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Holocaust-Mahnmal Berlin

Geschichte, Gefühl, Bedeutung und die 2711 Stelen

12. August 2026 - Phil Ernst - Berliner Concierge

Das Holocaust-Mahnmal in Berlin, offiziell Denkmal für die ermordeten Juden Europas, erinnert an die rund sechs Millionen jüdischen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Herrschaft ermordet wurden.

Das 2005 eröffnete Denkmal mit seinen 2711 Betonstelen liegt mitten in Berlin und gehört zu den bedeutendsten Erinnerungsorten Deutschlands.

Stehlen in verschiedenen Größen vom Holocuast Mahnmal in Berlin.

Was ist das Holocaust-Mahnmal in Berlin?

Das Holocaust-Mahnmal ist Deutschlands zentrales Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Es wurde nach einem Entwurf des US-amerikanischen Architekten Peter Eisenman errichtet und am 10. Mai 2005 eröffnet.

Das rund 19.000 Quadratmeter große Stelenfeld befindet sich südlich des Brandenburger Tors in Berlin-Mitte. Unter einem Teil des Denkmals liegt zusätzlich der Ort der Information mit einer Ausstellung über die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden.

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Verschiedene hohe graue Beton-Stelen vom Holocaust Mahnmal.

Was bedeuten die 2711 Stelen des Holocaust-Mahnmals?

Die 2711 Betonstelen besitzen keine festgelegte individuelle Symbolik, auch ihre genaue Anzahl hat laut Denkmalstiftung keine symbolische Bedeutung. Peter Eisenman entwarf vielmehr einen abstrakten Erinnerungsort, dessen unebener Boden und unterschiedlich hohe Stelen von jedem Besucher anders wahrgenommen werden können.

Ursprünglich waren rund 4000 Stelen vorgesehen; erst spätere Änderungen des Entwurfs reduzierten ihre Zahl auf 2711. Interpretationen als Grabsteine, Sarkophage oder symbolische Gräber gibt es durchaus.

Eine offizielle Bedeutung der einzelnen Stelen existiert jedoch nicht.

von Unten fotografierte Stehlen unter dunklem Himmel in Berlin.

Holocaust-Mahnmal Berlin: Fakten auf einen Blick

  • Offizieller Name: Denkmal für die ermordeten Juden Europas
  • Ort: Berlin-Mitte, südlich des Brandenburger Tors
  • Architekt: Peter Eisenman
  • Baubeginn: April 2003
  • Eröffnung: 10. Mai 2005
  • Öffentlich zugänglich seit: 12. Mai 2005
  • Fläche: rund 19.000 Quadratmeter
  • Stelen: 2711
  • Höhe: von ebenerdig bis etwa 4,7 Meter
  • Ausstellung: unterirdischer Ort der Information
Skyline mit Fernsehturm, Parkinn-Hotel und roten Rathaus in Berlin.

So Freunde,

ich meine, ich müsste erstmals 2006 dort gewesen sein.

Ich bin in Berlin-Friedrichshain rund um die Warschauer Straße, nahe Oberbaumbrücke und Frankfurter Tor, groß geworden und wie wahrscheinlich ziemlich viele Berliner Schulkinder haben wir damals regelmäßig Wandertage durch die Stadt gemacht.

Einer davon führte uns zum gerade erst eröffneten Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Heute muss ich mir eingestehen: Für uns war es damals wahrscheinlich einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt.

Stelen der Holocaust Gedenkstätte Berlin mit Berliner Innenstadt im Hintergrund.

Warum wurde das Holocaust-Mahnmal in Berlin gebaut?

Das Holocaust-Mahnmal entstand aus der Forderung nach einem zentralen Erinnerungsort für die ermordeten Juden Europas in der deutschen Hauptstadt.

Von der ersten Initiative Ende der 1980er-Jahre bis zur Eröffnung vergingen fast zwei Jahrzehnte voller politischer und gesellschaftlicher Debatten.

