen unterschiedlich aus?
Die DDR entwickelte mit Karl Peglaus Entwurf ein eigenes Fußgängersymbol. In Westdeutschland kamen schlichtere Figuren zum Einsatz, wodurch zwei unterschiedliche Designs entstanden.
Warum wurden die Ost-Ampelmännchen nach der Wiedervereinigung nicht abgeschafft?
Viele Ost-Ampelmännchen sollten ersetzt werden. Durch Proteste und das Engagement von Markus Heckhausen blieben zahlreiche Figuren erhalten und entwickelten sich zu einem Symbol Berliner Alltagskultur.
Wo befindet sich der erste AMPELMANN-Shop?
Der erste AMPELMANN-Shop eröffnete in den Hackeschen Höfen in Berlin-Mitte und gehört bis heute zu den bekanntesten Standorten der Marke.
Warum sind die Berliner Ampelmännchen weltberühmt?
Die Berliner Ampelmännchen verbinden außergewöhnliches Design mit einer einzigartigen Geschichte. Aus einem Verkehrssymbol wurde nach der Wiedervereinigung eine international bekannte Berliner Kultmarke.
Kann man originale Ost-Ampelmännchen heute noch in Berlin sehen?
Ja. An vielen Berliner Kreuzungen sind die originalen Ost-Ampelmännchen bis heute im Einsatz und gehören weiterhin zum Berliner Stadtbild.
Wann wurde AMPELMANN gegründet?
AMPELMANN entstand 1996, als Markus Heckhausen aus einem originalen Ost-Ampelmännchen-Ampelglas die erste AMPELMANN-Leuchte entwickelte. Aus dieser Idee entstand später die heutige Berliner Design- und Lifestylemarke.
Warum heißen die Ost-Ampelmännchen Ampelmännchen?
Der Begriff „Ampelmännchen“ entstand, weil die Fußgängersignale erstmals eine kleine menschliche Figur statt einfacher Lichtsymbole zeigten. Besonders die Ost-Ampelmännchen mit ihrem Hut, der Knollennase und der markanten Silhouette wurden schnell zu einem unverwechselbaren Symbol und gaben der Figur ihren bis heute bekannten Namen.
Entdecke auch unsere Blogs zum Thema Berlin Insider Tipps.
Alle anzeigen-
Filmpark Babelsberg
Wer an den Filmpark Babelsberg denkt, denkt meist an einen Freizeitpark. Doch direkt daneben liegt eines der bedeutendsten Filmstudios der Welt. Erfahre, warum sich der Ausflug lohnt, welche Attraktionen du...
Filmpark Babelsberg
Wer an den Filmpark Babelsberg denkt, denkt meist an einen Freizeitpark. Doch direkt daneben liegt eines der bedeutendsten Filmstudios der Welt. Erfahre, warum sich der Ausflug lohnt, welche Attraktionen du...
-
Holzmarkt 25
Der Holzmarkt 25 ist weit mehr als ein Biergarten an der Spree. Hinter Restaurants, Kunst, Kater Blau und entspannten Nachmittagen steckt eine Geschichte über Berliner Subkultur, Gentrifizierung und die Frage,...
Holzmarkt 25
Der Holzmarkt 25 ist weit mehr als ein Biergarten an der Spree. Hinter Restaurants, Kunst, Kater Blau und entspannten Nachmittagen steckt eine Geschichte über Berliner Subkultur, Gentrifizierung und die Frage,...
-
Monbijou Theater
Wer bei Theater an alte Sprache, steife Stimmung und Gähnen denkt, war wahrscheinlich noch nie im Monbijou Theater. Zwischen Spree, Monbijoupark und Museumsinsel entsteht hier im Sommer einer der schönsten...
Monbijou Theater
Wer bei Theater an alte Sprache, steife Stimmung und Gähnen denkt, war wahrscheinlich noch nie im Monbijou Theater. Zwischen Spree, Monbijoupark und Museumsinsel entsteht hier im Sommer einer der schönsten...