Den entscheidenden Anstoß gab 1988 die Publizistin Lea Rosh. Sie schlug zunächst ein Denkmal auf dem Gelände der ehemaligen Gestapo-Zentrale in Kreuzberg vor und veröffentlichte 1989 gemeinsam mit dem Historiker Eberhard Jäckel einen Aufruf für das Vorhaben.

Nach dem Fall der Berliner Mauer rückten die ehemaligen Ministergärten als Standort in den Mittelpunkt. Die Bundesregierung unter Helmut Kohl unterstützte die Initiative ab 1992 und stellte eine Teilfläche zur Verfügung.

Damit war aber nur geklärt, dass ein Denkmal entstehen sollte. Wie Deutschland an die ermordeten Juden Europas erinnern sollte, blieb jahrelang umstritten.

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Stelen und Betonboden der Holocaust Gedenkstätte.

Vom ersten Wettbewerb zum Entwurf von Peter Eisenman

Bis zum heutigen Stelenfeld waren zwei Wettbewerbsverfahren, hunderte Entwürfe und mehrere Überarbeitungen notwendig.

Erst im zweiten Verfahren setzte sich der Entwurf von Peter Eisenman und Richard Serra als Favorit durch.

Beim ersten Wettbewerb 1994 wurden 528 Arbeiten eingereicht. Favorisiert wurde schließlich der Entwurf einer Künstlergruppe um Christine Jackob-Marks: eine riesige schiefe Betonfläche mit eingravierten Namen der Opfer. Bundeskanzler Helmut Kohl lehnte die Umsetzung 1995 ab.

1997 folgte ein neues Verfahren mit 25 eingeladenen Architekten und Künstlern. Neben Entwürfen von Gesine Weinmiller, Jochen Gerz und Daniel Libeskind rückte besonders das Stelenfeld von Peter Eisenman und Richard Serra in den Mittelpunkt.

Serra verließ das Projekt 1998, Eisenman entwickelte seinen Entwurf weiter. Daraus entstand schließlich die Grundlage des heutigen Denkmals in der Berliner Innenstadt.

Gang zwischen den Beton-Stelen im Holocaust Mahnmal Berlin.

Der Bundestag entscheidet über das Holocaust-Mahnmal

Am 25. Juni 1999 beschloss der Deutsche Bundestag mit 312 zu 207 Stimmen den Bau des Holocaust-Mahnmals nach dem modifizierten Entwurf von Peter Eisenman.

Gleichzeitig wurde entschieden, das abstrakte Stelenfeld um einen unterirdischen Ort der Information zu ergänzen.

Auch im Bundestag standen unterschiedliche Vorstellungen gegenüber. Einige Abgeordnete wollten die Gelder bestehenden NS-Gedenkstätten zukommen lassen, andere das geplante Denkmal allen Opfern der nationalsozialistischen Herrschaft widmen.

Die Mehrheit entschied sich bewusst für ein Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Genau daraus leitet sich auch der offizielle Name Denkmal für die ermordeten Juden Europas ab.

Schriftzug "To the Memory" auf dem Holocaust Mahnmal Berlin.

Warum war das Holocaust-Mahnmal so umstritten?

Die jahrelangen Kontroversen drehten sich vor allem um Form, Größe, Standort und Funktion eines zentralen Holocaust-Denkmals.

Diskutiert wurde außerdem, ob ein zentrales Denkmal in Berlin andere Opfergruppen und die bestehenden Gedenkstätten an den historischen Orten der NS-Verbrechen in den Hintergrund drängen könnte.

Vertreter von KZ-Gedenkstätten warnten vor einer Zentralisierung des Gedenkens. Andere Kritiker störten sich an der Monumentalität oder der abstrakten Architektur. Befürworter sahen dagegen gerade in einem sichtbaren Denkmal im politischen Zentrum Deutschlands ein wichtiges Zeichen.

Die Debatte war damit weit mehr als ein Streit über Beton und Architektur. Sie berührte die grundsätzliche Frage, wie Deutschland an den Holocaust erinnern sollte.

Später entstanden in Berlin eigene Denkmäler für weitere verfolgte und ermordete Opfergruppen, darunter die Sinti und Roma Europas sowie die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.

Stelen vom Denkmal ermordeter Juden Europas mit Stadtzentrum im Hintergrund.

Warum steht das Holocaust-Mahnmal genau an diesem Ort?

Das Holocaust-Mahnmal steht in unmittelbarer Nähe zum früheren politischen Machtzentrum des Deutschen Reiches. Gleichzeitig trägt das Gelände selbst mehrere Schichten deutscher Geschichte – vom Nationalsozialismus über die Berliner Mauer bis zum heutigen Erinnerungsort.

Vor dem Zweiten Weltkrieg gehörte das Areal zu den sogenannten Ministergärten. Auf einem Teil des heutigen Denkmalgeländes stand die Stadtvilla von Joseph Goebbels. Bei den Bauarbeiten wurde dessen Bunker wiederentdeckt, dokumentiert und anschließend im Erdreich versiegelt.

Zwischen 1961 und 1989 lag das Gelände außerdem im Grenzbereich der Berliner Mauer, im sogenannten Todesstreifen.

Wer heute vom Holocaust-Mahnmal Richtung Brandenburger Tor oder Museumsinsel läuft, bewegt sich deshalb durch einen Teil Berlins, in dem völlig unterschiedliche Kapitel deutscher Geschichte auf engstem Raum aufeinandertreffen.

Person mitten zwischen den Stelen vom Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Welche Wirkung soll das Stelenfeld haben?

Das Holocaust-Mahnmal soll keine bestimmte Emotion vorschreiben.

Eisenmans Architektur arbeitet mit Enge, Unebenheit, unterschiedlichen Höhen und fehlender Orientierung – wie dieser Raum wirkt, bleibt dem einzelnen Besucher überlassen.

Alle Stelen besitzen mit 2,38 mal 0,95 Metern denselben Grundriss, reichen aber von nahezu ebenerdig bis etwa 4,7 Meter Höhe. Auch die Wege zwischen ihnen sind nur 95 Zentimeter breit. Gleichzeitig senkt und hebt sich der Boden.

Je weiter man in bestimmte Bereiche hineingeht, desto stärker verschwinden Straßen, Menschen und das Berlin außerhalb des Denkmals aus dem Blick.

Und genau hier muss ich wieder an unseren Wandertag denken.

Wir standen dort mit ungefähr 30 Zwölfjährigen vor diesem Meer aus Betonstelen. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt weder Geschichtsunterricht gehabt noch den Holocaust und die nationalsozialistischen Verbrechen detailliert behandelt.

Für uns waren da zunächst einfach unterschiedlich hohe Säulen und schmale Wege.

Also spielten wir Fangen und versteckten uns.

Nicht aus Respektlosigkeit. In unserer kindlichen Naivität verstanden wir schlicht noch nicht, an welchem Ort wir uns befanden.

Erst im späteren Alter ist mir bewusst geworden, welchen Effekt dieses Denkmal haben kann. Wie sich die Wahrnehmung verändert, wenn man hineinläuft, die Stelen größer werden und die Außenwelt verschwindet.

Für mich besitzt dieser Ort heute eine Energie, die körperlich und im Kopf etwas auslösen kann.

Ort der Information mit Fotos der ermordeten Juden.

Warum gehört der Ort der Information zum Holocaust-Mahnmal?

Der unterirdische Ort der Information ergänzt das abstrakte Stelenfeld um konkrete historische Schicksale. Die Ausstellung dokumentiert die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden und stellt einzelne Menschen hinter der kaum vorstellbaren Zahl von rund sechs Millionen Opfern in den Mittelpunkt.

Die von Dagmar von Wilcken gestaltete Ausstellung besteht aus vier Themenräumen. Familiengeschichten zeigen unterschiedliche jüdische Lebenswelten, die durch den Holocaust zerstört wurden, Kurzbiografien erzählen von ermordeten oder verschollenen Menschen. Im Raum der Namen werden Namen und Lebensgeschichten von Holocaustopfern vorgelesen.

Damit ergänzen sich beide Teile des Denkmals: Oben steht eine abstrakte Architektur ohne eindeutige Interpretation. Unten bekommen die Opfer Namen, Biografien und persönliche Geschichten.

Vielleicht hätte gerade dieser Kontext auch uns Zwölfjährigen damals geholfen, anders zu verstehen, wo wir eigentlich standen.

verschieden hohe Stelen aus Beton am Holocaust Denkmal Berlin

Warum wurde der Bau des Holocaust-Mahnmals 2003 gestoppt?

Der Bau wurde 2003 vorübergehend unterbrochen, nachdem bekannt geworden war, dass für den Anti-Graffiti-Schutz der Stelen Produkte von Degussa verwendet werden sollten. Deren Tochterunternehmen Degesch hatte während des Nationalsozialismus Zyklon B hergestellt.

Lea Rosh wollte Degussa daraufhin vom Projekt ausschließen. Die Entscheidung wurde jedoch kontrovers diskutiert: Kritiker verwiesen unter anderem auf die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit des Unternehmens und darauf, dass über eine Tochterfirma bereits weiteres Material für das Denkmal geliefert worden war.

Im November 2003 beschloss das Kuratorium der Denkmalstiftung, den Bau mit Degussa-Produkten fortzusetzen.

Am 15. Dezember 2004 wurde schließlich die letzte der 2711 Stelen montiert.

Stelen des Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Wann wurde das Holocaust-Mahnmal eröffnet?

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas wurde am 10. Mai 2005 feierlich eröffnet und am 12. Mai der Öffentlichkeit übergeben. Damit endete ein Prozess, der mit der Initiative Ende der 1980er-Jahre begonnen hatte.

An der Eröffnung nahmen neben politischen Vertretern auch Holocaustüberlebende teil.

Schon im ersten Jahr kamen über 3,5 Millionen Besucher zum Denkmal; den Ort der Information besuchten bis Ende 2005 rund 350.000 Gäste.

Das Stelenfeld wurde damit innerhalb kürzester Zeit nicht nur Teil der deutschen Erinnerungskultur, sondern auch Teil des Berliner Alltags. Und genau daraus entstand eine Diskussion, die bis heute sichtbar ist.

Person, welche auf den Stelen des Holocaust Mahnmal sitzt.

Darf man auf den Stelen sitzen oder im Holocaust-Mahnmal spielen?

Das Stelenfeld ist öffentlich zugänglich, und Peter Eisenman selbst rechnete damit, dass Menschen den Ort auch alltäglich nutzen würden. Trotzdem werden Tanzen und Klettern auf den Stelen, Picknicks oder inszenierte Social-Media-Aufnahmen immer wieder als respektlos kritisiert.

Ich habe selbst oft Menschen gesehen, die auf den Stelen tanzen, TikTok-Videos drehen oder dort frühstücken.

Und ich kann mich schlecht hinstellen und behaupten, ich hätte diesen Ort immer mit dem notwendigen Verständnis betreten. Ich habe dort als Kind selbst Fangen gespielt.

Der Unterschied ist für mich das Bewusstsein dahinter.

2017 machte der deutsch-israelische Künstler Shahak Shapira diese Diskussion mit seinem Projekt Yolocaust international sichtbar.

Er kombinierte am Denkmal entstandene Selfies mit historischen Bildern von Massengräbern und KZ-Häftlingen. Das Projekt erreichte innerhalb kurzer Zeit Millionen Menschen und zeigte ziemlich brutal, wie groß die Distanz zwischen einem Erinnerungsort und seiner Nutzung als Fotospot werden kann.

Dunkle Beton-Stelen der Holocaust Gedenkstätte mit hellem Himmel im Hintergrund.

Wie sollte man das Holocaust-Mahnmal besuchen?

Das Holocaust-Mahnmal lässt sich am besten mit Zeit und dem Wissen besuchen, woran dieser Ort erinnert. Wer durch das Stelenfeld geht und anschließend den Ort der Information besucht, bekommt einen anderen Zugang als bei einem kurzen Fotostopp am Rand.

Ich will euch keine Verhaltensregeln aufstellen. Selbst Eisenman wollte ausdrücklich keinen abgeschotteten heiligen Ort schaffen und nahm in Kauf, dass das Stelenfeld Teil des normalen Stadtlebens wird.

Trotzdem empfehle ich euch, diesen Ort mit Bedacht zu betreten.

Lauft hinein. Nehmt euch Zeit. Schaut nicht nur durch die Kamera. Und wenn ihr die Möglichkeit habt, besucht auch den Ort der Information.

Berlin besitzt unzählige Insider Tipps, Restaurants, Clubs und Orte, an denen man einfach eine gute Zeit haben kann. Aber wer diese Stadt wirklich verstehen möchte, kommt auch an ihrer Geschichte nicht vorbei.

Beton Stelen vom Holocaust Mahnmal und Berliner Wohnhäuser im Hintergrund.

Holocaust-Mahnmal besuchen: Lage und wichtige Informationen

Das Denkmal liegt in Berlin-Mitte zwischen Ebertstraße, Behrenstraße, Cora-Berliner-Straße und Hannah-Arendt-Straße, nur wenige Gehminuten vom Brandenburger Tor entfernt.

Das Stelenfeld ist von verschiedenen Seiten zugänglich; dreizehn Wegeachsen sind für Menschen mit Gehbehinderung und Rollstühle geeignet und entsprechend gekennzeichnet.

Auch Nikolaiviertel, Rotes Rathaus, Museumsinsel und die Hackeschen Höfe liegen im weiteren historischen Zentrum Berlins.

  • Das Stelenfeld ist rund um die Uhr zugänglich.
  • Der Ort der Information ist aktuell von Dienstag bis Sonntag, 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.
  • Der Eintritt ist frei.

Aktuelle Öffnungszeiten und Zugangsbedingungen des unterirdischen Orts der Information solltet ihr dennoch vor eurem Besuch direkt bei der Denkmalstiftung nochmals prüfen.

Betonstelen vor dem Holocaust Mahnmal in Berlins Innenstadt.

Lohnt sich ein Besuch des Holocaust-Mahnmals?

Ja – wobei „lohnen“ bei einem Holocaust-Mahnmal eigentlich das falsche Wort ist. Ich empfehle euch diesen Ort nicht, weil er schön, unterhaltsam oder spektakulär ist, sondern weil er einen wichtigen Teil deutscher Geschichte und Erinnerungskultur sichtbar macht.*

Als ich dort ungefähr 2006 mit meiner Schulklasse stand, konnte ich mit diesem Ort wenig anfangen. Heute gehe ich anders hindurch.

Das Denkmal selbst hat sich nicht grundlegend verändert. Mein Wissen darüber schon.

Vielleicht liegt genau darin ein Teil seiner Stärke. Die 2711 Stelen erklären euch nicht, was ihr fühlen sollt. Ohne Kontext können sie einfach Betonblöcke sein. Mit dem Wissen darüber, warum sie dort stehen und an wen dieser Ort erinnert, verändert sich der Blick.

Deshalb würde ich das Holocaust-Mahnmal auch nicht einfach zwischen Sehenswürdigkeiten und den nächsten Programmpunkt eines Berlin-Trips quetschen.

Nehmt euch die Zeit, die dieser Ort verdient.

Berlin ist keine Sehenswürdigkeit. Berlin ist eine Stadt.

Wir sehen uns im ehrlichen Berlin – oder hier im nächsten Blog.

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Quellen: Buch "Holocaust Mahnmal Berlin" von Lars Müller | Website "https://www.stiftung-denkmal.de" | Website "https://www.holocaust-denkmal-berlin.de" | VIELE DER BILDER IN DIESEM BEITRAG SIND BEISPIELBILDER UND STAMMEN NICHT VON DEM BESUCHEN ORT.

Häufige Fragen zum Holocaust-Mahnmal Berlin

Was ist das Holocaust-Mahnmal in Berlin?

Das Holocaust-Mahnmal, offiziell Denkmal für die ermordeten Juden Europas, ist Deutschlands zentrales Denkmal für die unter der nationalsozialistischen Herrschaft ermordeten Juden Europas. Es wurde 2005 eröffnet und besteht aus einem Stelenfeld sowie dem unterirdischen Ort der Information.

Warum wurde das Holocaust-Mahnmal gebaut?

Das Holocaust-Mahnmal wurde als zentraler Erinnerungsort für die ermordeten Juden Europas errichtet. Die Initiative entstand Ende der 1980er-Jahre, nach jahrelangen politischen und gesellschaftlichen Debatten beschloss der Deutsche Bundestag 1999 den Bau.

Was bedeuten die Stelen des Holocaust-Mahnmals?

Die Stelen besitzen keine festgelegte individuelle Symbolik. Sie werden unter anderem als Grabsteine, Sarkophage oder symbolische Gräber interpretiert, Peter Eisenmans abstrakter Entwurf gibt jedoch bewusst keine eindeutige Bedeutung vor.

Warum hat das Holocaust-Mahnmal 2711 Stelen?

Die Zahl 2711 hat laut Denkmalstiftung keine symbolische Bedeutung. Ursprünglich waren rund 4000 Stelen vorgesehen, bevor spätere Änderungen des Entwurfs ihre Zahl auf 2711 reduzierten.

Wer hat das Holocaust-Mahnmal entworfen?

Das Holocaust-Mahnmal wurde vom US-amerikanischen Architekten Peter Eisenman entworfen. An einem früheren Entwurf war auch der Bildhauer Richard Serra beteiligt, der das Projekt 1998 verließ.

Wann wurde das Holocaust-Mahnmal gebaut und eröffnet?

Der Bau des Holocaust-Mahnmals begann im April 2003. Die letzte der 2711 Stelen wurde im Dezember 2004 montiert, am 10. Mai 2005 wurde das Denkmal feierlich eröffnet und am 12. Mai für die Öffentlichkeit zugänglich.

Warum steht das Holocaust-Mahnmal in der Nähe des Brandenburger Tors?

Das Denkmal steht auf dem Gelände der ehemaligen Ministergärten nahe dem früheren politischen Machtzentrum des Deutschen Reiches. Auf einem Teil des heutigen Areals befand sich die Stadtvilla von Joseph Goebbels; später lag das Gelände im Grenzbereich der Berliner Mauer.

Was befindet sich unter dem Holocaust-Mahnmal?

Unter einem Teil des Stelenfelds befindet sich der Ort der Information. Die Ausstellung dokumentiert die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden und erzählt unter anderem anhand von Familiengeschichten, Namen und Biografien von den Opfern des Holocaust.

Kann man durch das Holocaust-Mahnmal laufen?

Ja. Das Stelenfeld ist von verschiedenen Seiten begehbar und die Wege führen zwischen den unterschiedlich hohen Betonstelen hindurch. Dreizehn Wegeachsen sind für Menschen mit Gehbehinderung und Rollstühle geeignet und entsprechend gekennzeichnet.

Darf man auf den Stelen des Holocaust-Mahnmals sitzen?

Die Nutzung des Stelenfelds ist seit seiner Eröffnung umstritten. Architekt Peter Eisenman rechnete ausdrücklich mit einer alltäglichen Nutzung des öffentlichen Raums, während Klettern, Tanzen, Picknicks oder inszenierte Social-Media-Aufnahmen am Denkmal immer wieder als respektlos kritisiert werden.

Ist der Besuch des Holocaust-Mahnmals kostenlos?

Das Stelenfeld ist frei zugänglich. Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten und Zugangsbedingungen des unterirdischen Orts der Information sollten vor dem Besuch direkt bei der Denkmalstiftung geprüft werden.

Wie viel Zeit sollte man für das Holocaust-Mahnmal einplanen?

Für das Stelenfeld selbst gibt es keine feste Besuchsdauer. Wer das Denkmal nicht nur kurz fotografieren, sondern durch das Stelenfeld gehen und zusätzlich den Ort der Information besuchen möchte, sollte sich bewusst ausreichend Zeit nehmen.